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Zealand Pharma Aktie: Amylin schlägt Umsatzrückgang

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 17:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zealand Pharma verzeichnet geringere Halbjahreserlöse, startet aber Phase-3-Studie für Adipositas-Wirkstoff Petrelintide mit Partner Roche.

Zealand Pharma: Amylin-Kandidat Petrelintide treibt Aktie trotz Umsatzminus
Moderne wissenschaftliche Laborumgebung mit Laborgeräten für biotechnologische Forschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Weniger Umsatz, aber mehr Substanz in der Pipeline: Zealand Pharma hat am Donnerstag Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 vorgelegt, die auf den ersten Blick nach Rückschritt aussehen. Der zweite Blick zeigt, warum das Management trotzdem von einem "landmark first half" spricht.

Gewinn schrumpft, Guidance bleibt

Der Umsatz fiel im ersten Halbjahr auf 4,525 Milliarden dänische Kronen, nach 9,096 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang erklärt sich durch geringere Meilensteinzahlungen aus Partnerschaften – 2025 hatte Zealand von größeren Upfront-Zahlungen profitiert. Der Gewinn sank entsprechend auf 3,524 Milliarden Kronen von zuvor 7,238 Milliarden.

Für das Gesamtjahr 2026 hält das Unternehmen an seiner Prognose fest: Kollaborationserlöse von 4,5 Milliarden Kronen, operative Kosten zwischen 2,7 und 3,3 Milliarden Kronen. Die Kassenposition bleibt mit 14,457 Milliarden Kronen komfortabel, ergänzt durch positive Finanzerträge von 292 Millionen Kronen dank Zinseinnahmen und Wechselkurseffekten.

Petrelintide macht den entscheidenden Schritt

Der eigentliche Treiber der Story ist Petrelintide, Zealands Amylin-Kandidat gegen Adipositas. Die Phase-2-Studie ZUPREME-1 zeigte einen zweistelligen Gewichtsverlust bei einer Verträglichkeit, die laut Unternehmensangaben weitgehend mit Placebo vergleichbar war – bis Woche 42 erreichten Teilnehmer bis zu 10,7 Prozent Gewichtsreduktion gegenüber 1,7 Prozent unter Placebo, ohne erkennbares Plateau. Zwischen 88 und 98 Prozent der Teilnehmer schafften die Eskalation zur Zieldosis, ein Hinweis auf mögliche Therapietreue im Praxisalltag.

Auf dieser Basis hat Zealand die Entscheidung bekanntgegeben, Petrelintide in der zweiten Jahreshälfte 2026 gemeinsam mit Partner Roche in die Phase-3-Zulassungsstudie zu überführen. Parallel startet die Phase-2-Studie ZYNERGY, die Petrelintide mit Roches GLP-1/GIP-Wirkstoff Enicepatide kombiniert – ein Signal, dass Zealand nicht nur auf Monotherapie setzt, sondern auch auf Kombinationsansätze für Patienten mit höherem Bedarf.

Partner Boehringer Ingelheim lieferte zudem starke Phase-3-Daten zu Survodutide: In der SYNCHRONIZE-1-Studie erreichten Patienten bis zu 16,6 Prozent Gewichtsverlust nach 76 Wochen, begleitet von einer Reduktion des viszeralen Fettgewebes um bis zu 34 Prozent. Boehringer kündigte an, das Entwicklungsprogramm um vier weitere Phase-3b-Studien zu erweitern, die 2026 starten sollen.

Kapitalrückführung statt Nebenprojekte

Neben der Pipeline-Arbeit betreibt Zealand aktive Bilanzsteuerung. Das im Mai gestartete Aktienrückkaufprogramm über bis zu 200 Millionen Dollar hat bis zum 7. August bereits ein Volumen von 742 Millionen Kronen erreicht. Hinzu kommt eine Vereinbarung mit Royalty Pharma: Zealand verkauft Lizenzrechte an Rusfertide, einem nicht zum Kerngeschäft zählenden Wirkstoff gegen Polycythaemia vera, für 100 Millionen Dollar und behält eine Restlizenz von 0,25 Prozent auf Umsätze oberhalb von 1,5 Milliarden Dollar.

Die Aktie reagierte im vorbörslichen US-Handel mit einem moderaten Plus von 2,4 Prozent auf 336,90 Dollar – ein Kurs, der zwar 44,4 Prozent über dem 52-Wochen-Tief liegt, aber weiterhin rund 39 Prozent unter dem Hoch von 555,30 Dollar notiert. Der Markt bewertet das Update damit als konstruktiv, nicht als Überraschung.

Die nächsten konkreten Prüfsteine folgen zügig: Im Herbst startet die Phase-3-Studie zu Petrelintide, im weiteren Jahresverlauf werden Ergebnisse der ZUPREME-2-Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes erwartet. Am 12. November legt Zealand die Zahlen zum dritten Quartal vor.

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