Aktie, Gewinnzone

ZF Aktie: Zurück in der Gewinnzone

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ZF kehrt nach zwei Verlustjahren mit 122 Millionen Euro Gewinn in die schwarzen Zahlen zurück. Der Schuldenberg bleibt trotz Sparkurs hoch.

ZF Aktie: Autozulieferer meldet Gewinnwende nach Milliardenverlusten
Moderne Produktionshalle der Automobilindustrie mit Fokus auf technische Präzision. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei Jahre lang schrieb ZF nur rote Zahlen, insgesamt mehr als drei Milliarden Euro Verlust. Jetzt meldet der Autozulieferer aus Friedrichshafen für das erste Halbjahr wieder einen Gewinn. Der Umbau zeigt erste Wirkung — die Schuldenlast bleibt trotzdem eine Belastung.

Unter dem Strich verdiente der Konzern 122 Millionen Euro, nach einem Verlust von 195 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Finanzchef Michael Frick zeigte sich zuversichtlich, dass ZF auch das Gesamtjahr profitabel abschließen wird. Vorstandschef Mathias Miedreich führt die Wende auf Kostendisziplin und die Konzentration auf profitable Produkte zurück.

Der Umsatz sank zwar um zwei Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Portfolioveränderungen legte ZF jedoch leicht zu. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um 111 Millionen Euro auf 964 Millionen Euro.

Schuldenberg schrumpft langsam

Die Verbindlichkeiten sanken von 10,5 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025 auf aktuell rund 9,8 Milliarden Euro. Für Miedreich bleibt der Schuldenabbau die zentrale Aufgabe. Die Kredite stammen im Wesentlichen aus den milliardenschweren Übernahmen von Wabco und TRW — inzwischen zahlt ZF dafür jährlich Hunderte Millionen Euro Zinsen, Geld, das an anderer Stelle für Zukunftsinvestitionen fehlt.

Belastend wirken zudem die niedrige Fahrzeugproduktion der Autohersteller und die hohen Kosten der Elektromobilität. ZF reagiert mit einem harten Sparkurs: Bis Ende 2028 sollen bis zu 14.000 Stellen in Deutschland wegfallen. Zum 30. Juni beschäftigte der Konzern weltweit noch knapp 150.000 Menschen, in Deutschland waren es gut 47.000 — vier Prozent weniger als Ende 2025. Zum Vergleich: Ende 2023 zählte ZF hierzulande noch mehr als 54.400 Beschäftigte.

Kurswechsel bei Lifetec

Beim geplanten Verkauf der Sicherheitstechnik-Sparte vollzieht das Management eine Kehrtwende. Die 2022 angekündigte Ausgliederung des Airbag- und Gurtgeschäfts als ZF Lifetec bleibt vorerst komplett im Konzern. Frick begründet das mit der Profitabilität der Tochter, die künftig weiter gesteigert werden könne und strategische Optionen für die Weiterentwicklung eröffne.

Für das laufende Jahr bestätigt ZF seine Prognose. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 38 Milliarden Euro und zeigt sich auch bei den übrigen Finanzzielen zuversichtlich.

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