Afrika setzt bei UN-Migrationsforum auf Geschlechtergerechtigkeit
19.04.2026 - 20:21:48 | boerse-global.deIhr Ziel: Der Schutz von Frauen und Mädchen muss endlich systematisch verankert werden.
Die Beratungen in Kairo vom 16. April waren ein entscheidender Schritt. Das Ergebnis ist ein umfassendes Empfehlungspapier, das als Verhandlungsgrundlage für die afrikanischen Delegationen beim Internationalen Migrationsüberprüfungsforum (IMRF) in New York dient. Vom 5. bis 8. Mai will die Staatengemeinschaft dort die Umsetzung des Globalen Pakts für Migration vorantreiben – und Geschlechtergerechtigkeit steht ganz oben auf der Agenda.
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Neue Wege in der Krisenreaktion
Die Empfehlungen aus Kairo markieren einen Kurswechsel. Bisherige Ansätze zur Bewältigung der Krise vermisster Migranten waren oft geschlechterblind. Die Zahlen sind erschütternd: Seit 2014 verzeichnet das Missing Migrants Project der Internationalen Organisation für Migration (IOM) weltweit über 82.000 Tote und Vermisste. Mehr als 18.800 davon allein in Afrika.
Doch hinter diesen Statistiken verbergen sich geschlechtsspezifische Realitäten. Frauen und Mädchen sind auf der Flucht besonderen Gefahren ausgesetzt – von geschlechtsspezifischer Gewalt über Menschenhandel bis hin zum fehlenden Zugang zu Gesundheitsversorgung. Das neue Papier fordert daher einen „Whole-of-Government“-Ansatz, der die Sicherheit von Frauen in den Mittelpunkt stellt.
Lücken im Arbeitsmarkt schließen
Parallel zu den regionalen Anstrengungen schärft auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ihren Fokus. Bei ihrer Frühjahrssitzung bewertete sie ihren bisherigen Aktionsplan und legte eine neue Strategie für 2026–2029 vor. Der Handlungsbedarf ist groß: Obwohl Frauen etwa 48 Prozent aller internationalen Migranten und über 40 Prozent der migrantischen Arbeitskräfte stellen, arbeiten viele in informellen, schlecht geschützten Sektoren wie der Haushalts- und Pflegearbeit.
Die Bilanz der EU ist durchwachsen. Zwar wurden mehr Einzelziele erreicht, doch der Anteil der geschlechtergerechten „Decent Work“-Programme sank auf nur noch 48 Prozent – das Ziel von 85 Prozent ist in weite Ferne gerückt. Der neue ILO-Plan will diese strukturellen Ungleichheiten angehen, indem wirtschaftliche Politik und soziale Absicherung besser verzahnt werden.
Die Macht der Daten und eine neue Stimme
Ein zentrales Problem bleibt die „Gender Data Gap“. Ohne nach Geschlecht aufgeschlüsselte Daten, so Experten, bleiben Politikmaßnahmen wirkungslos. Hier zeichnet sich jedoch Fortschritt ab: Auf Druck von Zivilgesellschaftsorganisationen wie dem Women in Migration Network (WIMN) wurde für das IMRF eigens eine Gender-Berichterstatterin eingesetzt. Unterstützt von UN Women soll sie sicherstellen, dass Geschlechterfragen in allen Verhandlungsrunden berücksichtigt werden.
Vorreiterstaaten wie Kanada und Neuseeland gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Sie haben Fragen zur Geschlechtsidentität verbindlich in ihre Erhebungen aufgenommen. Mehrere „GCM-Champion-Länder“ haben nun zugesagt, geschlechterdifferenzierte Indikatoren in ihre nationalen Berichte aufzunehmen. Diese sollen nicht nur Zahlen liefern, sondern auch den Zugang zu Recht, Gesundheit und Anerkennung von Qualifikationen abbilden.
Was bedeutet das für Wirtschaft und Politik?
Die Entwicklung hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, insbesondere im Bereich ESG-Compliance (Environmental, Social, Governance). Multinationale Unternehmen sehen sich zunehmend in der Pflicht, ihre Lieferketten und Einstellungspraktiken an die neuen Standards anzupassen.
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Ein Kernziel des Globalen Pakts sind „reguläre Wege“ für Arbeitsmigration. Künftige bilaterale Abkommen werden voraussichtlich transparentere Berichte über die Behandlung von Migrantinnen verlangen. Die Ergebnisse des Mai-Forums dürften hier richtungsweisend sein.
Der Fokus in New York liegt darauf, aus einem politischen Schlagwort messbare Taten werden zu lassen. Die Erwartungen sind hoch: Die Einrichtung geschlechtssensibler Grenzverwaltung, mehr sichere Migrationswege für frauendominierte Branchen und verbindliche Hilfssysteme für Angehörige vermisster Migranten stehen auf der Liste. Mit der neuen Gender-Berichterstatterin und einer geschlossenen afrikanischen Position könnte das Forum 2026 zu einem Wendepunkt für ein gerechteres globales Migrationssystem werden.
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