ROUNDUP, Bundesregierung

Bundesregierung will stÀrkere Vernetzung der Drohnenabwehr

29.09.2025 - 17:07:19 | dpa.de

(Aktualisierung: Stellungnahme der Verteidigungsminister Deutschlands und Litauens)WARSCHAU/RUKLA - Die Bundesregierung fordert angesichts von Provokationen mit russischen Drohnen im Luftraum von Nato und EU eine stÀrkere Vernetzung der Abwehranstrengungen.

(Aktualisierung: Stellungnahme der Verteidigungsminister Deutschlands und Litauens)

WARSCHAU/RUKLA (dpa-AFX) - Die Bundesregierung fordert angesichts von Provokationen mit russischen Drohnen im Luftraum von Nato und EU eine stĂ€rkere Vernetzung der Abwehranstrengungen. "Russland wird fĂŒr die Nato mehr und mehr zur Gefahr", warnte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) auf dem Warschauer Sicherheitsforum.

Bei seinem folgenden Besuch in Litauen forderte die Verteidigungsministerin des Landes, Dovile Sakaliene, die Nato mĂŒsse an der Ostflanke von bewaffneten SchutzflĂŒgen ("air policing") hin zu einer Luftverteidigung ĂŒbergehen, dafĂŒr zusĂ€tzliche Waffen bringen und die Einsatzregeln Ă€ndern. Pistorius stellte weitere Schritte in Aussicht. "Es ist einige Tage zu frĂŒh, um unsere PlĂ€ne öffentlich zu machen, aber wir werden bestimmte Dinge tun", sagte er in Rukla.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte in der polnischen Hauptstadt nach Beratungen mit Kollegen aus Polen, Frankreich und der Ukraine: "Russland will unsere Entschlossenheit testen, will Unruhe auslösen. Das ist gefĂ€hrlich und muss klar und geeint beantwortet werden."

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin versuche, die Nato zu provozieren und Verwundbarkeiten des BĂŒndnisses zu demonstrieren, sagte Pistorius. Er warnte davor, in eine von Putin aufgebaute Falle fortgesetzter Eskalation zu gehen. Nötig seien Einigkeit, Klarheit im Handeln und Zusammenarbeit. Wadephul rief ebenfalls zu einer ĂŒberlegten Reaktion auf. "Wir stehen zusammen, wir behalten einen kĂŒhlen Kopf und lassen uns nicht in eine Eskalation treiben."

Wadephul: Russische Aktionen Teil eines Musters

"Russland will unsere Entschlossenheit testen, will Unruhe auslösen. Das ist gefÀhrlich und muss klar und geeint beantwortet werden", sagte Wadephul. In den vergangenen Tagen habe man eine neue Welle hybrider Angriffe auf Nato-Staaten erlebt, in Polen, Estland und RumÀnien. "Diese Aktionen sind kein Zufall, sondern Teil eines Musters, das unsere LuftrÀume, unsere kritische Infrastruktur insgesamt, unsere Verteidigungsbereitschaft ins Visier nimmt."

Der Außenminister betonte: "Die Nato ist jederzeit wachsam, sie ist jederzeit handlungsfĂ€hig und sie schĂŒtzt jeden Zentimeter unseres BĂŒndnisgebiets." Gerade bei der Drohnenabwehr mĂŒssten EU und Nato ihre FĂ€higkeiten weiterentwickeln. Man mĂŒsse schneller reagieren und die Systeme noch enger vernetzen. Das sei zentrales Thema fĂŒr die Verteidigung der Nato-Ostflanke. "Wir werden daran mit aller Kraft arbeiten, damit Europa geschĂŒtzt bleibt."

Pistorius: Kooperation mit ukrainischer RĂŒstungsindustrie verstĂ€rken

Pistorius sprach auch ĂŒber die europĂ€ische Zukunft der Ukraine und betonte, wichtig sei eine verstĂ€rkte Zusammenarbeit mit der ukrainischen RĂŒstungsindustrie. Dies sei die derzeit beste Sicherheitsgarantie fĂŒr das Land. Mit ihm in der GesprĂ€chsrunde saßen auch EU-Verteidigungsindustriekommissar Andrius Kubilius, der niederlĂ€ndische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans sowie Hanno Pevkur, sein estnischer Amtskollege.

Pevkur berichtete, russische Kampfflugzeuge hÀtten den Luftraum seines Landes zwölf Minuten lang verletzt und nicht auf alarmierte Nato-Piloten sowie Funkkontakt reagiert. "Wir verstehen alle, dass dies nicht akzeptabel ist." Er riet, bei der Drohnenabwehr vermehrt von der Ukraine zu lernen. Kubilius sagte, nötig sei ein "Drohnenwall" an der Ostflanke mit dem Ziel, sich gegen Angriffe zu verteidigen.

Wegen mutmaßlicher Drohnensichtungen in Norwegen waren zuletzt mehrere FlĂŒge umgeleitet worden. Seit Tagen herrscht im Nachbarland DĂ€nemark Drohnenalarm, nachdem mehrere Drohnen an FlughĂ€fen gesichtet worden waren. Der gesamte dĂ€nische Luftraum wird bis zum kommenden Freitag fĂŒr zivile DrohnenflĂŒge gesperrt. Hintergrund ist der EU-Gipfel, der in dieser Woche in Kopenhagen stattfindet.

Polens Regierungschef: Dieser Krieg ist auch unser Krieg

Polens Regierungschef Donald Tusk appellierte an den Westen, angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine Einigkeit zu zeigen. "Dieser Krieg ist auch unser Krieg", sagte er bei dem Forum.

Russlands Angriffskrieg sei Teil eines politischen Projekts, dessen Ziel es sei, andere Völker zu unterwerfen. "Wenn wir diesen Krieg verlieren, werden die Folgen nicht nur unsere Generation betreffen, sondern auch die nĂ€chste Generation in Polen, Europa, den USA und ĂŒberall auf der Welt", sagte Tusk.

NĂ€chste Station Litauen - deutsche Brigade im Aufbau

Pistorius informierte sich in Litauen ĂŒber den Sachstand beim Aufbau der deutschen Kampftruppenbrigade, die dauerhaft in Litauen stationiert ist. Sie soll Teil der verstĂ€rkten Abschreckung sein. Am 1. April wurde dieser Verband als Panzerbrigade 45 formal in Dienst gestellt. Die GesamtstĂ€rke soll spĂ€ter rund 4.800 Soldaten sowie rund 200 zivile Mitarbeiter der Bundeswehr umfassen.

Sakaliene ĂŒbergab in der Stadt Rukla ein militĂ€risches Logistikzentrum - ein wesentliches Element zur kĂŒnftigen UnterstĂŒtzung der Brigade - an Pistorius. Deutschland hat dafĂŒr nach seinen Angaben etwa 90 Millionen Euro gegeben. In dem Zentrum können Reparaturen vorgenommen und Waren umgeschlagen werden.

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