Altersvorsorge, Riester-Rente

Altersvorsorge 2027: Riester-Rente wird durch Aktiendepot ersetzt

31.03.2026 - 03:10:10 | boerse-global.de

Ab 2027 tritt ein kapitalmarktorientiertes Altersvorsorgedepot an die Stelle der Riester-Rente, wÀhrend der Beitrag zur gesetzlichen Rente erstmals seit Jahren ansteigt.

Altersvorsorge 2027: Riester-Rente wird durch Aktiendepot ersetzt - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die private Altersvorsorge in Deutschland steht vor der grĂ¶ĂŸten Reform seit 20 Jahren. Ab 2027 löst ein neues, kapitalmarktorientiertes Depot das bisherige Riester-Modell ab. Gleichzeitig steigen die BeitrĂ€ge zur gesetzlichen Rente erstmals seit fast zwei Jahrzehnten. Das hat der Bundestag Ende MĂ€rz beschlossen.

Das Ende der Riester-Rente

Das HerzstĂŒck der Reform ist das „Altersvorsorgedepot“. Es ersetzt fĂŒr neue VertrĂ€ge ab dem 1. Januar 2027 die oft kritisierte Riester-Rente. Der entscheidende Unterschied: Die staatliche Garantie des eingezahlten Kapitals entfĂ€llt. Das erlaubt es, deutlich stĂ€rker in renditestarke Assets wie ETFs oder Aktienfonds zu investieren.

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Der Staat fördern den Wechsel mit einer vereinfachten Zulage. Pro eingezahltem Euro gibt es bis zu einem Jahresbeitrag von 360 Euro 50 Cent Grundzulage. FĂŒr BeitrĂ€ge zwischen 360 und 1.800 Euro sind es 25 Cent. Maximal sind so 540 Euro staatliche Förderung pro Jahr möglich. Neu ist, dass erstmals auch SelbststĂ€ndige und Freiberufler in vollem Umfang von diesen ZuschĂŒssen profitieren.

Besonders Familien gewinnen: Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind und Jahr gibt es kĂŒnftig schon bei einem monatlichen Sparbeitrag von nur 25 Euro. FĂŒr Haushalte mit mittlerem und niedrigerem Einkommen wird die private Vorsorge so deutlich attraktiver.

Gesetzliche Rente: Beitragssatz steigt auf fast 20 Prozent

WĂ€hrend die private Vorsorge flexibler wird, zieht der Beitragssatz der gesetzlichen Rente an. Die sogenannte „Haltelinie“ sichert das Rentenniveau bis mindestens 2031 bei 48 Prozent des Durchschnittslohns. Doch dieser StabilitĂ€tspakt hat seinen Preis.

Nach Jahren der Stagnation bei 18,6 Prozent prognostizieren Gesetzgeber und Deutsche Rentenversicherung (DRV) den ersten Anstieg seit 2007. FĂŒr 2027 wird mit 18,8 Prozent gerechnet, 2028 könnte der Satz sogar auf 19,8 Prozent klettern. Treiber ist der Renteneintritt der Babyboomer-Generation, die das Umlagesystem unter nie dagewesenen Druck setzt.

Als langfristige Entlastung soll ein staatlicher Aktienfonds, das „Generationenkapital“, dienen. Mit einem Startkapital von 10 Milliarden Euro aus Bundesmitteln sollen Marktrenditen erwirtschaftet werden, um Beitragserhöhungen ab Mitte der 2030er Jahre abzufedern.

Mehr Rente fĂŒr MĂŒtter und Anreize zum Weiterarbeiten

Ein weiterer Meilenstein ist die vollstĂ€ndige EinfĂŒhrung der „MĂŒtterrente III“ 2027. Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, erhalten dann drei statt bisher 2,5 Jahre Kindererziehungszeiten pro Kind angerechnet. Millionen vor allem weiblicher Rentner profitieren von dieser Angleichung und höheren MonatsbezĂŒgen. Die Kosten trĂ€gt der Bund.

Parallel wird das Modell der „Aktivrente“ gestĂ€rkt. Es erlaubt Rentnern, weiterzuarbeiten und dabei bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuzuverdienen. Ein klares Signal gegen den FachkrĂ€ftemangel und ein finanzieller Anreiz, lĂ€nger im Berufsleben zu bleiben.

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Herausforderung fĂŒr Banken und Verbraucher

FĂŒr die Finanzbranche beginnt nun ein Wettlauf um die neuen Depot-Produkte. Der Gesetzgeber schreibt kostenarme Standardprodukte mit Effektivkosten von maximal 1,0 Prozent pro Jahr vor. Sie sollen transparent und einfach wechselbar sein.

VerbraucherschĂŒtzer begrĂŒĂŸen grundsĂ€tzlich die Öffnung fĂŒr renditestĂ€rkere Anlagen, mahnen aber zur Vorsicht. Der Wegfall der Kapitalgarantie bedeutet auch mehr Risiko. FĂŒr Unentschlossene sieht die Reform eine Default-Option vor: Sie werden automatisch in einen kostengĂŒnstigen Standardfonds eingebucht, Ă€hnlich dem schwedischen Vorbild.

Bis zum Stichtag Ende 2026 haben Sparer Zeit, ihre Finanzen neu zu ordnen. Bestehende Riester-VertrĂ€ge bleiben bestehen, neue können aber nicht mehr abgeschlossen werden. FĂŒr viele könnte es sinnvoll sein, alte VertrĂ€ge „einzufrieren“ und kĂŒnftige SparbeitrĂ€ge in das neue, chancenreichere Depot zu lenken. Die Weichen fĂŒr die Altersvorsorge der Zukunft sind gestellt.

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