Aktien Europa: Konsolidierung nach Erholung geht weiter
01.12.2025 - 12:27:51 | dpa.deVon den durchwachsenen asiatischen HandelsplĂ€tzen und den schwĂ€cher erwarteten US-Börsen kam kein RĂŒckenwind fĂŒr die hiesigen Notierungen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 notierte am Montag um die Mittagszeit 0,53 Prozent im Minus bei 5.638 Punkten. Der britische FTSE 100 GB0001383545 verlor 0,09 Prozent auf 9.712 Punkte. FĂŒr den Schweizer SMI CH0009980894 ging es indes um 0,13 Prozent auf 12.851 Punkte hoch.
Im europÀischen Branchentableau EU0009658202 waren Rohstofftitel EU0009658624 zu Wochenbeginn am meisten gefragt: Das Branchenbarometer kletterte bis auf ein Hoch seit Juni 2024.
Dagegen ging es fĂŒr den Industriesektor EU0009658905 am deutlichsten bergab. Hier belastete vor allem ein Kursrutsch von 7,8 Prozent bei Schwergewicht Airbus NL0000235190. Der Flugzeugbauer hatte am Freitagabend den Betrieb seiner meistverkauften Modellfamilie A320 nach einem Zwischenfall zunĂ€chst eingeschrĂ€nkt. Nach dessen Angaben haben die Fluggesellschaften inzwischen fĂŒr die groĂe Mehrheit der betroffenen, rund 6.000 Maschinen ein notwendiges Software-Update zur Behebung einer möglichen fehlerhaften Datenverarbeitung in der Flugsteuerung schon erledigt.
Die Aktien von Thales FR0000121329 FR0000121329 bĂŒĂten im Sog der Airbus-Probleme 2,6 Prozent ein. Der Spezialist fĂŒr MilitĂ€rtechnik-, Luft- und Raumfahrtelektronik liefert wichtige Hardware fĂŒr die Airbus-Flugsteuerung. Laut Airbus muss bei 15 Prozent der von Problemen betroffenen A320-Fliegern auch die Hardware erneuert werden. Thales habe aber betont, nicht fĂŒr die Störung verantwortlich zu sein, schrieb Analyst Christophe Menard von Deutsche Bank Research. Ohnehin sei Airbus in letzter Konsequenz verantwortlich fĂŒr die Sicherheit und FunktionalitĂ€t des Systems, unabhĂ€ngig davon, ob es von Airbus oder einem Zulieferer entwickelt worden sei.
Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Bei AMS-Osram AT0000A18XM4 mussten die Anleger einen Kurseinbruch von gut 16 Prozent auf 7,09 Euro verkraften. Damit gaben die Aktien des Leuchten- und Sensorenherstellers ihre jĂŒngsten Erholungsgewinne ab und markierten ein Tief seit Mai. Die US-Bank JPMorgan senkte ihr Kursziel von 8,90 auf 5,35 Franken und stufte die Titel von "Neutral" auf "Underweight" ab. Analyst Craig McDowell macht sich Sorgen um die Gewinnentwicklung. Mit Blick auf die Marge und die BarmittelzuflĂŒsse ist er fĂŒr 2026 nach eigener Aussage skeptischer als der Markt.
FĂŒr die Papiere der Billigfluggesellschaft Easyjet GB00B7KR2P84 ging es um 1,1 Prozent bergab. Eine JPMorgan-Abstufung auf "Underweight" wog am Markt schwerer als eine Kurszielanhebung der Schweizer Konkurrentin UBS mit einem bekrĂ€ftigten Kaufvotum.
Dagegen stand bei Branchenkollegin Air France-KLM FR001400J770 ein Kursplus von 5,9 Prozent auf 11,17 Euro zu Buche. JPMorgan hatte das Kursziel von 8 auf 14 Euro angehoben und die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Die Experten sehen fĂŒr die Airline und ihre Konkurrentin Lufthansa DE0008232125 Margenpotenzial.
Die Aktien des LuxusgĂŒterkonzerns Richemont CH0210483332 verteuerten sich nach einer neuen Kaufempfehlung von Deutsche Bank Research um 1,6 Prozent. Die europĂ€ische Branche stehe in den Startlöchern fĂŒr eine höhere Wachstumsdynamik 2026, schrieb Adam Cochrane in seinem Ausblick. LVMH FR0000121014 und Burberry GB0031743007 bleiben seine Favoriten, zu denen sich nun auch Richemont gesellen.
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