APA OeNB: Haushalte schlieĂen wieder mehr Kredite ab und setzen...
20.03.2026 - 11:07:41 | dpa.deAPA ots news: OeNB: Haushalte schlieĂen wieder mehr Kredite ab und setzen auf Fixzinsen
Entwicklungen bei ZinssÀtzen, Krediten, Einlagen und Wohnimmobilien
Wien (APA-ots) - Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) senkte im Jahr 2025 die LeitzinssĂ€tze in vier Schritten um einen Prozentpunkt. Das fĂŒhrte vor allem bei variabel verzinsten Krediten zu niedrigeren ZinssĂ€tzen. Dennoch setzten österreichische Haushalte weiterhin auf Sicherheit und nahmen fast ausschlieĂlich fixverzinste Wohnbaukredite neu auf. Die gĂŒnstigeren Finanzierungskosten fĂŒhrten zu deutlich mehr AbschlĂŒssen bei Wohnbaukrediten. Die niedrigeren EinlagenzinssĂ€tze wirkten sich ebenfalls auf das Sparverhalten der Haushalte aus: WĂ€hrend Spareinlagen an Beliebtheit verloren, investierten private Haushalte verstĂ€rkt in Wertpapiere.
"Sowohl fĂŒr Unternehmen als auch fĂŒr private Haushalte gingen die KreditzinssĂ€tze fĂŒr neue Kredite im Jahr 2025 zurĂŒck", erlĂ€uterte Edeltraud Stiftinger, Vize-Gouverneurin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), die Auswirkungen der EZB-Leitzinssenkungen im Jahr 2025 zu Beginn der Pressekonferenz. FĂŒr neue Wohnbaukredite ging der Zinssatz fĂŒr variable Kredite um knapp einen Prozentpunkt von 4,14 % (Ende 2024) auf 3,21 % (Ende 2025) spĂŒrbar zurĂŒck, wĂ€hrend FixzinssĂ€tze hingegen 2025 praktisch unverĂ€ndert bei etwa 3,42 % ( 2024: 3,43 %) blieben. "Variable Kredite wurden somit wieder gĂŒnstiger als jene mit Zinsbindung. Trotzdem schlossen österreichische Haushalte fast ausschlieĂlich neue Wohnbaukredite mit Fixzinssatz ab und setzten dabei auf Sicherheit", so Stiftinger.
Im Jahr 2025 wurden mit einem Volumen von insgesamt 17 Mrd EUR deutlich mehr neue Wohnbaukredite vergeben als im Jahr zuvor (11 Mrd EUR). Die Ăsterreicher:innen setzten dabei auf Sicherheit: Fast neun von zehn (86 %) neuen Wohnbaukrediten wiesen eine Fixverzinsung auf. Insgesamt hatten österreichische Haushalte Ende 2025 188 Mrd EUR an ausstehenden Bankkrediten, wovon mehr als die HĂ€lfte (58 %) fixverzinst waren. FĂŒr ihre Wohnbaukredite zahlten die Ăsterreicher:innen im Jahr 2025 mit rund 3,6 Mrd EUR deutlich weniger an Zinsen als im Jahr 2024 (4,2 Mrd EUR). Vor allem Kreditnehmer:innen mit bereits bestehenden, variablen Wohnbaukrediten wurden durch die sinkenden ZinssĂ€tze wieder spĂŒrbar entlastet. Sie zahlten im Jahr 2025 pro 100.000 EUR Kreditschuld insgesamt rund 3.450 EUR an Kreditzinsen. Das war spĂŒrbar weniger als im Vorjahr ( 4.690 EUR), jedoch weiterhin deutlich mehr als vor der Zinswende ( 2022: 1.460 EUR).
Bei neuen Unternehmenskrediten war zu erkennen, dass mehr Investitionskredite mit einer Laufzeit von ĂŒber fĂŒnf Jahren abgeschlossen wurden. Ein knappes Drittel (15 Mrd EUR) der 2025 neu vergebenen Kredite an Unternehmen ging dabei an Firmen im Immobiliensegment.
Zwtl.: Einlagezinsen sanken deutlich - Haushalte Ànderten ihr Sparverhalten
Die ZinssĂ€tze auf Spareinlagen von Haushalten sanken 2025 ebenfalls. FĂŒr neue Festgeld-Einlagen lukrierten österreichische Haushalte Ende 2025 noch 1,62 % und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor (2,43 %). TĂ€glich fĂ€llige Einlagen auf Sparkonten waren Ende 2025 in Ăsterreich mit durchschnittlich 0,69 % verzinst. "Ein Marktvergleich lohnt sich jedenfalls, da sich die Konditionen mitunter stark unterscheiden", so Regina Fuchs, Direktorin der OeNB- Hauptabteilung Statistik, und verwies auf die Transparenzplattform auf der OeNB-Website. Die gesunkenen Sparzinsen fĂŒhrten 2025 zu einem verĂ€nderten Sparverhalten. WĂ€hrend private Haushalte 2023 und 2024 ihr Volumen auf Sparkonten noch um insgesamt 37 Mrd EUR erhöhten, investierten sie 2025 kaum mehr in neue Spareinlagen (+2 Mrd EUR) und hielten wieder vermehrt GeldbestĂ€nde auf ihren Girokonten (+8 Mrd EUR ). Veranlagungen in Wertpapiere rĂŒckten im Jahr 2025 stark in den Fokus. Private Haushalte veranlagten zusĂ€tzlich rund 7 Mrd EUR in Investmentfonds und 6 Mrd EUR in Schuldverschreibungen. Generell spielte das Thema Nachhaltigkeit fĂŒr inlĂ€ndischen Investor:innen in den vergangenen Jahren eine immer wichtigere Rolle, was sich im sukzessive erhöhten Bestand an nachhaltigen Anleihen (ESG-Bonds) widerspiegelt.
Zwtl.: Mehr Transparenz mit dem OeNB - Wohnimmobilien-Dashboard
"Der Immobilienmarkt ist eng mit dem Thema FinanzmarktstabilitĂ€t verwoben, eine der Kernaufgaben der OeNB. Mit unserem neuen Dashboard schaffen wir einen transparenten, leicht zugĂ€nglichen Ăberblick ĂŒber entscheidende Informationen zum Thema Wohnimmobilien - von Preisentwicklungen ĂŒber Baukosten bis hin zu durchschnittlichen Kredithöhen", erklĂ€rte OeNB-Direktor Thomas Steiner. Neue Preisindizes zeigen etwa, dass seit 2012 die Preise im lĂ€ndlichen Raum wesentlich stĂ€rker als im stĂ€dtischen angestiegen sind. Dabei waren groĂe regionale Unterschiede zu erkennen - beispielsweise sind Preise im Burgenland doppelt so stark gestiegen wie in Oberösterreich.
Statistik-Angebot der OeNB: https://www.oenb.at/Statistik.html
Immobilien-Hub: https://oenb.shinyapps.io/wohnimmobilien_dashboard/
Transparenzplattform fĂŒr Spareinlagenzinsen: https://www.oenb.at/Statistik/sparzinsen-oesterreich.html
RĂŒckfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank Pressesprecherin Mag.a Marlies Schroeder, MiM Telefon: (+43-1) 404 20-6900 E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at Website: https://www.oenb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom
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