Apple, Rekordanteil

Apple erreicht Rekordanteil an recycelten Materialien

17.04.2026 - 00:48:21 | boerse-global.de

Apple steigert den Einsatz recycelter Rohstoffe auf 30 Prozent und erreicht 100 Prozent Recycling bei SchlĂŒsselkomponenten wie Kobalt und Seltenen Erden. Die Emissionen sanken um ĂŒber 60 Prozent seit 2015.

Apple erreicht Rekordanteil an recycelten Materialien - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Das geht aus dem Umweltbericht hervor, den der Konzern gestern veröffentlichte. Demnach stammten 30 Prozent aller Materialien in 2025 ausgelieferten Produkten aus wiederverwerteten oder erneuerbaren Quellen. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 24 Prozent. Der Fortschritt ist ein zentraler Baustein fĂŒr das ehrgeizige Ziel „Apple 2030“: Bis zum Ende des Jahrzehnts will das Unternehmen in seiner gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral werden – von der Herstellung bis zur Entsorgung.

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Batterien und Platinen: 100 Prozent Recycling fĂŒr SchlĂŒsselkomponenten

Ein Schwerpunkt lag auf der Umstellung hochwertiger Materialien auf vollstĂ€ndig recycelte Quellen. So erreichte Apple 2025 sein Ziel, in allen hauseigenen Batterien nur noch 100 Prozent recyceltes Kobalt zu verwenden. 2022 waren es lediglich 13 Prozent. Das Metall ist fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit von Akkus unverzichtbar und wird nun vermehrt aus AltgerĂ€ten und ProduktionsabfĂ€llen gewonnen.

Ebenfalls komplett auf Recycling umgestellt wurden die Seltenen Erden in allen Magneten, etwa fĂŒr den Taptic Engine oder Lautsprecher. Zudem kommen in allen Apple-eigenen Leiterplatten nun zu 100 Prozent recyceltes Goldbeschichtungen und recyceltes Zinnlot zum Einsatz. Selbst beim schwierig zu recycelnden Lithium meldet der Konzern einen Durchbruch: Die Batteriekathoden der iPhone-16-Serie bestehen vollstĂ€ndig aus recyceltem Lithium.

Roboter-Disassembly: Daisy, Taz und Cora im Einsatz

Um den steigenden Bedarf an hochwertigen SekundĂ€rrohstoffen zu decken, setzt Apple verstĂ€rkt auf eigene Recycling-Technologien. HerzstĂŒck ist die Flotte spezialisierter Roboter mit Namen wie Daisy, Dave und Taz. Eine einzige Daisy-Einheit kann pro Jahr bis zu 1,2 Millionen iPhones auseinandernehmen – das sind etwa 200 GerĂ€te pro Stunde ĂŒber 23 verschiedene Modelle hinweg.

WĂ€hrend Daisy fĂŒr die grobe Demontage zustĂ€ndig ist, erledigen Taz und Dave die Feinarbeit: Taz trennt prĂ€zise Magnete von Audiomodulen, ohne sie zu zerstören. Dave extrahiert Wolfram und Seltene Erden aus Vibrationseinheiten. Eine neue Entwicklung ist das Cora-System, eine HochprĂ€zisions-Recyclinglinie, die durch sensorgesteuertes Schreddern besonders hohe Materialausbeuten erzielt.

Klimaziel 2030: Emissionen trotz Wachstum stark gesenkt

Die Materialfortschritte sind ein wesentlicher Hebel fĂŒr die Klimabilanz. Apples Treibhausgasemissionen lagen 2025 bei geschĂ€tzt 15,1 Millionen Tonnen. Verglichen mit dem Basisjahr 2015 (ĂŒber 38 Millionen Tonnen) entspricht das einer Reduktion um mehr als 60 Prozent – und das trotz erheblichem GeschĂ€ftswachstum.

Drei Strategien sind dafĂŒr verantwortlich: der Umstieg auf erneuerbare Energien, verbesserte Energieeffizienz und der Ersatz von PrimĂ€r- durch Recyclingmaterialien. Im Rahmen des Supplier Clean Energy Program bezogen Zulieferer 2025 ĂŒber 20 Gigawatt Ökostrom. Das reicht rechnerisch, um mehr als 3,4 Millionen durchschnittliche US-Haushalte ein Jahr lang zu versorgen. Apple selbst hat 1,8 Gigawatt neue KapazitĂ€ten zu seinem Portfolio hinzugefĂŒgt.

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Wasser, Abfall und die Zukunft der Kreislaufwirtschaft

Neben CO? und Materialien adressiert der Bericht auch Wasser und VerpackungsmĂŒll. Apple und seine Lieferanten sparten 2025 etwa 17 Milliarden Gallonen Frischwasser ein. Zudem gleichen WasserauffĂŒllprojekte mittlerweile mehr als die HĂ€lfte des betrieblichen Wasserverbrauchs aus. Bei Verpackungen wurde das Ziel fĂŒr 2025 erreicht: Alle aktuellen Produkte werden in 100 Prozent faserbasierten Verpackungen ausgeliefert – ganz ohne Plastik.

Die Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft spiegelt einen breiteren Trend wider. Angesichts strengerer Umweltvorschriften und knapper werdender Rohstoffe setzt Apple mit dem 30-Prozent-Markt ein deutliches Zeichen. Die vollstÀndige Umstellung auf recyceltes Kobalt und Seltene Erden ist besonders bemerkenswert, da der Abbau dieser Materialien oft mit geopolitischen und menschenrechtlichen Problemen verbunden ist.

Kann der Konzern seine Demontage-Technologien wie Cora und das KI-gestĂŒtzte Sortiersystem A.R.I.S. global mit Partnern skalieren? Das wĂ€re ein Game-Changer fĂŒr die gesamte Elektronikbranche. Die nĂ€chsten vier Jahre bis 2030 werden zeigen, ob sich Großserienfertigung und Kreislaufwirtschaft tatsĂ€chlich vereinen lassen.

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