Apple und Tech-Giganten im Visier der Regulierer
11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deDer Druck auf die groĂen Digitalkonzerne wĂ€chst: In Deutschland fordern MedienverbĂ€nde ein BuĂgeld gegen Apple, wĂ€hrend in BrĂŒssel die Einhaltung des neuen Wettbewerbsrechts ĂŒberprĂŒft wird.
Berlin/BrĂŒssel. Die Schonfrist fĂŒr die mĂ€chtigsten Technologiekonzerne ist vorbei. An zwei Fronten spitzt sich die regulatorische Kontrolle zu. Deutsche Medien- und WerbeverbĂ€nde haben die von Apple vorgeschlagenen Ănderungen an seinen umstrittenen Tracking-Regeln als völlig unzureichend zurĂŒckgewiesen. Sie fordern nun ein hohes BuĂgeld. Zeitgleich mĂŒssen die als âGatekeeperâ eingestuften Konzerne wie Alphabet, Meta und Amazon in der EU nachweisen, dass sie das strenge Digital Markets Act (DMA)-Gesetz einhalten. FĂŒr die Tech-Riesen beginnt eine Phase der BewĂ€hrung.
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Deutscher VorstoĂ: BuĂgeld gegen Apple gefordert
Im Fokus steht hierzulande Apples âApp Tracking Transparencyâ (ATT). Das Bundeskartellamt prĂŒft seit 2022, ob der Konzern seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Der Vorwurf: Apples eigene Dienste profitieren von den strengen Datenschutzregeln, wĂ€hrend Konkurrenten benachteiligt werden. Viele Apps, die sich ĂŒber Werbung finanzieren, fĂŒrchten um ihr GeschĂ€ftsmodell.
Auf Druck der Behörde legte Apple Ende 2025 KompromissvorschlĂ€ge vor. Doch die betroffenen BranchenverbĂ€nde ziehen nun eine vernichtende Bilanz. Die Ănderungen seien ârein kosmetischâ und beseitigten die grundsĂ€tzliche Benachteiligung nicht, so ihre Kritik. Sie fordern die KartellwĂ€chter auf, die PlĂ€ne abzulehnen und ein âhinreichend disziplinierendes BuĂgeldâ zu verhĂ€ngen. Diese klare Kampfansage erhöht den Druck auf das Bundeskartellamt, erstmals in diesem Verfahren eine Geldstrafe zu verhĂ€ngen.
EU-Stresstest: Berichte der âGatekeeperâ unter der Lupe
Parallel lĂ€uft in BrĂŒssel der entscheidende Compliance-Check. Bis zum 9. MĂ€rz mussten die sechs benannten Digital-Giganten detailliert darlegen, wie sie die Vorgaben des DMA umsetzen. Das seit MĂ€rz 2024 voll gĂŒltige Gesetz verbietet Praktiken wie die Selbstbevorzugung eigener Dienste und schreibt mehr Offenheit vor.
Die nun eingereichten Berichte werden von der EU-Kommission akribisch geprĂŒft. Sie allein ist fĂŒr die Durchsetzung des DMA zustĂ€ndig. Beobachter erwarten, dass diese PrĂŒfung die Grundlage fĂŒr erste Nicht-KonformitĂ€tsverfahren noch in diesem Jahr legt. Die möglichen Strafen sind enorm: bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens. FĂŒr einen Konzern wie Apple wĂ€ren das theoretisch Milliarden.
Das regulatorische Netz zieht sich zu
Die aktuellen Entwicklungen sind Teil eines globalen Trends. Europa geht mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), dem DMA und dem Digital Services Act (DSA) voran. Die bereits verhÀngten Milliardenstrafen, etwa gegen Meta, zeigen die finanziellen Risiken.
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Deutschland nutzt seit einer Gesetzesnovelle 2021 erweiterte Befugnisse, um frĂŒher gegen marktbeherrschende Digitalunternehmen vorzugehen. Neben Apple laufen Verfahren gegen Google, Amazon und Microsoft. Diese nationalen Untersuchungen ergĂ€nzen die EU-weiten MaĂnahmen und schaffen ein dichtes Kontrollnetz. Die enge Abstimmung zwischen Berlin und BrĂŒssel soll sicherstellen, dass sich kein Konzern der Aufsicht entziehen kann.
Drohen neue Milliardenstrafen?
Die kommenden Monate werden richtungsweisend. Wird das Bundeskartellamt im Apple-Fall tatsĂ€chlich ein BuĂgeld verhĂ€ngen? Und wird die EU-Kommission ihre scharfen DMA-ZĂ€hne zeigen und erste Verfahren einleiten?
Die Tech-Giganten stehen unter Dauerbeobachtung. FĂŒr sie bedeutet dies nicht nur die Gefahr weiterer hoher Strafzahlungen. Im schlimmsten Fall könnten die Regulierer tiefgreifende strukturelle Ănderungen an ihren GeschĂ€ftsmodellen in Europa erzwingen. Der Kampf um faire digitale MĂ€rkte ist in seine heiĂe Phase getreten.
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