Irans Machthaber zeigen StÀrke
13.03.2026 - 06:35:04 | dpa.deBei neuen Raketensalven auf Israel wurden in der Nacht etwa 30 Menschen im arabischen Ort Zarzir laut Medien ĂŒberwiegend leicht verletzt. Bei einem Drohnenangriff auf im Irak stationierte französische Truppen wurde ein Soldat getötet. Sechs weitere wurden verletzt, wie das Verteidigungsministerium in Paris mitteilte. Wer hinter dem Angriff steckte, blieb jedoch zunĂ€chst unklar.
Irans Revolutionsgarden: StraĂe von Hormus bleibt geschlossen
Die iranischen Revolutionsgarden halten derweil an ihrer Blockade der StraĂe von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden erklĂ€rte laut der ihr nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen ReligionsfĂŒhrers Modschtaba Chamenei folge. Der Schiffsverkehr durch die fĂŒr den weltweiten Ălexport wichtige StraĂe von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright noch nicht in der Lage, Tanker durch die Meerenge zu eskortieren.
Die Marine werde das relativ bald tun können, sagte Wright dem Sender CNBC. "Wir sind einfach noch nicht bereit." Alle militĂ€rischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven FĂ€higkeiten des Irans zu zerstören. Er halte es fĂŒr wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe eskortieren könne, sagte Wright. US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Sky News, er sei ĂŒberzeugt, dass sie das bald ermöglichen werde - "vielleicht zusammen mit einer internationalen Koalition".
Die Ălpreise sind infolge des Krieges stark gestiegen. Deutschland, die USA und andere Nationen wollen mit Ălreserven in Rekordmenge gegensteuern. Die iranischen Revolutionsgarden warnten derweil vor Angriffen auf Irans Energiesektor und HĂ€fen. Der Iran werde im Fall des geringsten Angriffes die Ăl- und Gasvorkommen der Region in Brand setzen und zerstören, erklĂ€rte die Kommandozentrale der Garden laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim.
Irans Geheimdienst warnt eigene Bevölkerung
Irans Machthaber scheinen derweil auch im eigenen Land weiterhin die Kontrolle zu behalten. Der Geheimdienst der Revolutionsgarden warnte das Volk vor neuen Massendemonstrationen. Der Staatssender Iribnews verbreitete eine ErklĂ€rung, in der Demonstrierenden noch hĂ€rtere SchlĂ€ge angedroht werden als bei den Protesten Ende Dezember und Anfang Januar. Der Geheimdienst der Garden kĂŒndigte an, "VaterlandsverrĂ€ter" rund um die Uhr zu verfolgen.
Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu rĂ€umte am Donnerstag ein, er sei sich nicht sicher, ob das iranische Volk in der Lage sein wĂŒrde, die Islamische Republik zu stĂŒrzen. "Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass das iranische Volk das Regime stĂŒrzen wird", sagte Netanjahu. Israels Angriffe könnten die Bedingungen dafĂŒr schaffen. Dies hĂ€nge jedoch letztlich vom iranischen Volk ab. Sollte der Machtapparat nicht stĂŒrzen, werde er aber viel schwĂ€cher sein.
Netanjahu: Chamenei ist "Marionette der Revolutionsgarden"
Den neuen obersten FĂŒhrer des Irans, Modschtaba Chamenei, bezeichnete Netanjahu als "Marionette der Revolutionsgarden". Der 56-jĂ€hrige ReligionsfĂŒhrer könne "sein Gesicht nicht in der Ăffentlichkeit zeigen." Chamenei junior soll bei einem israelischen Angriff im Iran verletzt worden sein. Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er wĂŒrde "keine Lebensversicherungen" fĂŒr die Feinde Israels abschlieĂen.
Seit seiner Ernennung zum obersten FĂŒhrer im Iran am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei bisher nicht öffentlich gezeigt. In einer ersten Stellungnahme forderte er Rache fĂŒr die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel. Insbesondere fĂŒr die bei einem Luftangriff getöteten SchĂŒlerinnen, hieĂ es in einer ErklĂ€rung des Geistlichen, die im Staatsfernsehen verlesen wurde. Die Revolutionsgarden wollen nach eigenen Angaben ihre Angriffe gegen Ziele der USA und Israels in der Region unterdessen "mit voller Kraft" fortsetzen.
US-MilitÀr verliert Tankflugzeug
Saudi-Arabien wurde in der Nacht erneut Ziel von Angriffen mit Dutzenden Drohnen. Sie seien abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit. Zuvor waren im Oman und in Bahrain Treibstofflager mit Drohnen angegriffen worden. Die US-StreitkrĂ€fte verloren unterdessen nach eigenen Angaben ein Tankflugzeug im Irak. Der Vorfall sei aber weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von VerbĂŒndeten zurĂŒckzufĂŒhren, teilte das US-Kommando Centcom ohne nĂ€here Details mit.
Das US-MilitÀr hat seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben etwa 6.000 Ziele angegriffen. Auch mehr als 90 Schiffe seien beschÀdigt oder zerstört worden, darunter mehr als 30 Minenleger. US-PrÀsident Donald Trump hatte am Mittwoch erneut gesagt, dass der Krieg schon "bald" enden könne. Es gebe "praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte", zitierte ihn das Nachrichtenportal "Axios". Der israelische Armeesprecher Effie Defrin erklÀrte dagegen, dass Israels MilitÀr noch eine umfangreiche Liste an Zielen habe.
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