ROUNDUPSupertaifun, Sinlaku

Touristen sitzen im Westpazifik fest

14.04.2026 - 09:56:28 | dpa.de

AuslĂ€ufer des herannahenden Supertaifuns "Sinlaku" haben auf Inseln im Westpazifik bereits fĂŒr erste SchĂ€den gesorgt.

Die Nördlichen Marianen seien schon vor dem Eintreffen des Tropensturms von einem flÀchendeckenden Stromausfall betroffen, sagte Clement Bermudes vom örtlichen Katastrophenschutz vor Journalisten. Auch haben heftige Winde schon BÀume entwurzelt.

Das abgelegene US-Außengebiet mit etwa 45.000 Einwohnern liegt im westlichen Pazifik nordöstlich der Philippinen und gehört politisch zu den Vereinigten Staaten. Geografisch gehören die Inseln zu Mikronesien.

Trifft das Auge des Sturms die Inseln?

Die Behörden riefen die Bevölkerung nach Angaben der Zeitung "Marianas Variety News" noch einmal eindringlich auf, Schutz zu suchen. Die Zeitung "Washington Post" bezeichnete "Sinlaku" als "UngetĂŒm" und "stĂ€rksten Sturm auf dem Planeten seit Hurrikan Melissa im Oktober Jamaika traf".

Meteorologen des National Weather Service befĂŒrchten, dass das Auge des Sturms direkt auf die Inseln Saipan und Tinian treffen könnte. Der Wirbelsturm bewegte sich nur langsam vorwĂ€rts, wann genau er auf Land treffen wird, war unklar - möglicherweise aber am spĂ€ten Abend (Ortszeit).

Airlines stellen Flugverkehr ein

Derweil sitzen nach Angaben des lokalen Fremdenverkehrsamtes etwa 400 Touristen auf der Inselkette fest. Grund: Alle internationalen Airlines, die die Region anfliegen, haben wegen "Sinlaku" den Flugverkehr eingestellt, darunter United Airlines US9100471096 und Philippine Airlines. Die Inseln Saipan, Tinian und Rota sind vor allem bei Urlaubern aus Asien wegen ihrer traumhaften StrÀnde beliebt.

Die Tourismusbranche - die wichtigste Einnahmequelle - befĂŒrchtet bereits starke Einbußen, wie eine Sprecherin dem australischen Sender ABC sagte. Viele Einwohner erinnerten sich noch gut an den verheerenden Taifun Yutu, der 2018 auf den Nördlichen Marianen gewĂŒtet und schwere Zerstörungen und wirtschaftliche SchĂ€den angerichtet hatte. Die Angst vor Ă€hnlichen Folgen sei groß.

Menschen sollen in den HĂ€usern bleiben

"Es ist furchteinflĂ¶ĂŸend", erzĂ€hlte ein örtlicher Journalist dem Sender Radio New Zealand. Der Wind tobe bereits extrem laut. Die meisten Menschen, die in KĂŒstenregionen lebten, hĂ€tten sich in Evakuierungszentren und Hotels in Sicherheit gebracht. Eine Flucht von den Inseln sei wegen der Lage und der gestrichenen FlĂŒge unmöglich.

Gouverneur David Apatang mahnte: "Das ist kein Sturm, den wir uns leisten können, auf die leichte Schulter zu nehmen." Die Menschen sollten in ihren HĂ€usern oder NotunterkĂŒnften bleiben und unbedingt die Straßen meiden. Der Nationale Wetterdienst forderte die Bevölkerung auf, nicht nach draußen zu gehen, "da umherfliegende TrĂŒmmerteile leicht schwere Verletzungen verursachen können".

Höchste Alarmstufe

Zuletzt sei eine anhaltende WindstĂ€rke von etwa 250 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Meteorologen erwarten, dass der Supertaifun als Sturm der höchsten Kategorien 4 oder 5 ĂŒber das Gebiet ziehen wird.

Bereits am Montag hatten die Behörden die höchste Alarmstufe ausgerufen. Auch das weiter sĂŒdlich gelegene US-Territorium Guam bereitet sich auf mögliche Auswirkungen des Sturms vor.

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