Baugenehmigungen, Krieg

Baugenehmigungen steigen deutlich – doch Krieg bremst Konjunktur

17.04.2026 - 15:00:44 | boerse-global.de

Die Baugenehmigungen fĂĽr Wohnungen legten zu Jahresbeginn deutlich zu, doch der Konflikt im Nahen Osten belastet die Wirtschaftsaussichten und verteuert Baukosten.

Baugenehmigungen steigen deutlich – doch Krieg bremst Konjunktur - Foto: über boerse-global.de

Die Zahl der Baugenehmigungen legte in den ersten beiden Monaten deutlich zu. Gleichzeitig warnen Regierung und Wirtschaft vor den Folgen des Iran-Krieges, der als massiver Wachstumsdämpfer gilt.

Genehmigungen springen um 16 Prozent

Die Baubranche atmet auf: In Januar und Februar 2026 wurden in Deutschland 41.700 Wohnungen zum Bau genehmigt. Das ist ein Plus von 16,2 Prozent gegenĂĽber dem Vorjahreszeitraum. Besonders dynamisch entwickelte sich der Februar mit einem Sprung von 24,1 Prozent auf 22.200 Genehmigungen.

Der Großteil entfiel auf den Neubau, der im Februar sogar um 30,6 Prozent zulegte. Bei Mehrfamilienhäusern gab es ein Plus von 18 Prozent, bei Ein- und Zweifamilienhäusern ebenfalls zweistellige Zuwächse. Branchenvertreter sehen darin einen Aufwärtstrend, mahnen aber: Für eine echte Entspannung am Markt wären monatlich 30.000 Genehmigungen nötig.

Preise stabilisieren sich auf hohem Niveau

Parallel zur Belebung der Bautätigkeit zeigen sich die Immobilienpreise robust. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Preise für Neubauwohnungen im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt bei 5.175 Euro.

Die regionalen Unterschiede bleiben enorm. München ist mit 9.070 Euro pro Quadratmeter im Bestand weiter die teuerste Stadt, gefolgt von Hamburg (6.394 Euro) und Frankfurt (6.293 Euro). In Potsdam gab es den stärksten Preisanstieg unter den Großstädten – satte 14,3 Prozent. Experten werten die Entwicklung als Ende der Preisrückgänge, getrieben von leicht gesunkenen Zinsen und steuerlichen Anreizen wie der degressiven Abschreibung.

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Iran-Krieg als massive Wachstumsbremse

Doch die positive Stimmung trübt sich schnell. Der Iran-Krieg wirkt als massiver Dämpfer auf die deutsche Konjunktur. Bundesfinanzminister Klingbeil bezeichnete den Konflikt Mitte April als großes Problem für das Wachstum. Die Bundesregierung senkte ihre Prognose für 2026 von 1,0 auf nur noch 0,5 Prozent.

Für die Bauindustrie sind die explodierenden Energie- und Treibstoffkosten ein Alptraum. Sie verteuern Transport und Materialien erheblich. Die Sperrung der Straße von Hormus bringt zudem Lieferketten ins Wanken. In einer Umfrage sahen 62 Prozent der Befragten diese geopolitischen Risiken als Hauptgrund für die Konjunkturschwäche.

Fragiler Aufschwung trotz Rekordknappheit

Die Diskrepanz ist groß: Während die Genehmigungszahlen steigen, sinkt die Stimmung in der Branche. Der Ifo-Index für das Geschäftsklima im Wohnungsbau verschlechterte sich im März. Eine Genehmigung ist heute kein Garant mehr für den tatsächlichen Baubeginn. Viele Kalkulationen werden durch die unsichere Lage kurzfristig hinfällig.

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Experten betonen, dass die aktuelle Erholung auf Trends vom Ende 2025 zurückgeht – also vor der Eskalation im Nahen Osten. Der primäre Treiber bleibt die enorme Wohnungsknappheit in den Ballungszentren. Doch ob die „Bau-Turbo“-Erleichterungen und steuerlichen Anreize gegen die Kostenspirale ankommen, ist fraglich.

Wohin steuert der Markt?

Die weitere Entwicklung bleibt volatil. Die Bundesregierung will Ende April ihre angepassten Prognosen vorlegen, die Inflationserwartung fĂĽr 2026 wurde bereits auf 2,7 Prozent angehoben.

Die Bauverbände fordern nun eine „Fast Lane“ für den Wohnungsbau und die zügige Einführung kostengünstigerer Gebäudetypen. Ob die monatlichen Genehmigungen die magische Grenze von 30.000 erreichen, hängt maßgeblich von der Entwicklung im Nahen Osten ab. Können diplomatische Lösungen die Energiepreise stabilisieren? Experten prognostizieren, dass die Immobilienpreise trotz aller Widrigkeiten in etwa zwei Jahren neue Höchststände erreichen könnten – einfach, weil das Angebot der Nachfrage weiter hinterherhinkt.

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