BayWa, Aktie

BayWa Aktie: Doppelrolle wird teuer

15.04.2026 - 23:59:19 | boerse-global.de

Die grĂ¶ĂŸten AktionĂ€re und Kreditgeber der BayWa sehen sich mit wachsenden Abschreibungen und einer FinanzierungslĂŒcke von 2,7 Milliarden Euro konfrontiert. Die VerlĂ€ngerung einer Stillhaltevereinbarung ist entscheidend.

BayWa Aktie: Doppelrolle wird teuer - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die bayerischen Genossenschaftsbanken stecken tief in der Klemme. Als grĂ¶ĂŸte AktionĂ€re und gleichzeitig wichtigste Kreditgeber von BayWa tragen sie das Sanierungsrisiko auf beiden Seiten der Bilanz — und die Belastungen wachsen.

132 Millionen Euro erst der Anfang

Bereits im Jahresabschluss 2024 schrieben die Institute 60 Prozent eines Schuldscheindarlehens ĂŒber 220 Millionen Euro ab. Das entspricht 132 Millionen Euro. Auf der Jahrespressekonferenz des Genossenschaftsverbands Bayern rĂ€umte PrĂ€sident Stefan MĂŒller ein, dass den PrimĂ€rbanken weitere Wertberichtigungen empfohlen worden seien. Im schlimmsten Fall droht eine nahezu vollstĂ€ndige Abschreibung des Schuldscheins.

Die Zahlen dahinter sind beachtlich: Rund 550 Millionen Euro haben die genossenschaftlichen EigentĂŒmer in den vergangenen zwei Jahren ĂŒber Kapitalerhöhungen und Darlehen bereitgestellt. Trotzdem klafft von BayWas Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro noch eine LĂŒcke von 2,7 Milliarden Euro.

Ende April: LiquiditÀtstest

Bis zum 30. April fließen aus dem Cefetra-Verkauf noch 45 Millionen Euro, ergĂ€nzt durch rund 62 Millionen Euro aus der RĂŒckzahlung von Gesellschafterdarlehen. PĂŒnktliche Zahlung stĂ€rkt die Verhandlungsposition gegenĂŒber den GlĂ€ubigern — mehr aber auch nicht.

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Das eigentliche Schicksal des Sanierungsplans entscheiden DZ Bank und HVB. VerlĂ€ngern sie die Stillhaltevereinbarung nicht bis Herbst 2026, verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Plan seine rechtliche Grundlage. Parallel lĂ€uft der Verkauf der neuseelĂ€ndischen Obsthandelstochter T&G Global ĂŒber Goldman Sachs. Die erwarteten Erlöse von rund 300 Millionen Euro fĂŒllen die FinanzierungslĂŒcke kaum spĂŒrbar.

Anleger im Informationsvakuum

Erschwerend kommt hinzu: Der Konzernabschluss 2025 erscheint wegen ausstehender Neubewertungen erst im vierten Quartal 2026. PwC gibt das PrĂŒfmandat ab 2026 ab und testiert letztmalig das laufende GeschĂ€ftsjahr. Anleger navigieren damit monatelang ohne testierte Zahlen.

Der Kurs spiegelt die Lage deutlich wider. Mit 13,40 Euro notiert die Aktie rund 38 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 21,50 Euro — und hat seit Jahresbeginn bereits ein FĂŒnftel ihres Werts verloren.

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Die Genossenschaftsbanken betonen ihre eigene StabilitĂ€t. Ein Ergebnis vor Steuern von 1,8 Milliarden Euro und eine Bilanzsumme von 216 Milliarden Euro geben ihnen Puffer. Ob sie diesen Puffer einsetzen — und die Stillhaltevereinbarung verlĂ€ngern — entscheidet sich in den kommenden Wochen.

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