Lufthansa einigt sich mit Bodenpersonal - Streiks abgewendet
27.03.2026 - 14:24:05 | dpa.deDas Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi einigten sich auf einen neuen Tarifabschluss fĂŒr die rund 20.000 BodenbeschĂ€ftigten. Danach erhalten die Mitarbeiter Gehaltssteigerungen von insgesamt rund 4,6 Prozent in zwei Stufen, wie beide Seiten mitteilten.
So bekommen die BeschĂ€ftigten von Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo rĂŒckwirkend zum 1. Januar 2,2 Prozent mehr Geld, vom 1. MĂ€rz 2027 an folgt eine weitere Erhöhung um 2,4 Prozent. Bei den BodenbeschĂ€ftigten der Lufthansa AG greift die erste Stufe ein Jahr spĂ€ter wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage. Die Laufzeit des Tarifvertrags betrĂ€gt 26 Monate bis Ende Februar 2028.
Michael Niggemann, Vorstand Personal und Recht der Lufthansa, sagte, die lange Laufzeit garantiere VerlĂ€sslichkeit. Der Abschluss setze in Zeiten geopolitischer Krisen ein klares Zeichen. Ăhnlich Ă€uĂerte sich Verdi. "Dieses Tarifergebnis schafft Sicherheit in unsicheren Zeiten", sagte VerhandlungsfĂŒhrer Marvin Reschinsky. "Die BeschĂ€ftigten haben kĂŒnftig im Durchschnitt gut 220 Euro monatlich mehr in der Tasche."
Der Tarifabschluss sieht zudem drei zusĂ€tzliche freie Tage fĂŒr Verdi-Mitglieder wĂ€hrend der Laufzeit vor, eine finanzielle Aufwertung fĂŒr technische Berufe und eine Anhebung der AusbildungsvergĂŒtung um 100 Euro. Die Gewerkschaft konnte zudem einen achtjĂ€hrigen Schutz des Lufthansa-Personals aus der Passagier- und Flugzeugabfertigung vor einer Ausgliederung in Firmen erreichen, die niedrigere GehĂ€lter zahlen.
Streiks am Boden abgewendet - aber nicht in der Luft
Verdi war mit einer Forderung nach 6,0 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungen gegangen. Mindestens sollte es 250 Euro im Monat mehr geben. Dem neuen Tarifvertrag mĂŒssen die Gewerkschaftsmitglieder noch in einer Befragung zustimmen.
Die von Verdi vertretenen Berufsgruppen etwa in der Technik, am Check-in oder in der Kundenbetreuung sind wie das fliegende Personal im Konfliktfall in der Lage, den Flugbetrieb lahmzulegen. Verdi hatte bereits die Streikbereitschaft abgefragt und hohe Zustimmung gefunden. 2024 brachte erst eine Schlichtung die Lösung.
Urabstimmung bei Flugbegleitern
Streiks im Lufthansa-Konzern sind mit der Einigung fĂŒr das Bodenpersonal aber nicht vom Tisch. So ist der Streit mit den Piloten um die Betriebsrenten noch nicht beigelegt. Erst vor wenigen Wochen waren wegen eines Ausstands der Piloten Hunderte FlĂŒge ausgefallen, die ReiseplĂ€ne Zehntausender Passagiere wurden durchkreuzt.
Konkrete Streikdrohungen gab es nach zwei Streikwellen zuletzt nicht mehr. JĂŒngst kam mit einem GesprĂ€chsangebot der Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) Bewegung in den Tarifkonflikt.
Allerdings hat die Gewerkschaft Ufo die KabinenbeschĂ€ftigten bei der Kerngesellschaft Lufthansa und Regionaltochter Cityline zu einer Urabstimmung ĂŒber Streiks aufgerufen. Die Frist lĂ€uft an diesem Freitag aus.
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