Regierungsberater, Rentenalter

Regierungsberater fordern höheres Rentenalter

09.09.2025 - 15:06:14 | dpa.de

Berater von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fordern eine zĂŒgige Anhebung des Rentenalters in Deutschland.

"Eine weitere Anhebung des Rentenalters mĂŒsste jetzt auf den Weg gebracht werden", heißt es in einem neuen Impulspapier des Beraterkreises fĂŒr evidenzbasierte Wirtschaftspolitik. Reiche hatte den Kreis als UnterstĂŒtzung fĂŒr "entschlossene Reformen im Geiste der Sozialen Marktwirtschaft" berufen, wie sie erst vergangene Woche mitgeteilt hatte.

Die Berater, unter ihnen "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm, warnen vor den Folgen der Alterung der Gesellschaft: "Ohne eine entschlossene Reformagenda droht die Rentenversicherung zu einer zunehmenden Belastung des Bundeshaushalts zu werden - und zur tickenden Zeitbombe fĂŒr die Generationengerechtigkeit." Vor dem Hintergrund bisheriger PlĂ€ne, das Rentenniveau bei 48 Prozent zu halten, warnen sie vor einem massiven Anstieg der Kosten. Mehr als 90 Milliarden Euro mĂŒssten zusĂ€tzlich aus dem Bundeshaushalt kommen.

Aufteilung lÀngerer Lebenszeit?

"Die steigende Lebenserwartung bedeutet, dass ohne eine Anpassung des Renteneintrittsalters nicht nur die Rentenbezugsdauer immer mehr zunimmt, sondern auch die Jahre als Rentner bei guter Gesundheit", so die Ökonomen. "Deshalb sollte das Renteneintrittsalter angepasst werden." Konkret schlagen sie vor, dass kĂŒnftig zwei Drittel der gewonnenen Lebenszeit auf die Erwerbsphase entfallen, ein Drittel auf den Ruhestand.

"Ausgehend von den mittleren Annahmen des Statistischen Bundesamtes wĂŒrde das bedeuten: Ab 2031 - wenn die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre abgeschlossen ist - mĂŒsste das Rentenalter etwa alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen", schreiben sie. Die Grenze von 69 Jahren wĂ€re demnach "erst Anfang der 2070er Jahre" erreicht.

Berater werfen Regierung Verzögerung vor

Die Wirtschaftsexpertinnen und -experten plĂ€dieren fĂŒr eine automatische Kopplung des Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung als "die konsequenteste Lösung". Dabei fordern sie Tempo: "Eine weitere Anhebung des Rentenalters mĂŒsste jetzt auf den Weg gebracht werden." Wenn die Politik damit bis zur nĂ€chsten Legislaturperiode warte, bleibe kaum Zeit fĂŒr eine faire und rechtzeitige Umsetzung. "Die derzeitige Verzögerungstaktik lĂ€sst das Zeitfenster fĂŒr eine sozialvertrĂ€gliche Anpassung zunehmend kleiner werden."

Verzicht auf MĂŒtterrente

Auch andere "gezielte Anpassungen" seien nötig, um die ZuschĂŒsse zur Rente einzudĂ€mmen. Die Berater plĂ€dieren fĂŒr einen Verzicht auf eine Ausweitung der MĂŒtterrente und eine Abschaffung der Rente ab 63. Daneben plĂ€dieren die Wirtschaftsberaterinnen und -berater fĂŒr weitere einschneidende Reformschritte, etwa eine kĂŒnftige Anpassung der Bestandsrenten an die Preisentwicklung statt an die Löhne.

Reiche dankte den Beraterinnen und Beratern: "Die Experten weisen zu Recht darauf hin, dass wir angesichts einer höheren Lebenserwartung lĂ€nger arbeiten mĂŒssen." In der Koalition lehnt die SPD eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ab.

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