DHL blickt wegen geopolitischer Unsicherheit zurĂŒckhaltend auf 2026
05.03.2026 - 10:16:57 | dpa.de(neu: Kursreaktion, Analystenstimmen, Kosteneinsparungen ergÀnzt)
BONN (dpa-AFX) - Die DHL Group DE0005552004 muss auch im laufenden Jahr auf eine Erholung der Weltwirtschaft hoffen. Es gebe vor allem in der Geopolitik sehr viele Variablen und Unsicherheiten, sagte Konzernchef Tobias Meyer am Donnerstag laut Mitteilung. In der Prognose sei keine Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds einkalkuliert. Unter dieser Voraussetzung erwarten die Bonner vor Zinsen und Steuern (Ebit) ĂŒber 6,2 Milliarden Euro und damit im schlechtesten Fall nur ein kleines Plus im Vergleich zu 2025. Die vom Unternehmen befragten Analysten hatten hingegen im Schnitt mit knapp 6,4 Milliarden gerechnet. Das kam an der Börse nicht gut an.
Die im Dax DE0008469008 notierte Aktie verlor kurz nach Handelsbeginn ĂŒber 5 Prozent und fiel auf das tiefste Niveau seit Dezember. Zuletzt notierte sie mit 46,75 Euro noch knapp drei Prozent im Minus. DHL sei beim Ausblick nicht so aggressiv gewesen wie erhofft, notierte Jefferies-Experte Michael Aspinall.
Positiv wurde in Analystenstudien angemerkt, dass 2025 mit 600 Millionen Euro mehr Kosten eingespart wurden, als in Aussicht gestellt war. Dies bedeute aber auch, dass fĂŒr 2026 weniger Potenzial bleibe, merkte Barclays-Experte Marco Limite an.
"Insgesamt sehe ich uns fĂŒr 2026 sehr gut aufgestellt", sagte Meyer, dessen Vertrag die DHL am Vortag bis MĂ€rz 2031 verlĂ€ngert hatte. Der Manager war im Mai 2023 an die Konzernspitze gerĂŒckt.
Im vergangenen Jahr stieg der operative Gewinn um 3,7 Prozent auf gut 6,1 Milliarden Euro und fiel damit leicht besser aus als von Experten erwartet. Dabei ĂŒberraschte das lukrative Express-GeschĂ€ft mit zeitkritischen Sendungen positiv, wĂ€hrend die See- und Luftfracht enttĂ€uschte. Hier bekam die DHL die niedrigen Preise fĂŒr Frachttransporte zu spĂŒren, sowie bei den ĂŒber Land transportierten Containern die schwache Konjunktur.
Meyer verwies darauf, dass der GeschÀftsbereich heute "deutlich profitabler" sei als vor der Pandemie und das GeschÀftsmodell durch den geringen Kapitaleinsatz sehr attraktiv. Es sei hart daran gearbeitet worden, die Strukturen zu verbessern. "Jetzt liegt der Fokus darauf, Marktanteile zu gewinnen und die FÀhigkeiten auch in Spezialsegmenten weiter zu verbessern", sagte Meyer. "Das bringt dann auch die Wende beim Ergebniswachstum."
Auch die Ergebnisse im deutschen Brief- und PaketgeschÀft verfehlten leicht die Erwartungen. Im internationalen PaketgeschÀft lagen sie derweil ebenso im Rahmen wie bei der Lieferkettenlogistik, in der die DHL ihren Kunden verschiedene Dienstleistungen anbietet, etwa den Betrieb von Lagern und die Abwicklung von Versandretouren.
Der an der Börse viel beachtete freie Barmittelzufluss fiel 2025 mit 3,2 Milliarden Euro ebenfalls höher aus als geschĂ€tzt. FĂŒr 2026 hatten Analysten hingegen mehr auf dem Zettel, als die vom DHL-Management erwarteten rund drei Milliarden Euro.
Unterm Strich entfielen auf die AktionĂ€re 2025 mit 3,5 Milliarden Euro gut fĂŒnf Prozent mehr Gewinn als ein Jahr zuvor. Die Dividende soll um fĂŒnf Cent auf 1,90 Euro je Aktie steigen.
Die Bonner hĂ€tten das Jahr 2025 im schwierigen Umfeld solide abgeschlossen, schrieb JPMorgan-Expertin Alexia Dogani. Der starke Free Cashflow zeuge von geeigneten MaĂnahmen zur Kostenkontrolle.
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