Lula droht mit RĂŒckzug aus Mercosur-Abkommen mit EU
17.12.2025 - 21:05:37 | dpa.deSollte das seit 1999 verhandelte Freihandelsabkommen nicht rechtzeitig vor der geplanten Unterzeichnung am Samstag von den EU-LĂ€ndern gebilligt werden, werde Brasilien es nicht mehr unterstĂŒtzen, sagte der linke Staatschef der gröĂten Volkswirtschaft Lateinamerikas.
"Ich habe sie bereits gewarnt: Wenn wir es jetzt nicht tun, wird Brasilien keinen Deal mehr machen, solange ich PrÀsident bin", sagte Lula auf einem Regierungstreffen, wie im Fernsehen zu sehen war. Brasilien habe 26 Jahre auf das Abkommen gewartet.
Das Abkommen soll den Handel zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay ankurbeln. Die französische Regierung hatte zuletzt jedoch abermals Nachbesserungen und eine Verschiebung gefordert, weil es unlautere Konkurrenz fĂŒr seine Landwirte befĂŒrchtet.
Lula: Das Abkommen ist fĂŒr die EU gĂŒnstiger als fĂŒr den Mercosur
Der Vertrag soll am Samstag auf dem Gipfeltreffen der Mercosur-Staaten in der brasilianischen Stadt Foz do Iguaçu unterzeichnet werden. "Es ist schwierig, weil Italien und Frankreich aufgrund interner politischer Probleme nicht zustimmen wollen", sagte Lula. Auf europĂ€ischer Seite gibt es auch Widerstand in LĂ€ndern wie Polen und Ăsterreich.
Lula sagte, er werde nach Foz do Iguaçu in der Hoffnung fahren, dass das Abkommen in BrĂŒssel zuvor genehmigt wird. Sollte dies nicht gelingen, werde er fortan hart bleiben. Die Mercosur-Staaten hĂ€tten bei den Verhandlungen alles akzeptiert, was diplomatisch möglich gewesen sei. FĂŒr die EU-Staaten sei der Vertrag viel gĂŒnstiger als fĂŒr den sĂŒdamerikanischen Staatenbund. Man habe ein Zeichen fĂŒr den Multilateralismus setzen wollen.
Die EU-Kommission und die sĂŒdamerikanischen Mercosur-Staaten hatten vor einem Jahr die Verhandlungen ĂŒber die Freihandelszone abgeschlossen. Das Abkommen wĂŒrde eine der weltweit gröĂten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern schaffen.
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