Gesundheitsministerin Warken kritisiert Krankenkassen
22.12.2025 - 12:01:17 | dpa.de"Wenn die Kassen sagen, dass nur die anderen schuld seien, machen sie es sich zu einfach", sagte die Ministerin der "SĂŒddeutschen Zeitung" (SZ). "Jeder hat Verantwortung, auch die Kassen."
Sie habe die FinanzlĂŒcke geschlossen, sagte Warken. Nun zeige sich im Wettbewerb der Krankenkassen, wie sie jeweils damit umgingen. "Ich habe als Gesundheitsministerin den kassenindividuellen Zusatzbeitrag nicht in der Hand. Wir können die KrankenkassenbeitrĂ€ge nicht so passgenau steuern wie die BeitrĂ€ge in den anderen Sozialversicherungen."
GroĂe Krankenkassen wie die Techniker Krankenkasse (TK; 12,3 Millionen Versicherte) und die DAK-Gesundheit (5,4 Millionen Versicherte) gaben am Freitag bekannt, ihre BeitrĂ€ge zum Jahreswechsel zu erhöhen.
Krankenkassen: Sparpaket zu klein
Die Bundesregierung hatte mehrfach versprochen, die BeitrÀge stabil halten zu wollen. Doch hieà es von den Krankenkassen, das Sparpaket, das am Freitag den Bundesrat passiert hatte, sei zu klein.
Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, nennt das Sparpaket eine "Schönheitsoperation in letzter Minute": "Es lindert den Druck kurzfristig, löst aber keine der grundlegenden Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung. Versicherte und BeschĂ€ftigte dĂŒrfen nicht weiter fĂŒr politische VersĂ€umnisse zahlen."
Das Sparpaket von Warken sieht Ausgabenbremsen vor allem bei den Kliniken vor und sollte den Druck fĂŒr erneute Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge zum 1. Januar 2026 vermindern.
Das Ministerium hatte den durchschnittlichen Zusatzbeitrag als Orientierungsmarke fĂŒr Entscheidungen der Kassen fĂŒr 2026 auf dem aktuellen Niveau von 2,9 Prozent festgelegt. Die TK erhöht nun von 2,45 Prozent auf 2,69 Prozent, die DAK von 2,8 Prozent auf 3,2 Prozent.
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