Cyberangriffe, Banken

Cyberangriffe auf Banken und FinanzÀmter: Deutschland im Visier

01.04.2026 - 05:09:44 | boerse-global.de

Eine professionelle Phishing-Kampagne nutzt Steuerzeit und KI, um Kunden deutscher Banken und Steuerzahler zu tÀuschen. Experten warnen vor neuen Methoden wie QR-Code- und Voice-Phishing.

Cyberangriffe auf Banken und FinanzĂ€mter: Deutschland im Visier - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Deutschland erlebt eine der professionellsten Phishing-Wellen des Jahres. Kriminelle nutzen die SteuererklĂ€rungssaison fĂŒr perfide Angriffe auf Commerzbank-Kunden, Volksbanken und das ELSTER-Portal.

Innerhalb von 72 Stunden haben VerbraucherschĂŒtzer und das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ihre Warnstufen fĂŒr Online-Banking und Behördenkommunikation drastisch erhöht. Die Angreifer imitieren Banken und FinanzĂ€mter mit tĂ€uschend echten Nachrichten. Ihr Ziel: Zugangsdaten abgreifen und Konten plĂŒndern. Betroffen sind aktuell vor allem Kunden der Commerzbank, der Volksbanken Raiffeisenbanken sowie Nutzer des staatlichen Steuerportals ELSTER.

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Commerzbank und Volksbanken: So locken die BetrĂŒger

Die Attacken auf die Bankkunden zeichnen sich durch technische Finesse und psychologischen Druck aus. Seit Ende MÀrz hÀufen sich die FÀlle.

Bei der Commerzbank erhalten Kunden gefĂ€lschte E-Mails. Diese behaupten, die photoTAN-App der Bank laufe bald ab. Ein eingebetteter Link soll angeblich die Sicherheit des Kontos gewĂ€hrleisten. Betreffzeilen wie „Konto-BestĂ€tigung steht noch aus“ und extrem kurze Fristsetzungen sollen die EmpfĂ€nger zu unĂŒberlegtem Handeln drĂ€ngen.

Parallel lĂ€uft eine großflĂ€chige Kampagne gegen Kunden der Volksbanken Raiffeisenbanken. Hier dient ein angebliches Pflichtupdate fĂŒr das Sicherheitsverfahren VR SecureGo als Köder. Die TĂ€ter verwenden Fachbegriffe wie „PSD3“ oder „SCA+“, um den Anschein einer EU-Regulierung zu erwecken. Wer nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden reagiert, dem wird eine Kontosperrung angedroht.

Besonders perfide: eine hybride Angriffsmethode. Nachdem Opfer ihre Daten auf einer Fake-Website eingegeben haben, ruft ein angeblicher Bankmitarbeiter an. Mit den gestohlenen Informationen baut er Vertrauen auf. Schließlich ĂŒberredet er das Opfer, per Push-TAN eine Überweisung freizugeben – angeblich, um „verdĂ€chtige Abbuchungen zu stoppen“. In Wahrheit leitet der Kunde damit sein eigenes Geld auf Konten der Kriminellen um.

ELSTER-Phishing: Steuererstattung als Köder

Neben Banken steht die staatliche Steuerverwaltung im Fokus. Zur Hauptsaison der SteuererklĂ€rungen nutzen BetrĂŒger die Verunsicherung der BĂŒrger.

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Aktuell kursieren gefĂ€lschte ELSTER-E-Mails. Sie suggerieren eine anstehende Steuererstattung oder fordern die Zahlung eines VerspĂ€tungszuschlags. Ein alarmierender Trend ist der Missbrauch der EU-Richtlinie DAC8. In den Schreiben wird behauptet, neue Transparenzregeln fĂŒr Kryptowerte erforderten eine sofortige Verifizierung der Kontodaten. Bei Nichtreaktion innerhalb weniger Tage drohen angeblich Bußgelder oder strafrechtliche Konsequenzen.

Die Finanzverwaltung stellt klar: Sie fordert niemals PINs, Passwörter oder vollstĂ€ndige Kontoverbindungen per E-Mail an. Auch Steuerbescheide werden nicht als direkter E-Mail-Anhang verschickt. Die offizielle Kommunikation lĂ€uft ausschließlich ĂŒber das geschĂŒtzte Postfach im ELSTER-Account.

ZusĂ€tzlich tauchen perfekt nachgebaute ELSTER-Webseiten auf. Sicherheitsbehörden warnen davor, blind auf Suchmaschinen zu vertrauen. BetrĂŒger schalten Anzeigen, um ihre Fake-Seiten in den Top-Ergebnissen zu platzieren. Nutzer sollten die URL stets manuell eingeben und auf das korrekte Sicherheitszertifikat achten.

KI, QR-Codes und Voice-Phishing: Die neuen Werkzeuge

Die QualitĂ€t der Angriffe ist beispiellos. Verantwortlich ist der Einsatz kĂŒnstlicher Intelligenz (KI). Generative KI-Tools erstellen fehlerfreie, stilistisch perfekte Nachrichten auf Deutsch. Durch Daten aus frĂŒheren Leaks personalisieren die TĂ€ter ihre Mails mit korrekten Namen und Bankfilialen.

Drei neue Methoden machen die Angriffe besonders gefÀhrlich:

  1. Quishing (QR-Code-Phishing): GefĂ€lschte Briefe oder E-Mails enthalten QR-Codes fĂŒr angebliche Systemupdates. Das Scannen fĂŒhrt auf mobile Fake-Seiten, die Login-Daten abgreifen. Da QR-Codes nicht lesbar sind, ist die Hemmschwelle zum Scannen oft niedrig.
  2. KI-gestĂŒtztes Vishing (Voice-Phishing): KI-generierte Stimmen imitieren Bankberater oder Behördenvertreter tĂ€uschend echt. In Kombination mit „Call-ID Spoofing“ – die echte Banknummer erscheint beim Opfer – entsteht eine perfekte TĂ€uschung.
  3. Hybride Angriffe: Die Kombination aus E-Mail, Fake-Website und Telefonanruf ĂŒberwĂ€ltigt die kritische Distanz der Opfer.

Sicherheitsbehörden betonen: Weder Banken noch FinanzÀmter fordern jemals TANs oder Passwörter telefonisch an. Selbst in angeblichen NotfÀllen gilt diese Regel.

Was Betroffene tun mĂŒssen – und was die Banken zahlen

Bei einem Verdacht ist Vorsicht oberstes Gebot. Experten raten:
* Niemals auf Links in unaufgeforderten E-Mails oder SMS klicken.
* Stets die offizielle App nutzen oder die Webadresse manuell eingeben.
* Auf unpersönliche Anreden („Sehr geehrter Kunde“) und Drohungen mit Kontosperrung achten.

Ist der Schaden bereits eingetreten, muss schnell gehandelt werden:
1. Sofort die Bank kontaktieren, um den Online-Zugang und alle Karten sperren zu lassen.
2. Über den zentralen Sperr-Notruf 116 116 eine allgemeine Sperrung veranlassen.
3. Anzeige bei der Polizei erstatten – wichtig fĂŒr Strafverfolgung und Schadensregulierung.

Rechtlich haben Opfer in Deutschland gute Karten. GemĂ€ĂŸ § 675u BGB muss die Bank unautorisierte Zahlungen grundsĂ€tzlich erstatten. Die Beweislast fĂŒr eine grobe FahrlĂ€ssigkeit des Kunden liegt beim Institut. Aktuelle Urteile aus 2025 und 2026 zeigen: Die HĂŒrden hierfĂŒr sind hoch, besonders wenn die Betrugsmasche kaum zu erkennen war. Allerdings prĂŒfen Gerichte zunehmend, ob Banken moderne Sicherheitsmechanismen wie Verhaltensanalysen einsetzen, um verdĂ€chtige Transaktionen zu blockieren.

Passkeys statt Passwörter: Die Zukunft der Sicherheit

Die aktuelle Welle zeigt: Passwörter und TANs allein reichen nicht mehr. Die Zukunft gehört passwortlosen Verfahren.

Branchenexperten setzen auf Passkeys. Diese auf biometrischen Merkmalen basierenden SchlĂŒssel sind gegen klassisches Phishing immun. Auch die geplante EU-Digital-Identity-Wallet (EUDI) soll helfen. Sie könnte die Kommunikation mit Behörden sicherer machen und Absender zweifelsfrei verifizieren.

Bis diese Technologien flĂ€chendeckend kommen, bleibt die Wachsamkeit der Nutzer entscheidend. BankenverbĂ€nde und Behörden planen fĂŒr das laufende Quartal verstĂ€rkte AufklĂ€rungskampagnen. Klar ist: Die Angriffe werden hĂ€ufiger und gezielter. Die FĂ€higkeit, echte Information von professioneller FĂ€lschung zu unterscheiden, wird zur digitalen Grundkompetenz jedes BĂŒrgers.

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