Niedersachsens, Umweltminister

Niedersachsens Umweltminister: Gasförderung-Abkommen widerspricht Klimazielen

17.12.2025 - 06:30:08 | dpa.de

Das geplante, deutsch-niederlĂ€ndische Abkommen fĂŒr eine grenzĂŒberschreitende Erdgasförderung in der Nordsee widerspricht nach Ansicht von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer Klimazielen.

Außerdem treffe es auf "erhebliche verfassungs- und völkerrechtliche Bedenken", sagte der GrĂŒnen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Meyer folgt damit einer EinschĂ€tzung seiner LĂ€nderamtskollegen des Umweltausschusses im Bundesrat, die einen Gesetzentwurf fĂŒr das völkerrechtliche Abkommen in einem Antrag kĂŒrzlich mehrheitlich ablehnten.

Was der Umweltminister kritisiert

Das Abkommen mit den Niederlanden erlaube "eine unbegrenzte Zahl an fossilen Gas- und Ölförderungen" im gemeinsamen Grenzgebiet am Rande des Weltnaturerbes Wattenmeer, sagt Meyer. "Aus Sicht des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes sowie des Vorantreibens der Energiewende halte ich neue Gas- und Ölförderungen - zumal in einem so sensiblen Meeresgebiet - fĂŒr nicht nur nicht notwendig, sondern schĂ€dlich."

Meyer verweist zudem darauf, dass die Bundesregierung die Gasmangellage fĂŒr beendet erklĂ€rt habe. Der Gasverbrauch sinke durch die Energiewende und den Ausbau erneuerbarer Energien. "Jetzt zeitlich unbegrenzt und ohne RĂŒcksicht auf die Umwelt neue Gasvorkommen in der Nordsee erschließen zu wollen, passt mit den niedersĂ€chsischen Klimazielen nicht zusammen", sagt Meyer.

Bereits im September war ein von Greenpeace beauftragtes Rechtsgutachten der RechtsanwĂ€ltin Roda Verheyen zu dem Schluss gekommen, dass das Abkommen gegen Völkerrecht und das Grundgesetz verstĂ¶ĂŸt, da es mit dem Klimaschutzabkommen von Paris nicht vereinbar sei.

Abkommen wird Thema im Bundesrat

Das Abkommen mit den Niederlanden bildet einen nötigen Rechtsrahmen fĂŒr die grenzĂŒberschreitende Erdgasförderung in der Nordsee. Der Vertrag ist schon von beiden LĂ€ndern unterzeichnet, noch fehlt aber die Zustimmung auf deutscher Seite von Bundestag und Bundesrat - dazu ist ein sogenanntes Vertragsgesetz nötig, das am Freitag Thema im Bundesrat sein wird. Ob der Bundesrat der Position seines Umweltausschusses folgt, ist offen.

Niedersachsens Landesregierung ist bei der umstrittenen Gasförderung in der Nordsee uneins. Die Staatskanzlei von MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD) erklĂ€rte zuletzt, das Fördervorhaben vor Borkum sei intensiv auf mögliche Umweltauswirkungen geprĂŒft und dann genehmigt worden. Das sei eine Sach- und Fachentscheidung, die nicht zu beanstanden sei.

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