Heidelberger Druck bekommt weniger AuftrÀge - Aktie sackt ab
12.11.2025 - 10:05:21 | dpa.deIm zweiten Quartal des GeschĂ€ftsjahres 2025/26 holte das Unternehmen auch wegen der Zollpolitik der USA weniger AuftrĂ€ge herein als ein Jahr zuvor, und der Umsatz stieg nur noch leicht. Zugleich machte sich das laufende Sparprogramm positiv bemerkbar. Vorstandschef JĂŒrgen Otto sieht den Druckmaschinen-Hersteller jedenfalls auf Kurs zu seinen Jahreszielen, wie der Konzern am Mittwoch in Heidelberg mitteilte.
An der Börse wurden die Neuigkeiten nach einem kurzen Sprung nach oben mit Kursverlusten quittiert: Nach etwa einer Handelsstunde lag die Heidelberger-Druck-Aktie rund zweieinhalb Prozent im Minus und war damit einer der gröĂten Verlierer im Nebenwerteindex SDax DE0009653386.
"Der Verpackungs- und Etikettendruck ist der Motor unseres KerngeschĂ€fts", sagte Technik- und Vertriebsvorstand David Schmedding. Auf der Messe "Labelexpo" in Barcelona habe das Unternehmen zahlreiche VertragsabschlĂŒsse erzielt.
Vorstandschef Otto berichtete jedoch von einem "sehr anspruchsvollen Marktumfeld". So hÀtten Kunden wegen der Unsicherheit um die US-Zollpolitik teilweise AuftrÀge auf spÀter verschoben.
So holte das Unternehmen im Sommerquartal nur Bestellungen ĂŒber 551 Millionen Euro herein und damit 20 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand schrumpfte zum Quartalsende auf 809 Millionen Euro. Der Umsatz wuchs im Jahresvergleich nur noch um rund ein Prozent auf 519 Millionen Euro. Im ersten GeschĂ€ftsquartal hatte er noch um rund 16 Prozent zugelegt.
Andererseits wirkten sich die Kostensenkungen durch das sogenannte Zukunftsprogramm positiv auf die Gewinnentwicklung aus: Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wuchs im zweiten GeschĂ€ftsquartal um siebeneinhalb Prozent auf 43 Millionen Euro, und unter dem Strich blieb mit 11 Millionen Euro rund anderthalbmal so viel Gewinn ĂŒbrig wie im Vorjahreszeitraum.
FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr bis Ende MĂ€rz 2026 rechnet Vorstandschef Otto weiterhin mit einem Umsatzanstieg auf rund 2,35 Milliarden Euro. Dabei sollen bis zu acht Prozent des Erlöses als Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten ĂŒbrig bleiben. Im abgelaufenen Quartal lag diese Marge sogar bei 8,2 Prozent.
Unterdessen wagt Heidelberger Druck erstmals einen Schritt in das GeschĂ€ft mit der RĂŒstung. Dazu schloss der Druckmaschinen-Hersteller eine AbsichtserklĂ€rung ĂŒber eine System-Partnerschaft mit dem norddeutschen Unternehmen Vincorion, das Technik fĂŒr die Luftfahrt- und RĂŒstungsindustrie herstellt, darunter Teile fĂŒr den Panzer Leopard 2, das Luftabwehrsystem Iris-T sowie den Transporthubschrauber NH90.
Heidelberger Druck solle fĂŒr Vincorion Systeme zur Regelung und Verteilung von Energie entwickeln und bauen, hieĂ es weiter. Der Druckmaschinen-Hersteller wolle sich als Partner in diesem Bereich etablieren und diese Rolle innerhalb der Verteidigungsbranche schrittweise ausbauen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
