Ergebnisse, Produktion/Absatz

Neuer Nestle-Chef will nach schlechten Zahlen Leistung verbessern - Aktie fÀllt

23.08.2024 - 09:36:36 | dpa.de

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern NestlĂ© hat ĂŒberraschend den Chef ausgewechselt.

Der neue Firmenlenker und Konzernveteran Laurent Freixe will nun die Performance wieder verbessern und Marktanteile gewinnen. In den vergangenen Quartalen hatte der Nahrungsmittelmulti mit seinen Zahlen enttĂ€uscht. Das spiegelte sich zuletzt auch im Aktienkurs wider, der sich schlecht entwickelte. Dass dies der Grund fĂŒr den Wechsel an der Konzernspitze ist, wollte VerwaltungsratsprĂ€sident Paul Bulcke am Freitag in einer Telefonkonferenz mit Analysten zwar nicht bestĂ€tigen.

Am Markt herrschte zunĂ€chst Unsicherheit vor. Die Aktie verlor an der Schweizer Börse im frĂŒhen Handel fast drei Prozent. In ersten Reaktionen heißt es, der Austausch komme ĂŒberraschend. Analysten sind sich noch nicht ganz einig, was der neue Mann an der Spitze des Lebensmittelkonzerns bedeutet. JPMorgan gibt sich skeptisch, wenn auch nicht zur eigentlichen Auswahl des neuen Chefs. Ein solch unerwarteter und rascher Chefwechsel werfe aber Fragen auf hinsichtlich des laufenden GeschĂ€fts und die kommenden Jahre. Seine These lautet: Bis das neue Management Klarheit ĂŒber den weiteren Weg bringe, dĂŒrfte der Aktienkurs unter Druck bleiben.

"Big Bang" und "Back to the roots" titelte Vontobel-Experte Jean-Philippe Bertschy. Auch wenn die Entwicklung bei NestlĂ© zuletzt unterdurchschnittlich gewesen sei, liege es eigentlich nicht in der Tradition von NestlĂ©, solch abrupte Wechsel vorzunehmen. Die Herausforderungen fĂŒr den neuen Mann seien umfangreich, doch radikale Änderungen erwartet der Experte nicht. Auf jeden Fall brauche NestlĂ© nun StabilitĂ€t, um das Vertrauen der Investoren wiederzuerlangen.

Marktanteile gewinnen

Sowohl der neue Chef Freixe als auch Bulcke erklÀrten in dem GesprÀch unisono, dass es nun darum gehe, die Performance von Nestlé wieder zu verbessern und Marktanteile zu gewinnen. "Mein Fokus liegt auf organischem Wachstum", betonte Freixe. ZukÀufe könne er sich zwar vorstellen, aber es gehe darum, wieder stÀrker aus eigener Kraft zu wachsen. Und zwar vor allem in den Kernkategorien des Konzerns, also bei den Produkten, in denen Nestlé besonders stark sei.

Dazu mĂŒsse der Konzern auch investieren, sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in die ProduktivitĂ€t. Zudem will Freixe die digitale Transformation vorantreiben. Das alles sei nicht einfach, denn NestlĂ© sei ein komplexes Unternehmen. "Wir sind gleichzeitig der globalste und der lokalste Konzern der Welt."

Keine Aussage zur Prognose

Auf die Frage nach Prognosen fĂŒr 2024 sowie 2025 vertröstete VerwaltungsratsprĂ€sident Bulcke die Analysten jedoch. "Ziel dieses GesprĂ€chs ist es nicht, unsere aktuelle Prognose zu kommentieren", betonte er. Vielmehr gehe es darum, die HintergrĂŒnde des abrupten Wechsels an der Konzernspitze zu erlĂ€utern.

Der Schweizer Lebensmittelriese hatte am Donnerstagabend ĂŒberraschend den RĂŒcktritt von Konzernchef Mark Schneider bekannt gegeben. Schneider galt bei seinem Amtsantritt noch als HoffnungstrĂ€ger. Er stand seit Anfang 2017 an der Spitze von NestlĂ© und kam damals vom deutschen Gesundheitskonzern Fresenius DE0005785604.

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