Verfassungsschutz weist Energiebranche auf neue Gefahren hin
26.03.2026 - 10:46:33 | dpa.deIn einem aktuellen Sicherheitshinweis, der jetzt an WirtschaftsverbĂ€nde und Behördenvertreter versendet wurde, geht das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) konkret auf drei GefĂ€hrdungsszenarien ein:
* Linksextremistisch motivierte AnschlÀge auf die Energieinfrastruktur wie im Januar in Berlin
* Cyberangriffe auslĂ€ndischer Nachrichtendienste und sogenannter Hacktivisten mit dem Ziel, die Versorgung zu stören und so das Vertrauen in die FunktionsfĂ€higkeit der DaseinsfĂŒrsorge und des Staates insgesamt zu schĂ€digen
* Einseitige wirtschaftliche und technologische AbhĂ€ngigkeiten von anderen Staaten, die eines Tages genutzt werden könnten, um in politischen Konfliktsituationen Druck auszuĂŒben
Zur derzeitigen Lage heiĂt es vom BfV:
"Gewaltorientierte linksextremistische Akteure werden auch weiterhin Energieinfrastrukturen ins Visier nehmen." Unternehmen stĂŒnden als tragende SĂ€ulen des als ausbeuterisch empfundenen "repressiven kapitalistischen Systems" besonders im Fokus. Die Kampagne "Switch Off" habe eine Liste verschiedener Energieversorger und Industrieunternehmen veröffentlicht, die in besonderem MaĂe fĂŒr die KlimaerwĂ€rmung verantwortlich seien. Diese wĂŒrden dadurch "klar ersichtlich zu Zielen von Straftaten erklĂ€rt".
Erfahrungen aus Polen
Um mögliche Risiken durch vor allem von staatlichen russischen Akteuren initiierte Cyberangriffe zu verdeutlichen, verweist der Verfassungsschutz auf Angriffe mit Schadsoftware in Polen. Die unter anderem unter dem Namen "Berserk Bear" bekannte Gruppierung ziele vorwiegend auf Unternehmen aus den Bereichen Energie, Wasser, IT und Telekommunikation. Generell gelte: "Russland besitzt die FĂ€higkeiten und den Willen, entsprechende AktivitĂ€ten gegen EU-Mitgliedsstaaten und Nato-BĂŒndnispartner zu richten." Im vergangenen Jahr seien vereinzelt "niedrigschwellige Angriffsversuche" von dort festgestellt worden, darunter AufklĂ€rungsaktivitĂ€ten von "Berserk Bear". Aktuell lĂ€gen aber keine Erkenntnisse zu konkreten Kampagnen vor, die zu spĂŒrbaren Auswirkungen fĂŒhren könnten.
Das Bundesamt erklĂ€rt, der Einstieg eines auslĂ€ndischen Investors bei einem einzelnen Unternehmen, das fĂŒr das Funktionieren des Gemeinwesens relevant ist, möge zwar auf den ersten Blick unproblematisch erscheinen. Mittel- und langfristig könnte eine HĂ€ufung solcher Investitionen jedoch "die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefĂ€hrden sowie die strategischen Handlungsoptionen der deutschen AuĂen- und Sicherheitspolitik schmĂ€lern".
Handlungsempfehlungen fĂŒr Unternehmen
Die Sicherheitsverantwortlichen der Unternehmen sollten daher ein ganzheitliches Risikomanagement etablieren, rĂ€t das Bundesamt. Besonders gefĂ€hrdete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten "regelmĂ€Ăig mit Blick auf aktuelle Gefahren durch auslĂ€ndische Nachrichtendienste" sensibilisiert und geschult werden.
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