Bayer will sich auf Hauptversammlung umfangreiche Kapitalbeschaffung ermöglichen
07.03.2025 - 12:07:04 | dpa.deDer wegen teurer US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten unter einer hohen Schuldenlast Ă€chzende Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer DE000BAY0017 will sich von seinen AktionĂ€ren das Recht fĂŒr eine groĂe Kapitalerhöhung einrĂ€umen lassen.
"WÀhrend wir daran arbeiten, die Rechtsstreitigkeiten einzudÀmmen, befinden wir uns in einer Situation, in der wir unter UmstÀnden schnell Kapital benötigen", schreibt der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Winkeljohann in einem am Freitag veröffentlichten Brief an die Anteilseigner. Daher werde auf der Hauptversammlung die Zustimmung der AktionÀre zu einer EigenkapitalermÀchtigung von 35 Prozent angestrebt.
Solche ErmĂ€chtigungen sind ĂŒblich bei Unternehmen, allerdings ist die Höhe in diesem Fall ungewöhnlich. Der Bayer-Aktienkurs sackte um mehr als neun Prozent ab.
Die hohen Schulden von Bayer sind auch eine Folge der Ăbernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto, mit der sich der Konzern unter anderem die milliardenteuren US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten ins Haus geholt hatte. Bayer hofft weiterhin perspektivisch auf ein Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, des Supreme Courts. Allerdings ist offen, ob sich die Richter der Sache ĂŒberhaupt annehmen werden.
Winkeljohann betonte in seinem Brief an die AktionĂ€re, der angestrebte Spielraum der Kapitalbeschaffung diene dem Management finanzieller Risiken und schaffe FlexibilitĂ€t, schnell reagieren zu können. Erlöse wĂŒrden ausschlieĂlich genutzt werden, um die Bilanz wĂ€hrend der Beilegung der Rechtsstreitigkeiten widerstandsfĂ€hig zu halten. Ăbernahmen sollen damit nicht finanziert werden.
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