PCK-Raffinerie, Kontrolle

PCK-Raffinerie bleibt zunÀchst unter Kontrolle des Bundes

02.09.2024 - 16:48:18 | dpa.de

Die Ölraffinerie PCK in Schwedt bleibt vorerst unter Kontrolle des deutschen Staates.

Die Bundesregierung will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Treuhandverwaltung ĂŒber die Mehrheitsanteile des russischen Staatskonzerns Rosneft an der PCK-Raffinerie erneut verlĂ€ngern. Die Treuhandverwaltung wĂ€re sonst am 10. September ausgelaufen.

Bund ĂŒbernahm 2022 Kontrolle

Die Anteile stehen seit September 2022 unter Treuhandverwaltung des Bundes. Hintergrund ist die Entscheidung der Bundesregierung, wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kein russisches Öl mehr zu importieren. Anfang 2023 stellte PCK auf andere Bezugsquellen um. Die Treuhandverwaltung war zuletzt im MĂ€rz um sechs Monate verlĂ€ngert worden. Neben Schwedt geht es um zwei weitere Anlagen. Grundlage ist das Energiesicherungsgesetz. Rosneft hĂ€lt 54 Prozent der Anteile an der Raffinerie PCK im Nordosten Brandenburgs.

KĂ€ufer Katar?

In einen möglichen Verkauf der Rosneft-Anteile an der Raffinerie könnte bald Bewegung kommen. Als Interessent fĂŒr einen Kauf gilt das Golfemirat Katar. Die Bundesregierung fĂŒhre GesprĂ€che, berichtete zuletzt "Business Insider". Das wurde der Deutschen Presse-Agentur von Insidern bestĂ€tigt. Das GeschĂ€ft wĂŒrde aber nicht die Bundesregierung tĂ€tigen, sondern es wĂŒrde zwischen Rosneft und Katar abgewickelt. Die Bundesregierung wĂŒrde den Deal nach dem Außenwirtschaftsgesetz unter die Lupe nehmen. Rosneft gilt als verkaufsbereit.

Minister: Von Enteignung wieder entfernt

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sieht die VerlĂ€ngerung der Treuhandverwaltung bei PCK als Signal fĂŒr ein ernstes Interesse des russischen Staatskonzerns Rosneft am Verkauf seiner Mehrheitsanteile. "Ich bin sehr zufrieden damit, dass die russische Seite ganz offensichtlich an einem eigenstĂ€ndigen Verkauf ihrer Werke, ihrer Raffinerien in Deutschland interessiert ist und in ernsthafte Verhandlungen mit einem entsprechenden Interessenten gegangen ist. Das sind die Kataris", sagte Steinbach der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam.

Die VerlĂ€ngerung der Treuhandlösung biete die Möglichkeit, "dass man von dem deutlich aufwendigeren und risikobehafteten Weg der Enteignung erst mal wieder ein StĂŒck entfernt ist", betonte Steinbach. Zu VerkaufsplĂ€nen von Rosneft fĂŒr die Raffinerie-Anteile sagte er, ein solcher Prozess nehme im Allgemeinen mehrere Monate in Anspruch. "Es wĂ€re schon eine besonders schnelle Vorgehensweise, wenn wir in irgendeiner Form diesbezĂŒgliche Signale bis Ende des Jahres erhalten wĂŒrden."

Linke fĂŒr Einstieg des Staates

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke sagte, der Bund könne und mĂŒsse so schnell wie möglich in die PCK einsteigen, damit dieser wichtige Strukturbaustein und die Tausenden ArbeitsplĂ€tze in der Region gehalten werden. "Was als Standard im Westen mit dem Einstieg des Bundes bei der Meyer Werft in Papenburg funktioniert, muss auch im Osten möglich sein."

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