Novo Nordisk enttÀuscht mit Studie zu Abnehmmittel - Aktie fÀllt
23.02.2026 - 12:18:20 | dpa.deCagrisema habe zwar eine 23-prozentige Gewichtsreduktion nach einer 84-wöchigen Behandlung gezeigt, teilte der Konzern am Montag mit. Allerdings sei der primÀre Studienendpunkt verfehlt worden. Diese Studie hÀtte zeigen sollen, dass das Mittel dem Produkt Zepbound von der US-Konkurrentin Eli Lilly US5324571083 in puncto Gewichtsverlust nicht unterlegen ist. Der Aktienkurs von Novo Nordisk geriet auf die Nachricht hin deutlich unter Druck und verlor in Kopenhagen zuletzt gut 15 Prozent.
Die DĂ€nen haben bei Anlegern zuletzt ohnehin einen schweren Stand, infolge mehrerer EnttĂ€uschungen ist der einstige Höhenflug der Aktie zunichte. Auf dem Rekordhoch Mitte 2024 war die Aktie ĂŒber 1.000 dĂ€nische Kronen teuer. Davon sind mittlerweile rund drei Viertel wieder in Luft aufgegangen. Der Börsenwert liegt wieder deutlich unter demjenigen von etwa SAP DE0007164600 oder Siemens DE0007236101, nachdem Novo zwischenzeitlich mit groĂem Abstand zum wertvollsten börsennotierten europĂ€ischen Unternehmen aufgestiegen war.
Die harte Konkurrenz um Abnehmmittel macht den DĂ€nen zusehends zu schaffen, vor allem Eli Lilly setzt dem Unternehmen zu. WĂ€hrend die Amerikaner weiteren RĂŒckenwind von ihrem Gewichtssenker erwarten und sich bei Umsatz und Gewinn auch dieses Jahr einen Sprung nach oben ausrechnen, muss Novo Nordisk kleinere Brötchen backen und geht wegen harten Preisdrucks von weniger GeschĂ€ft aus.
Novo Nordisk war ursprĂŒnglich als erster Hersteller mit seinen Gewichtssenkern am Markt und dominierte das GeschĂ€ft. Doch dann geriet der Konzern im Ringen mit Lillys Konkurrenzmitteln ins Hintertreffen, die als effektiver gelten. Zwar gab es im vergangenen Jahr vermehrt fĂŒr beide Konzerne Schwierigkeiten, weil in den USA Apotheken und andere Hersteller unter Ausnutzung regulatorischer Schlupflöcher billigere Kopien der Abnehmmedikamente auf den Markt brachten. Doch hatte sich Lilly aktiver gegen die Konkurrenz durch Nachahmer gewehrt.
Im November einigte sich Novo Nordisk mit der US-Regierung dann auf deutliche Preissenkungen fĂŒr seine Blockbuster wie Wegovy und Ozempic, die unter anderem im Rahmen staatlicher Gesundheitsprogramme gelten sollen. Auch Lilly unterzeichnete eine entsprechende Vereinbarung.
Lilly-Chef David Ricks erwartet aber sogar, dass der Markt fĂŒr Medikamente gegen krankhaftes Ăbergewicht (Adipositas) in diesem Jahr dank der Einigung mit der US-Regierung noch weiter wachsen wird. Diese hatte zugestimmt, die Kosten fĂŒr die Mittel fĂŒr mehr Patienten im Rahmen des staatlichen Gesundheitsprogramms Medicare fĂŒr Ă€ltere Menschen zu ĂŒbernehmen. Die Amerikaner sind zudem in einer vergleichsweise stĂ€rkeren Position als Novo, da ihre Blockbuster Mounjaro gegen Diabetes und Zepbound gegen Fettleibigkeit noch ein weiteres Jahrzehnt lang patentgeschĂŒtzt sind.
Die Hoffnung, dass Cagrisema fĂŒr Novo die Wende bringen könnte, verblasst mit den neuen Studiendaten. Cagrisema ist eine Kombination aus den Mitteln Cagrilintid und dem bekannten Novo-Wirkstoff Semaglutid. Bei der Betrachtung des Gewichtsverlustes ĂŒber 84 Wochen schnitt es etwas schlechter ab als Lillys Zepbound mit dem Wirkstoff Tirzepatid, der auch im Diabetesmedikament Mounjaro zum Einsatz kommt.
Novos Forschungschef Martin Holst Lange setzt nun auf Daten aus weiteren Studien zur Gabe von Cagrisema, die teils erst im ersten Halbjahr 2027 vorliegen dĂŒrften. AuĂerdem will Novo Cagrisema in höheren Dosierungen testen - entsprechende Studien sollen im zweiten Halbjahr starten. SpĂ€t in diesem Jahr hofft das Unternehmen zudem auf eine US-Zulassung von Cagrisema in anderen Anwendungen durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.
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