Ukraine, Ungarn

Öl-Streit: Ukraine wirft Ungarn und Slowakei Erpressung vor

22.02.2026 - 08:47:51 | dpa.de

Die Ukraine hat den EU-Mitgliedern Ungarn und Slowakei im Streit um Energielieferungen Provokation und Erpressung vorgeworfen.

Kiews Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete Drohungen aus Budapest und Bratislava, der Ukraine nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur nun die Stromlieferungen abzustellen, als unverantwortlich. "Das bedroht die Energiesicherheit der gesamten Region", teilte Sybiha auf der Plattform X mit. Kiew erwäge deshalb, den im Assoziierungsabkommen mit der EU vereinbarten Frühwarnmechanismus in Kraft zu setzen.

Ungarn und die Slowakei haben der Ukraine mit einem Stromlieferstopp gedroht, weil sie kein russisches Öl mehr durch die "Druschba"-Leitung des benachbarten Transitlandes erhalten. Außenminister Sybiha sagte, dass die Regierungen in Budapest und Bratislava ihre Beschwerden an den Kreml richten sollten - und nicht an Kiew.

Die "Druschba"-Pipeline sei durch die russischen Angriffe beschädigt, die Reparaturarbeiten seien trotz der Gefahr von Raketenangriffen im Gange, hieß es in einer Mitteilung des ukrainischen Ministeriums. Kiew kritisierte, dass Bratislava und Budapest den Ukrainern ausgerechnet während der extremen Kälteperiode Strom, Heizung und Gas vorenthalten wollten.

Kiew: Bratislava und Budapest spielen Aggressor in die Hände

"Damit spielen die Regierungen Ungarns und der Slowakei nicht nur dem Aggressor in die Hände, sondern schaden auch ihren eigenen Energieunternehmen, die Energie auf kommerzieller Basis liefern", hieß es. "Die Ukraine hat auch alternative Wege zur Lösung der Frage der Versorgung dieser Länder mit nicht-russischem Öl vorgeschlagen", teilte das Ministerium weiter mit.

Ungarn und die Slowakei erhalten anders als andere EU-Staaten trotz westlicher Sanktionen weiter das vergleichsweise billige russische Öl und sind von der Leitung abhängig. Sie beschuldigen die ukrainische Führung, die Wiederaufnahme der Lieferungen absichtlich zu verhindern.

Die Ukraine kämpft international gegen Russlands Ölhandel, weil die Rohstoffgroßmacht mit dem Energieverkauf auch ihren Krieg gegen das Nachbarland finanziert. Kiew wehrt sich inzwischen seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. An diesem Dienstag (24. Februar) geht die russische Invasion in ihr fünftes Jahr.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 68600821 |

Weitere Meldungen

Ischinger: Weg für EU-Milliarden an Ukraine nach Orbans Abwahl frei Der erfahrene deutsche Diplomat Wolfgang Ischinger glaubt, dass mit der Abwahl von Viktor Orban als Ministerpräsident Ungarns der Weg für die europäische Unterstützung der Ukraine frei ist."Die Niederlage Orbans beseitigt einen großen Störfaktor, denn er und Selenskyj haben ihren Zwist ja auch sehr persönlich ausgetragen," sagte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz dem "Stern". (Politik, 13.04.2026 - 21:28) weiterlesen...

Wahl in Ungarn beeinflusst Krieg in der Ukraine nicht Die Wahlniederlage des moskaufreundlichen Regierungschefs Viktor Orban in Ungarn hat nach Angaben aus dem Kreml keinen Einfluss auf den weiteren Fortgang des Ukraine-Kriegs. (Boerse, 13.04.2026 - 15:33) weiterlesen...

Kreml: Wahl in Ungarn beeinflusst Krieg in der Ukraine nicht Die Wahlniederlage des moskaufreundlichen Regierungschefs Viktor Orban in Ungarn hat nach Angaben aus dem Kreml keinen Einfluss auf den weiteren Fortgang des Ukraine-Kriegs. (Boerse, 13.04.2026 - 13:05) weiterlesen...

Magyars Traumsieg in Ungarn verändert Gleichungen in Europa. Euphorie in Budapest, frische Hoffnung für Europa – doch die Erwartungen an den Neuen sind riesig. Nach 16 Jahren Orban-Macht kann der Oppositionsführer mit einer Zweidrittelmehrheit regieren. (Ausland, 13.04.2026 - 04:01) weiterlesen...

Vor Ungarn-Wahl: Orban unterstellt Opposition Umsturzpläne. Orbans Verschwörungserzählung dürfte aus russischen Desinformations-Kanälen stammen, meint ein Experte. Zusammen mit ausländischen Geheimdiensten würde Herausforderer Magyar Unruhen und Chaos planen. (Ausland, 10.04.2026 - 12:28) weiterlesen...