Ukraine greift russische Bahnlinien und Ălsektor an
14.09.2025 - 16:39:48 | dpa.deDabei gerieten am Wochenende der Bahnverkehr im russischen Hinterland ins Visier ukrainischer MilitĂ€rs und Geheimdienste, sowie einmal mehr der Ălsektor: Nach einem Drohnenangriff in Nordwestrussland brach nach russischen Angaben in einer der gröĂten Raffinerien ein Brand aus.
Nach Medienberichten setzte der ukrainische MilitĂ€rgeheimdienst HUR mehrere Bahnlinien in Russland mit Sabotageakten zeitweise auĂer Betrieb. Die Behörde stehe sowohl hinter einer Explosion an einer Bahnstrecke im sĂŒdrussischen Gebiet Orjol als auch hinter dem Entgleisen einer Lok und eines GĂŒterzugs im Nordwesten Russlands, berichten ukrainische Medien unter Berufung auf Quellen beim Geheimdienst. Die russischen Medien schwiegen dazu.
Im Gebiet Orjol nahe der Grenze zur Ukraine hatte es bereits am Vorabend eine Explosion gegeben. Eisenbahner hatten dort ein verdĂ€chtiges Paket gefunden und die Nationalgarde gerufen. Beim Versuch der Pioniere, die Bombe zu entschĂ€rfen, ging der Sprengsatz hoch. Zwei Soldaten kamen sofort ums Leben, ein weiterer starb spĂ€ter an seinen Verletzungen. Die Strecke wurde zunĂ€chst gesperrt, am Nachmittag wurde eine Gleisspur fĂŒr den Verkehr freigegeben. Mehr als ein Dutzend ZĂŒge mussten zuvor umgeleitet werden.
GleisschÀden im Nordwesten Russlands
In der Nacht entgleiste im Leningrader Gebiet nahe St. Petersburg ein GĂŒterzug. Da die Zisternen leer waren, gab es hier keine gröĂeren SchĂ€den. Einige Stunden spĂ€ter entgleiste in einem anderen Landreis der gleichen Region eine Lokomotive. Dabei kam der LokfĂŒhrer ums Leben. Auch dort mussten groĂe Streckenabschnitte der Bahn gesperrt werden.
"Durch die Zerstörung der Bahninfrastruktur in diesen Abschnitten verspĂŒren die Russen bedeutende Probleme bei der Logistik, was sich wiederum auf ihre FĂ€higkeit auswirkt, aktive Handlungen gegen die ukrainischen StreitkrĂ€fte durchzufĂŒhren", zitieren die Medien einen Geheimdienstsprecher zur BegrĂŒndung der Sabotageakte. TatsĂ€chlich ist das Bahnnetz nach EinschĂ€tzung von Experten eine der wichtigsten Komponenten fĂŒr die russische KriegsfĂŒhrung in der Ukraine.
Raffinerie in Nordrussland von ukrainischer Drohne getroffen
Nach einem Drohnenangriff ist in Nordwestrussland brach nach russischen Angaben in einer der gröĂten Raffinerien ein Brand aus. In der Stadt Kirischi, 110 Kilometer sĂŒdöstlich von St. Petersburg, seien drei ukrainische Drohnen abgeschossen worden, teilte der Gouverneur des die Millionenstadt umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, mit. Die TrĂŒmmer einer Drohne hĂ€tten den Brand entfacht, schrieb er auf Telegram. Das Feuer wurde demnach inzwischen gelöscht, Tote und Verletzte hat es nicht gegeben.
Vor der offiziellen BestĂ€tigung des Angriffs kursierten in sozialen Netzwerken bereits Bilder und Videos, die groĂe Flammen ĂŒber der Raffinerie zeigten.
In Kirischi, 800 Kilometer nördlich der Ukraine, befindet sich die Raffinerie Kirischinefteorgsintes (Kinef) des kremlnahen Ălkonzerns Surgutnefetegas. Sie ist mit einer VerarbeitungskapazitĂ€t von rund 20 Millionen Tonnen Ăl pro Jahr eine der gröĂten Ălanlagen in Russland.
Die Ukraine setzt in ihrer Verteidigung gegen die seit mehr als dreieinhalb Jahren dauernde russische Invasion zuletzt auf den Beschuss von Ălanlagen. Damit will Kiew einerseits die Treibstoffversorgung des russischen MilitĂ€rs unterbrechen, andererseits Moskau eine wichtige Einnahmequelle zur Kriegsfinanzierung nehmen.
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