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Europa Schluss: Weitere Verluste mit anhaltendem Iran-Krieg

27.03.2026 - 18:23:33 | dpa.de

Europas Börsen haben am Freitag an ihre Vortagsverluste angeknĂŒpft.

Mit dem anhaltenden Iran-Krieg und den weiter steigenden Ölpreisen fehlte die Kaufbereitschaft am Markt.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 1,08 Prozent tiefer bei 5.505,80 Punkten. Dank der dreitĂ€gigen Erholungsserie vor dem neuerlichen RĂŒckschlag am Donnerstag behauptete er aber ein hauchdĂŒnnes Wochenplus.

FĂŒr den schon zuletzt vergleichsweise robusten Schweizer SMI CH0009980894 ging es am Freitag um 0,57 Prozent auf 12.570,26 Punkte bergab. Der britische FTSE 100 GB0001383545 verlor lediglich 0,05 Prozent auf 9.967,35 Punkte. Ihn stĂŒtzten die schwer gewichteten Bergbautitel.

Trotz diplomatischer BemĂŒhungen um ein Ende des Iran-Kriegs dauert der Schlagabtausch im Nahen und Mittleren Osten an. Eine Entspannung an der fĂŒr die Weltwirtschaft wichtigen Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Im Streit um die freie Schifffahrt durch die Meerenge blieb der Iran unnachgiebig: Eine paramilitĂ€rische Miliz verwehrte drei Containerschiffen die Durchfahrt.

Am Donnerstag hatte US-PrĂ€sident Donald Trump sein Ultimatum fĂŒr eine Wiedereröffnung der Meerenge erneut verlĂ€ngert. Die angekĂŒndigten Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur verschob er um weitere zehn Tage auf den 6. April. Dies mindere die Risiken allerdings nicht, und das sei an den MĂ€rkten spĂŒrbar, sagte Stephen Innes von SPI Asset Management. FĂŒr Marktanalyst Timo Emden wirkt die FristverlĂ€ngerung "weniger wie ein diplomatischer Fortschritt als vielmehr wie ein Zeichen dafĂŒr, dass eine tragfĂ€hige Einigung weiterhin auf sich warten lĂ€sst".

Israels Armee griff unterdessen nach eigenen Angaben in der Nacht zum Freitag erneut Ziele im Iran an. Ins Visier seien dabei unter anderem ProduktionsstĂ€tten fĂŒr ballistische Raketen, Raketenlager und Raketenabschussrampen genommen worden, teilte das israelische MilitĂ€r mit. Angriffe habe es unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben. Ziel sei es, den iranischen Beschuss auf Israel einzuschrĂ€nken.

Zudem warfen die Inflationsdaten fĂŒr den Euroraum in der neuen Woche bereits ihre Schatten voraus. "Höhere Inflationszahlen fĂŒr MĂ€rz dĂŒrften nur ein Vorgeschmack dessen sein, was bei einem andauernden Iran- beziehungsweise Energiekrieg in den kommenden Wochen droht", sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Einen ersten Eindruck lieferten am Freitag Zahlen aus Spanien. Dort hatte sich die Inflation im MĂ€rz wegen des Ölpreisschocks im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verstĂ€rkt.

Die Aktien von Medienunternehmen EU0009658640 fĂŒhrten am Freitag die Verliererliste im marktbreiten Stoxx Europe 600 an. CTS Eventim DE0005470306 brachen wegen eines enttĂ€uschenden Jahresausblicks des Ticketvermarkters und Veranstalters um gut 23 Prozent ein.

Am meisten gefragt waren Chemiewerte EU0009658608. Sie profitierten von einer positiven Branchenstudie der US-Bank Morgan Stanley. Die Probleme in der Rohstoffversorgung im Zuge des Nahost-Kriegs dĂŒrften die asiatischen Konzerne kostenseitig hĂ€rter treffen als die europĂ€ischen, schrieb Analyst Thomas Wrigglesworth. Er stufte Evonik DE000EVNK013 sowie Air Liquide FR0000120073 hoch und schraubte das Kursziel fĂŒr seinen "Upstream-Favoriten" BASF DE000BASF111 nach oben. Dessen Aktien fĂŒhrten mit plus 2,7 Prozent die Gewinnerliste im EuroStoxx 50 an.

Vergleichsweise stabil prĂ€sentierten sich auch die defensiven Pharmawerte EU0009658723. Hier gab es eine Übernahme: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis CH0012005267 will fĂŒr bis zu zwei Milliarden US-Dollar das US-Biotechunternehmen Excellergy kaufen. Die Novartis-Titel gaben nur moderat nach.

Im ansonsten unspektakulĂ€ren Nahrungs- und GetrĂ€nkesektor EU0009658749 wirkten die nun von Pernod Ricard FR0000120693 und dem Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman US1156371007 bestĂ€tigten FusionsgesprĂ€che nach. Die Aktien des französischen Spirituosenherstellers, die am Vortag noch unter einem Bericht darĂŒber gelitten hatten, machten mit plus 7,9 Prozent den Rutsch auf ein Tief seit dem Jahr 2011 mehr als wett. Vom bisherigen Jahreshoch im Februar aus hatten sie bis zu rund ein Drittel ihres Werts verloren, was die aktuelle Entwicklung relativiert. FĂŒr Brown-Forman ging es in New York vor dem Wochenende weiter nach oben.

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