Evraz, Aktie

Evraz Aktie: Zwangs-Umtausch startet

15.04.2026 - 19:50:19 | boerse-global.de

Ein russisches Gerichtsurteil ermöglicht den Umtausch von Evraz-Aktien in Direktbeteiligungen am operativen GeschÀft. Die neue Gesellschaft plant eine Notierung an der Moskauer Börse im Jahr 2026.

Evraz Aktie: Zwangs-Umtausch startet - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Die jahrelange HĂ€ngepartie fĂŒr die AktionĂ€re des Stahlriesen Evraz erreicht eine neue Phase. Nach dem Handelsstopp an der Londoner Börse im MĂ€rz 2022 schafft ein russisches Gerichtsurteil nun Fakten fĂŒr den Zugriff auf die Kernassets.

Zugriff auf russische Assets

Anfang April 2026 trat eine Entscheidung des Schiedsgerichts Moskau in Kraft, die die EigentĂŒmerstruktur grundlegend verĂ€ndert. AktionĂ€re der in London registrierten EVRAZ plc erhalten nun das Recht, ihre Anteile in Direkteigentum an der AO Evraz NTMK umzuwandeln. FĂŒr in Russland ansĂ€ssige Personen besteht hierzu sogar eine Verpflichtung. Dieser Prozess zielt darauf ab, die auslĂ€ndische Holdinggesellschaft vollstĂ€ndig aus der EigentĂŒmerkette zu streichen. Anleger halten damit kĂŒnftig eine direkte Beteiligung am operativen russischen GeschĂ€ft statt an der sanktionierten Mantelgesellschaft in Großbritannien.

Die Basis fĂŒr diesen Übergang bildet die Evraz NTMK, die bereits im August 2025 in eine Aktiengesellschaft nach russischem Recht umgewandelt wurde. Nach Abschluss der formalen Prozeduren soll diese Einheit unter der bekannten Marke Evraz firmieren.

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RĂŒckkehr an die Börse Moskau

Parallel zur Umstrukturierung bereitet das Management die Notierung der neuen Gesellschaft an der Moskauer Börse (MOEX) vor. Das Listing ist fĂŒr die erste JahreshĂ€lfte 2026 geplant. Dieser Schritt soll die seit ĂŒber vier Jahren eingefrorene LiquiditĂ€t fĂŒr die Anteilseigner zumindest teilweise wiederherstellen. Die neue Struktur sieht vor, rund 60 rechtliche Einheiten unter dem Dach der PJSC Evraz zu konsolidieren. Die operativen Tochtergesellschaften in Russland und Kasachstan fĂŒhren ihr GeschĂ€ft derweil unter ihren bisherigen Namen fort.

Die Neuausrichtung ist eine Reaktion auf die blockierten Zahlungswege. Zwar erwirtschafteten die russischen Sparten in den Jahren 2022 und 2023 Gewinne, doch die Sanktionen und die auslĂ€ndische Jurisdiktion der Muttergesellschaft verhinderten bisher jegliche Dividendenzahlungen an nicht sanktionierte AktionĂ€re. Mit dem Wechsel des rechtlichen Sitzes und dem geplanten Handelsstart in Moskau entsteht nun ein neuer Rahmen fĂŒr die Verwertung der Anteile. AktionĂ€re mĂŒssen sich bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 auf die technische Abwicklung des Aktientauschs einstellen.

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