Frauen, Männer

Frauen gründen mehr Unternehmen als Männer in Österreich

11.04.2026 - 01:09:40 | boerse-global.de

Die Gründerszene im deutschsprachigen Raum wandelt sich: Frauen gründen in Österreich erstmals häufiger als Männer, während in Deutschland Teilzeit-Selbstständigkeit boomt. Trotz gedämpfter Stimmung steigt die Investitionsbereitschaft.

Frauen gründen mehr Unternehmen als Männer in Österreich - Foto: über boerse-global.de

Die Gründerszene im deutschsprachigen Raum erlebt einen tiefgreifenden Wandel. Während etablierte Firmen unter hohen Energiekosten und Schuldenlasten ächzen, treibt eine neue Generation von Unternehmerinnen und Teilzeit-Gründern die Wirtschaft an. Besonders in Österreich ist ein historischer Trend zu beobachten.

Frauen überholen Männer bei Neugründungen

In der Steiermark haben Frauen 2025 erstmals mehr neue Unternehmen angemeldet als Männer. Die Statistik zeigt 1.618 Neugründungen durch Frauen gegenüber 1.325 durch Männer. Dieser Trend spiegelt eine breitere Entwicklung im DACH-Raum wider, wo die individuelle Initiative trotz volatiler Wirtschaftslage robust bleibt.

Anzeige

Der Weg in die Selbstständigkeit beginnt oft mit der Wahl der richtigen Rechtsform und der Klärung steuerlicher Fragen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Gründer dabei, die Kleinunternehmerregelung rechtssicher zu nutzen und von Anfang an finanziell zu profitieren. Tausende Selbstständige nutzen diesen kostenlosen Ratgeber für den richtigen Start

Eine Schlüsselrolle spielen Förderprogramme. Das Unternehmensgründungsprogramm (UGP) des Arbeitsmarktservice (AMS) verzeichnet bei Frauen eine beeindruckende Erfolgsquote von 85 Prozent. 318 Frauen schafften mit dieser Unterstützung den Sprung aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit – eine Zahl, die fast an die 338 Männer heranreicht.

Experten deuten den Erfolg weiblicher Gründerinnen als strategischen Ansatz. Sie fokussieren sich oft auf nachhaltiges Wachstum statt auf risikoreiche Skalierung. Der Schwerpunkt liegt klar auf dem privaten Dienstleistungssektor, wo hochwertige Beratung und persönliche Services für lokale Bedürfnisse gefragt sind.

Deutschland: Boom der Teilzeit-Selbstständigkeit

Der Aufwärtstrend setzt sich in Deutschland fort. Der KfW-Gründungsmonitor 2025 verzeichnet rund 690.000 neue Selbstständige – ein deutlicher Anstieg gegenüber 585.000 im Vorjahr. Die Gründungsintensität kletterte von 115 auf 136 pro 10.000 Personen im erwerbsfähigen Alter.

Doch das Gesicht der Gründerszene verändert sich. Der Motor des Wachstums ist die Teilzeit-Selbstständigkeit. 2025 starteten etwa 483.000 Menschen ein Unternehmen als Nebenerwerb. Das sind 70 Prozent aller neuen Vorhaben. Die Zahl der Vollzeit-Gründungen blieb mit rund 206.000 stabil.

Was treibt diesen Trend an? Experten sehen eine Mischung aus dem Wunsch nach Zusatzeinkommen angesichts steigender Lebenshaltungskosten und einem herausfordernden traditionellen Arbeitsmarkt. Trotz des Nebenerwerb-Charakters haben diese Startups erhebliche Auswirkungen: 24 Prozent der neuen Unternehmen stellen Mitarbeiter ein.

Investitionslust trotz gedämpfter Stimmung

Die Stimmung unter den bereits Selbstständigen ist jedoch verhalten. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen fiel im März 2026 auf -20,8 Punkte. Die Geschäftserwartungen brachen sogar um 10,9 Punkte auf -26,0 ein – der stärkste Rückgang seit zwei Jahren.

Dennoch steigt paradoxerweise die Investitionsbereitschaft. 21 Prozent der Selbstständigen planen 2026 höhere Investitionen, gegenüber 18,2 Prozent Ende 2025. Der Zugang zu Kapital scheint sich leicht zu entspannen: Der Anteil derer, die über Kreditschwierigkeiten klagten, sank von 47,6 auf 34,6 Prozent.

Digitalisierung als Treiber und Rettungsanker

Die digitale Transformation bleibt zentral. In Eschwege wurde Anfang April 2026 ein neues Kompetenzzentrum Digitalisierung (KDLR) eröffnet, das KMU und Handwerksbetriebe in Nordhessen berät. Gleichzeitig ziehen Tech-Startups internationale Investoren an.

Anzeige

Ob Investorensuche oder Bankgespräch – ein professionelles Konzept ist die Voraussetzung für jede erfolgreiche Finanzierung. Diese kostenlose Businessplan-Vorlage liefert Gründern einen überzeugenden Muster-Aufbau inklusive aktuellem Förderungs-Schnellcheck. In wenigen Schritten zum überzeugenden Konzept für Investoren

Das Düsseldorfer KI-Startup Cognigy wurde vom US-Konzern Nice übernommen – eine der größten KI-Akquisitionen Europas. Das Prager Industrie-Tech-Startup Edmund sicherte sich kürzlich 2,5 Millionen Euro, um seine KI-Plattform auszubauen. Sie soll Diagnosezeiten für Maschinenschäden um bis zu 90 Prozent reduzieren.

Sogar im Lebensmittelsektor entstehen Innovationen: Ein französisches Startup produziert Gnocchi aus Brauereiabfällen. Dieser Upcycling-Ansatz zeigt das wachsende Interesse an nachhaltigen Produktionsmethoden.

Konkurswellen und strukturelle Herausforderungen

Während die Gründerszene boomt, kämpft der etablierte Mittelstand. Am 10. April 2026 eröffnete das Amtsgericht Kempten das Insolvenzverfahren über die Feneberg Lebensmittel GmbH, einen großen Edeka-Partner. Das Unternehmen mit 3.000 Mitarbeitern und einem Schuldenberg von 200 Millionen Euro steht exemplarisch für den „Preisschock“ in Logistik und Einzelhandel.

Als Antwort auf strukturelle Hürden hat die EU-Kommission einen Vorschlag für eine neue Rechtsform vorgelegt: „EU Inc.“. Ab 2027 soll die digitale Gründung einer europäischen Firma in weniger als 48 Stunden und für unter 100 Euro möglich sein – ohne Mindestkapital. Kritiker monieren jedoch, dass nationale Steuer- und Arbeitsrechtfragen ungelöst bleiben.

Ausblick: Preise, Netzwerke und Inkubatoren

Im zweiten Quartal 2026 stehen wichtige Termine an. Die Bewerbungsfrist für die Pegasus-Wirtschaftspreise in Oberösterreich wurde bis 17. April verlängert. In der Schweiz wird am 12. Mai der Gewinner des ZKB Pionierpreises (100.000 CHF) gekürt.

Regionale Netzwerke wie „Unternehmerinnen Stade“ (nächstes Treffen am 21. April) gewinnen an Bedeutung. Für Frühphasen-Ideen startet am 1. Juli 2026 eine neue Runde des IFROS-Inkubationsprogramms in Osnabrück. Bewerbungsschluss ist Ende Mai.

Die Gegensätze könnten kaum größer sein: Zwischen der hohen Gründungsdynamik und den finanziellen Nöten etablierter Firmen vollzieht sich ein intensiver struktureller Erneuerungsprozess. Die Erfolge in der Steiermark und bei KI-Lösungen zeigen: Trotz schwierigen Klimas bieten Nischen und innovative Ansätze weiterhin Wachstumspfade.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69121050 |