Produktion/Absatz, Deutschland

Einkaufen per Mausklick bestÀrkt Trend zu Kleinkrediten

12.11.2024 - 06:14:34 | dpa.de

FĂŒr Anschaffungen auf Pump greifen immer mehr Menschen in Deutschland auf Kleinkredite zurĂŒck.

"Buy-Now-Pay-Later-Angebote werden immer stÀrker nachgefragt", sagt Schufa-Vorstandsmitglied Ole Schröder. Die Auskunftei hat in ihrem "Risiko- und Kreditkompass" aktuelle Daten zum Thema Ratenkredite zusammengetragen.

Heute kaufen, morgen bezahlen - das ist fĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher verlockend, zumal die Finanzierung oft zum Nulltarif angepriesen wird. "Der Trend ist in der Mitte der Bevölkerung angekommen und gilt lĂ€ngst nicht mehr nur fĂŒr junge Menschen", ordnet Schröder ein.

Trend zu Krediten unter 1.000 Euro

Den jĂŒngsten Daten der Schufa zufolge ist inzwischen fast jeder zweite neu aufgenommene Ratenkredit ein Kleinkredit unter 1.000 Euro. Im Jahr 2023 zĂ€hlte die Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden in dieser Kategorie 4,35 Millionen neue VertrĂ€ge. Das sind rund 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bisher lagen Kleinkredite nach Beobachtungen der Schufa vor allem bei jĂŒngeren Menschen im Trend. Inzwischen sei die Nachfrage nach solchen Finanzierungen zum Beispiel im Online-Handel besonders in den mittleren Altersgruppen gestiegen: Bei den 35- bis 39-JĂ€hrigen, den 40- bis 44-JĂ€hrigen sowie den 45- bis 49-JĂ€hrigen habe sich die Zahl der laufenden Ratenkredite unter 1.000 Euro zum Vorjahr jeweils um rund 30 Prozent erhöht.

RĂŒckgang bei grĂ¶ĂŸeren Finanzierungen

Dagegen beobachtet die Schufa bei Krediten ĂŒber 1.000 Euro einen gegenlĂ€ufigen Trend: gut 4,84 Millionen neue VertrĂ€ge in dieser Kategorie sind etwa acht Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Viele Verbraucher hielten sich wegen der zwischenzeitlich stark gestiegenen Preise mit grĂ¶ĂŸeren Anschaffungen zurĂŒck. Zudem waren Ratenkredite infolge der Leitzinserhöhungen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) 2023 deutlich teurer geworden.

Insgesamt erhöhte sich die Zahl neu abgeschlossener RatenkreditvertrÀge in Deutschland von 2022 auf 2023 minimal um knapp ein Prozent auf fast 9,2 Millionen. Zusammen mit noch laufenden VertrÀgen hatten Banken zum Zeitpunkt der Erhebung somit gut 19 Millionen Ratenkredite an Verbraucherinnen und Verbraucher ausgereicht.

Menschen in Deutschland sind gute Schuldner - noch

Überwiegend werden Ratenkredite vertragsgemĂ€ĂŸ bedient: In 98,1 Prozent der FĂ€lle zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher das Geld zuverlĂ€ssig zurĂŒck, wie die Schufa errechnet hat. Der Anteil der VertrĂ€ge, bei denen es mit der RĂŒckzahlung Probleme gab, habe sich binnen Jahresfrist von 2,1 Prozent auf 1,9 Prozent verringert.

"Trotz aller Krisen in den vergangenen Jahren: Das Kreditsystem in Deutschland ist stabil", bilanziert Schufa-Vorstandmitglied Schröder. Allerdings sei die Zahl derjenigen gestiegen, die erstmals Probleme mit der Tilgung hatten. "Das ist keine gute Entwicklung", warnt Schröder.

Warnung vor Überschuldung

VerbraucherschĂŒtzer warnen regelmĂ€ĂŸig vor Überschuldung, weil gerade im Online-Handel schnell per Mausklick auf Pump eingekauft werden kann. Dies könne dazu verlocken, mehr zu bestellen, als man sich eigentlich leisten kann. "Zinsen können außerdem dafĂŒr sorgen, dass Sie deutlich mehr fĂŒr einen Artikel bezahlen als bei sofortiger Zahlung", schreibt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und rĂ€t in Sachen "Buy Now - Pay Later" (Kaufe jetzt, zahle spĂ€ter): "Nutzen Sie die Funktion (...) am besten nur in AusnahmefĂ€llen."

Mehr Schutz bei Minikrediten

Wer in Deutschland einen Kredit aufnehmen möchte, muss in der Regel zunĂ€chst eine KreditwĂŒrdigkeitsprĂŒfung durchlaufen. Teil davon ist hĂ€ufig eine BonitĂ€tsauskunft einer Auskunftei - etwa der Schufa. Die PrĂŒfung soll Banken und Sparkassen Aufschluss darĂŒber geben, wie hoch das Risiko ist, dass ein Kreditnehmer einen Kredit nicht zurĂŒckzahlt. Klein- und Kurzzeitkredite bis 200 Euro sind von einer solchen PrĂŒfung bislang ausgenommen - noch.

Denn am 30. Oktober 2023 ist eine EU-Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft getreten, die vorsieht, auch bei der Vergabe solcher Kredite eine PrĂŒfung voranzustellen. Wer sich Geld bei der Bank leiht, soll kĂŒnftig verstĂ€ndlicher informiert werden, was das kostet. Ziel ist es, vor allem Haushalte mit geringem Einkommen vor zu hohen Schulden zu bewahren. Bis 20. November 2025 mĂŒssen die EU-Mitgliedstaaten die Vorgaben in nationales Recht umsetzen.

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