Gebäudeenergiegesetz, Neustart

Gebäudeenergiegesetz: Neustart mit Technologieoffenheit und Milliardenförderung

01.04.2026 - 06:49:03 | boerse-global.de

Die Bundesregierung schafft die starre 65-Prozent-Regel ab und setzt auf finanzielle Anreize. Gas- und Ölheizungen bleiben mit Biogas-Auflage möglich, während die KfW attraktive Kredite anbietet.

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Die Bundesregierung ebnet den Weg für eine neue Ära im deutschen Gebäudesektor. Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt sie auf mehr Flexibilität und massive finanzielle Anreize, um die Klimaziele zu erreichen.

Paradigmenwechsel: Schluss mit der starren 65-Prozent-Regel

Ein zentraler Punkt des neuen Gesetzes ist die Abschaffung der umstrittenen 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen. Diese Vorgabe, die bei jedem Heizungstausch galt, entfällt künftig. Stattdessen dürfen auch Gas- und Ölheizungen weiter eingebaut werden – unter einer Bedingung: Ab 2029 müssen sie mit einem wachsenden Anteil klimaneutraler Gase wie Biomethan betrieben werden. Start ist mit mindestens zehn Prozent.

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Diese Technologieoffenheit soll die Verunsicherung bei Hausbesitzern beenden und bürokratische Hürden abbauen. Das Gesetz setzt damit die europäische Gebäuderichtlinie (EPBD) in nationales Recht um, nutzt aber bewusst Spielräume für mehr Pragmatismus.

KfW lockt mit Rekordzinsen für klimafreundliches Bauen

Parallel zum Gesetz rollt die staatliche Förderbank KfW ein attraktives Finanzierungspaket aus. Seit März gelten für den „Klimafreundlichen Neubau“ stark gesenkte Zinsen. Wer den hohen Effizienzhaus-40-Standard (EH40) erreicht, erhält Kredite zu einem effektiven Jahreszins von nur 0,60 Prozent. Für den EH55-Standard sind es 1,00 Prozent. Die Konditionen sind für zehn Jahre festgeschrieben.

Im Sanierungsbereich bleibt die bewährte Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit Zuschüssen bis zu 70 Prozent das Zugpferd. Ein „Klimageschwindigkeits-Bonus“ von 20 Prozent winkt allen, die ihre alte Öl- oder Gasheizung noch in diesem Jahr austauschen. Für einkommensschwache Haushalte kommt ein weiterer Sozialbonus hinzu.

Wärmepumpen-Branche blickt verhalten optimistisch in die Zukunft

Trotz der neuen Offenheit für andere Heizsysteme bleibt die Wärmepumpe ein Schlüssel zur Wärmewende. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) rechnet 2026 mit einem Absatzplus von zehn Prozent auf rund 330.000 Geräte. Das Wachstum könnte jedoch noch deutlich höher ausfallen.

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Viele Verbraucher zögerten noch, weil die langfristigen Rahmenbedingungen unklar seien, so der BWP. Die bis mindestens 2029 zugesicherten staatlichen Fördergelder seien daher entscheidend. Jeder Euro an Subventionen löse ein Vielfaches an privaten Investitionen aus.

Experten sehen Licht und Schatten der Reform

Die Reform ist ein Balanceakt. Sie soll die dringend benötigte Akzeptanz für die Gebäudesanierung in der Breite der Bevölkerung erhöhen. Doch Ökonomen und Klimaforscher fragen sich: Reicht eine Quote für Biogas aus, um die CO?-Ziele bis 2045 zu schaffen?

Befürworter betonen dagegen die neu geschaffene Investitionssicherheit. Die Kombination aus flexibleren Vorgaben und üppigen Fördertöpfen könne endlich den Sanierungsstau auflösen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob dieser Pragmatismus trägt. Mit der Kabinettsentscheidung zum Gesetzentwurf im April und dem geplanten Inkrafttreten am 1. Juli stehen die Weichen nun auf Umsetzung.

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