Ergebnisse, Produktion/Absatz

Hellofresh leidet unter trÀger Kochboxen-Nachfrage - Aktie legt zu

29.04.2025 - 10:19:43 | dpa.de

Hellofresh DE000A161408 hat zum Jahresstart wegen des weiterhin schwĂ€chelnden GeschĂ€fts mit Kochboxen wie erwartet einen deutlichen UmsatzrĂŒckgang hinnehmen mĂŒssen.

Mitte MĂ€rz hatte das Management bereits ein schwieriges Auftaktquartal in Aussicht gestellt. Nun fielen die Zahlen aber nicht ganz so schlimm aus wie von Analysten befĂŒrchtet. Hellofresh-Chef Dominik Richter bestĂ€tigte am Dienstag die Jahresprognose, sprach in einer Analystenkonferenz allerdings von zunehmender makroökonomischer Unsicherheit und Gegenwind durch Wechselkurseffekte. Die Aktien legten stark zu.

Im frĂŒhen Handel kletterten die Papiere um fast zehn Prozent auf 9,26 Euro und damit auf ein Hoch seit Mitte MĂ€rz. Seit Jahresbeginn haben sie aber noch immer rund ein Viertel an Wert verloren. In der Corona-Pandemie erreichten die Aktien Ende 2021 ein Rekordhoch bei 97,50 Euro. Angesichts von Lockdowns kochten viele Menschen ihr Essen damals Zuhause selbst. Seit diesem Boom geht die Nachfrage nach Kochboxen jedoch spĂŒrbar zurĂŒck.

Die Erlöse fielen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund sieben Prozent auf 1,93 Milliarden Euro, wie der MDax-Konzern DE0008467416 in Berlin mitteilte. WÀhrend der Umsatz mit Kochboxen um 13,5 Prozent schrumpfte, legte die Sparte rund um Fertiggerichte 10,5 Prozent zu.

Ein HĂ€ndler sprach von besser als erwarteten Zahlen auf niedrigem Niveau. Unter dem Strich gĂ€ben die Resultate aber keinen Hinweis darauf, ob der Umkehrschwung zum Besseren Fahrt aufnehme, bemĂ€ngelte JPMorgan-Analyst Marcus Diebel. Simon Baker vom US-Analysehaus Bernstein Research betonte, dass es fĂŒr Hellofresh noch ein weiter Weg sei, um Vertrauen zurĂŒckzugewinnen.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber. Ebitda) schnellte wegen des laufenden Sparprogramms um rund 250 Prozent auf 58,1 Millionen Euro nach oben - das war wesentlich mehr als von Analysten erwartet. Vor allem im KochboxengeschÀft machten sich Einsparungen bei den Personalkosten und in der Produktion bemerkbar, hier verdoppelte sich das operative Ergebnis beinahe. Der wachsende Fertiggerichte-Bereich rutschte derweil operativ noch tiefer in die roten Zahlen. Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner ein Verlust von 123,8 Millionen Euro nach einem Minus von 83,9 Millionen im Vorjahresquartal.

Hellofresh spart außerdem bei der Werbung. Die Marketingausgaben seien das dritte Quartal in Folge zurĂŒckgefahren worden, hieß es. Das drĂŒckte auch auf die Bestellungen. Das passt allerdings zur Strategie von Hellofresh: Der Konzern setzt mittlerweile auf Klasse statt Masse und konzentriert sich auf "hochwertige" Kunden. Damit meint Hellofresh vor allem profitable Kunden, die möglicherweise auch ohne Einsatz von Gutscheinen Kochboxen und Fertiggerichte bestellen.

Im laufenden Jahr erwartet Hellofresh weiterhin einen UmsatzrĂŒckgang von drei bis acht Prozent. Der bereinigte operative Gewinn soll zwischen 450 und 500 Millionen Euro liegen und damit zumindest wieder das Niveau von vor zwei Jahren erreichen. Bis Ende des laufenden Jahres sollen bereits rund 70 Prozent des laufenden Sparprogramms umgesetzt sein. Mit dem Programm will Hellofresh bis 2026 jĂ€hrlich etwa 300 Millionen Euro sparen.

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