Kombiverkehr, Dirk

Kombiverkehr: Dirk Steffes wird neuer Geschäftsführer

15.04.2026 - 02:59:27 | boerse-global.de

Der europäische Kombiverkehr vollzieht einen Generationswechsel an der Spitze. Dirk Steffes löst Armin Riedl ab und übernimmt gemeinsam mit Heiko Krebs die Geschäftsführung.

Kombiverkehr: Dirk Steffes wird neuer Geschäftsführer - Foto: über boerse-global.de

Dirk Steffes übernimmt im Sommer die Nachfolge von Armin Riedl, der das Unternehmen mehr als drei Jahrzehnte geprägt hat. Der Wechsel erfolgt in einer Phase tiefgreifender Modernisierung der Schieneninfrastruktur und strategischer Neuausrichtung.

Doppelspitze für die Zukunft

Der Aufsichtsrat der Kombiverkehr KG berief Dirk Steffes am 13. April 2026 zum Geschäftsführer. Ab dem 1. Juni wird er gemeinsam mit Heiko Krebs die Doppelspitze des Frankfurter Unternehmens bilden. Steffes übernimmt die Verantwortung für Vertrieb, Personal und Unternehmenskommunikation.

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Der langjährige Geschäftsführer Armin Riedl scheidet Ende Juni aus dem Vorstand aus. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, bleibt Riedl dem Unternehmen bis Mitte 2027 als Berater erhalten. „Dirk Steffes ist ein anerkannter Experte im europäischen Schienengüterverkehr“, betonte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Maixner. Seine Erfahrung im strategischen Vertrieb und Asset-Management sei entscheidend für die künftige Netzwerkentwicklung.

Strategische Expertise für neue Herausforderungen

Steffes bringt breite Erfahrung aus der internationalen Logistik- und Bahnbranche mit. Seine Karriere führte ihn in Führungspositionen zu TX Logistik, Mitsui Rail Capital Europe und DB Cargo. Zuletzt beriet er als Experten für Schieneninfrastruktur-Investments die Swiss Life Asset Managers.

Der Personalwechsel folgt auf eine weitere Schlüsselbesetzung: Ende März wurde Mohsen Abedi zum neuen Leiter Nationaler Verkehr ernannt. Branchenbeobachter sehen darin eine gezielte Verstärkung des Managements, um das Wachstum im europäischen Schienengüterverkehr voranzutreiben.

Solide Basis trotz schwierigem Umfeld

Das neue Führungsduo übernimmt ein Unternehmen, das sich im schwierigen Geschäftsjahr 2024 stabilisiert hat. Kombiverkehr transportierte rund 769.733 Lkw-Ladungen, was etwa 1,54 Millionen TEU entspricht. Das Volumen sank zwar um 5,6 Prozent, dennoch erzielte das Unternehmen einen Jahresüberschuss von über 215.000 Euro bei einem Umsatz von etwa 434,6 Millionen Euro.

Ein Meilenstein war die erfolgreiche „Traktionsreform“, die im Februar 2025 abgeschlossen wurde. Innerhalb von nur sechs Monaten verlagerte Kombiverkehr einen Großteil seiner Transporte auf 14 verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen. Heute bewältigen vier Hauptpartner – KombiRail Europe, Lokomotion, SBB Cargo International und DB Cargo – etwa 90 Prozent des Netzverkehrs.

Internationale Korridore boomen

Während der nationale Verkehr in Deutschland 2024 leicht um 3,0 Prozent zurückging, verzeichnete Kombiverkehr auf wichtigen Auslandsstrecken kräftige Zuwächse. Das Verkehrsaufkommen nach Polen stieg um 46,4 Prozent, nach Frankreich um 13,7 Prozent und nach Spanien um 12,6 Prozent.

Das Unternehmen reagierte mit neuen Verbindungen: Dazu zählen eine dreimal wöchentliche Route zwischen Rotterdam und Köln-Eifeltor, eine ausgebaute Linie von Antüber über Irun nach Madrid sowie reaktivierte Direktzüge zwischen Lübeck und Verona. Seit Anfang 2026 betreibt die Kombiverkehr-Gruppe zudem das PKV-Terminal im Duisburger Hafen Ruhrort.

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Infrastruktur als größte Hürde

Die neue Führung steht vor anhaltenden Herausforderungen. Renovierungsarbeiten an wichtigen Korridoren, wie der monatelangen Sperrung der Riedbahn, führen zu Qualitätseinbußen und höheren Kosten. Das Unternehmen fordert eine Rückkehr zu Bauweisen „unter dem rollenden Rad“, um Beeinträchtigungen zu minimieren.

Finanzieller Druck kommt durch eine angekündigte Erhöhung der Trassenpreise um 16 Prozent hinzu. In Gesprächen mit dem Verkehrsministerium wirbt Kombiverkehr für mehr politische Unterstützung, um die Wettbewerbsfähigkeit des kombinierten Verkehrs gegenüber dem Lkw zu sichern.

Das erklärte Ziel bleibt die Ausweitung des klimafreundlichen Schienentransports. Durch die Verlagerung von fast 770.000 Sendungen auf die Schiene sparte das Unternehmen im letzten Berichtsjahr über 1,1 Millionen Tonnen CO?-Emissionen ein. Die Digitalisierung und Flexibilisierung des Netzwerks werden auch unter der neuen Führung Priorität haben.

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