Innenstadt, Menschen

Ostdeutsche gehen hÀufiger in die Innenstadt

03.04.2025 - 05:46:28 | dpa.de

Menschen in Ostdeutschland besuchen ihre InnenstÀdte wesentlich hÀufiger.

43 Prozent zieht es einer Umfrage zufolge tĂ€glich oder mindestens zwei- bis dreimal pro Woche ins Stadtzentrum. Im Westen gibt dies nur jeder Dritte an. Das geht aus einer Sonderauswertung fĂŒr die "Deutschlandstudie Innenstadt" hervor.

DafĂŒr hat das Beratungsunternehmen Cima im Juni und Juli 2024 im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) und des City-Management-Verbandes Ost (CMVO) knapp 5.050 Menschen reprĂ€sentativ befragt.

Das Einkaufen ist demnach in beiden Landesteilen das hÀufigste Motiv, weshalb Konsumenten die InnenstÀdte aufsuchen. Dennoch gibt es Unterschiede: Im Westen werden gastronomische Angebote und Arztbesuche öfter als Besuchsgrund genannt. Im Osten sind derweil öffentliche Einrichtungen, Bibliotheken, Feste, berufliche AnlÀsse, Bildung und Kulturangebote wie Theater oder Kino wichtiger.

Gemeinsame Probleme: Verkehr und Stadtbild

Aus Sicht von CMVO-VizeprĂ€sidentin Susann Liepe verfĂŒgen die Stadtzentren in ostdeutschen BundeslĂ€ndern ĂŒber eine "ausgewogenere Mischung" als im Westen. "Im Osten sind mehr öffentliche Einrichtungen, ArbeitsplĂ€tze, Bildungsinstitutionen und Dienstleistungen in den Zentren angesiedelt." Das bringe mehr Menschen in die InnenstĂ€dte. Dies sei auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Nutzungsmotive stĂ€rker gekoppelt wĂŒrden.

Handlungsbedarf gibt es laut Umfrage in InnenstĂ€dten in Ost und West vor allem bei Stadtbild und AufenthaltsqualitĂ€t sowie MobilitĂ€t, Verkehr und Parken. In Westdeutschland sehen die Befragten einen grĂ¶ĂŸeren Investitionsbedarf. Die Studienautoren begrĂŒnden dies damit, dass in ostdeutschen StĂ€dten nach der Wende vielfach bereits aufwendige Sanierungen durchgefĂŒhrt worden seien.

Berlin, MĂŒnchen, Hamburg und Dresden am beliebtesten

Außerdem zeigt die Umfrage: Menschen aus Ostdeutschland interessieren sich mehr fĂŒr InnenstĂ€dte im ganzen Bundesgebiet, Westdeutsche vor allem fĂŒr die im Westen. So schafft es bei den Befragten aus den alten BundeslĂ€ndern außer Berlin keine ostdeutsche Stadt in die Top 10.

"Es scheint so, als ob viele Westdeutsche auch fast 45 Jahre nach der Wende den Osten noch nicht fĂŒr sich entdeckt haben", sagte Liepe. Bei Befragten aus den neuen BundeslĂ€ndern fĂŒhren Berlin, Dresden und Leipzig das Ranking der attraktivsten InnenstĂ€dte an. Im Westen liegen MĂŒnchen, Hamburg und Köln vorn. Die Hauptstadt schafft es lediglich auf den fĂŒnften Rang.

Ost und West haben jedoch mit denselben Herausforderungen zu kĂ€mpfen. In beiden Landesteilen besuchen viele Menschen ihre InnenstĂ€dte nach eigenen Angaben nicht mehr so oft wie in den Jahren vor 2022. Die Besucherzahlen könnten weiter sinken. Im Westen geben mehr als 30 Prozent an, die Stadtzentren kĂŒnftig seltener ansteuern zu wollen, im Osten 28 Prozent. HĂ€ufiger kommen wollen hingegen nur jeweils gut 10 Prozent.

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