Mirax-Trojan, Social-Media-Konten

Mirax-Trojan: 220.000 Social-Media-Konten durch Android-SchÀdling gefÀhrdet

14.04.2026 - 20:21:36 | boerse-global.de

Der Android-Trojaner Mirax vereint Banking-Betrug mit der Nutzung infizierter GerĂ€te als Proxy-Server. Er wird exklusiv ĂŒber Meta-Werbung verbreitet und umgeht so Sicherheitssysteme.

Mirax-Trojan: 220.000 Social-Media-Konten durch Android-SchĂ€dling gefĂ€hrdet - Foto: ĂŒber boerse-global.de

000 Konten auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Threads kompromittiert. Der Trojaner kombiniert klassischen Bankbetrug mit einer gefĂ€hrlichen Zusatzfunktion: Er verwandelt infizierte Smartphones in anonyme Proxy-Server fĂŒr Cyberkriminelle. Entdeckt wurde die Kampagne im FrĂŒhjahr 2026.

Die doppelte Bedrohung: Fernzugriff und Proxy-Netzwerk

Der Mirax-Trojaner markiert eine neue Stufe mobiler Bedrohungen. WÀhrend viele Android-SchÀdlinge nur auf Finanzdaten abzielen, vereint Mirax beides: Er ist ein vollwertiger Remote Access Trojan (RAT) und baut gleichzeitig ein Netz aus privaten Proxy-Servern auf. Dieses sogenannte Residential Proxy-System nutzt die legitime Internetverbindung der Opfer, um kriminellen Datenverkehr zu tarnen.

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Der Vorteil fĂŒr die Angreifer ist enorm. Da der Traffic von einer privaten IP-Adresse statt aus einem Rechenzentrum kommt, umgeht er viele Sicherheitssysteme von Banken und Onlineshops. Betrug wird so fast unmöglich zu erkennen. Laut den Sicherheitsfirmen Cleafy und Outpost24 nutzen die Kriminellen die infizierten GerĂ€te fĂŒr KontenĂŒbernahmen und betrĂŒgerische Transaktionen – oder sie vermieten die Proxy-Bandbreite weiter.

Exklusives Verbrecher-Business: Malware als Abo-Service

Die Verbreitung von Mirax folgt einem exklusiven „Malware-as-a-Service“-Modell. Im Gegensatz zu öffentlich gehandelter Schadsoftware ist der Zugang streng limitiert. Nur eine kleine Gruppe russischsprachiger Cyberkrimineller mit gutem Ruf im Untergrund erhĂ€lt Zugang. Ein dreimonatiges Abonnement kostet Berichten zufolge 2.500 US-Dollar.

Diese ExklusivitÀt ist strategisch: Sie soll verhindern, dass der Code zu schnell in die HÀnde von Sicherheitsforschern gelangt und die Kampagne lÀnger unentdeckt bleibt. Trotzdem war die Reichweite gewaltig. Eine einzige Schaltkampagne Anfang April erreichte laut Cleafy innerhalb weniger Tage fast 191.000 Nutzer.

TÀuschung per Meta-Werbung: So gelangt der SchÀdling aufs Handy

Die Infektionskette startet mit bezahlter Werbung auf Meta-Plattformen. Die Anzeigen locken mit angeblichen Gratis-Streamingdiensten wie „StreamTV“. Klickt ein Nutzer, landet er auf einer TĂ€uschungsseite, die oft auf GitHub gehostet wird. Ein Skript prĂŒft, ob ein Android-GerĂ€t verwendet wird. Nur dann wird die schĂ€dliche APK-Datei zum Download angeboten.

Nach der Installation tarnt sich Mirax als nĂŒtzliche App und fordert aggressiv Barrierefreiheits-Berechtigungen. ErhĂ€lt er diese, kann er:
* Tastatureingaben und SMS abfangen.
* Fotos und Dateien stehlen.
* Dynamische Betrugs-Overlays ĂŒber Banking-Apps legen, um Login-Daten abzugreifen.

Zur Tarnung zeigt der Trojaner sogar Fehlermeldungen an, die eine fehlgeschlagene Installation vortÀuschen, wÀhrend er im Hintergrund weiterlÀuft.

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Meta unter Druck: Jedes dritte Werbebanner betrĂŒgerisch?

Der Erfolg der Mirax-Kampagne wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitsprobleme in Metas Werbenetzwerk. Studien deuten darauf hin, dass in einigen europĂ€ischen Regionen bis zu einem Drittel der Anzeigen mit betrĂŒgerischen AktivitĂ€ten in Verbindung stehen. SchĂ€tzungen zufolge sind sogenannte „Malvertising“-Angriffe mittlerweile fĂŒr ĂŒber 40 Prozent aller Cyberangriffe auf Privatpersonen verantwortlich.

Kritiker bemÀngeln, dass Metas automatische Systeme Werbetreibende oft erst sperren, wenn Betrug mit 95-prozentiger Sicherheit vorhergesagt wird. Bei geschÀtzten 15 Milliarden risikobehafteten Anzeigen pro Tag können raffinierte Akteure wie die Mirax-Betreiber so lange ungestört agieren. Die EU-Regulierer beobachten den Spagat zwischen Werbeumsatz und Plattformsicherheit mit wachsendem Unbehagen.

Was bedeutet das fĂŒr die mobile Sicherheit?

Mirax zeigt einen gefĂ€hrlichen Trend: Die Grenzen zwischen Banking-Trojanern, Spionagesoftware und Netzwerktools verschwimmen. Der Missbrauch von privaten Proxy-Netzwerken, frĂŒher typisch fĂŒr kompromittierte IoT-GerĂ€te, ist nun in vollwertiger Schadsoftware angekommen.

Sicherheitsexperten raten Nutzern zu Ă€ußerster Vorsicht bei Werbeanzeigen fĂŒr angebliche Gratis-Streamingdienste. Der Download von Apps aus unbekannten Quellen bleibt das grĂ¶ĂŸte Risiko. Unternehmen und private Nutzer sollten zudem unerwĂŒnschte Anfragen fĂŒr Barrierefreiheits-Berechtigungen strikt ablehnen – sie sind noch immer der „GeneralschlĂŒssel“ fĂŒr moderne Android-Malware.

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