IAA/ ROUNDUP 2: Schulterschluss gegen das Verbrennerverbot
09.09.2025 - 13:04:17 | dpa.de(neu: Weitere Aussagen ergÀnzt)
MĂNCHEN (dpa-AFX) - Bei der Eröffnung der IAA Mobility haben sich Politik und Veranstalter fĂŒr Ănderungen am geplanten Verbrennerverbot ausgesprochen. "Einseitige politische Festlegungen auf bestimmte Technologien sind nicht nur fĂŒr diese Branche grundsĂ€tzlich der falsche wirtschaftspolitische Weg", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz. Es brauche mehr FlexibilitĂ€t in der Regulierung.
Ziel sei, "durch Technologieoffenheit WettbewerbsfĂ€higkeit und effektiven Klimaschutz" miteinander zu verbinden, betonte Merz. GrundsĂ€tzlich mĂŒsse Deutschland "wieder ein wettbewerbsfĂ€higer international anerkannter Wirtschaftsstandort werden, auf den die Welt nicht mit Verwunderung, sondern mit Bewunderung schaut".
RealitÀtscheck gefordert
Auch Hildegard MĂŒller, PrĂ€sidentin des Verbands der Autoindustrie (VDA), der die IAA veranstaltet, forderte einen RealitĂ€tscheck und eine Kurskorrektur in der EU-Klimapolitik gegenĂŒber der Autoindustrie - beim Verbot neuer Verbrenner ab 2035, aber auch bei den Vorgaben zum CO2-FlottenausstoĂ. Dies sei keine Abkehr vom Ziel der KlimaneutralitĂ€t, sondern im Gegenteil ein Betrag zu deren Gelingen, argumentiert sie.
Die Verbraucher seien noch nicht in ausreichendem MaĂe bereit, auf ElektromobilitĂ€t umzusteigen, sagte MĂŒller. Wer "ohne RealitĂ€tsbezug" an Zielen festhalte und nicht sehe, dass auf der Welt verschiedene technologische Optionen zum Gelingen der Verkehrswende betrĂŒgen, der gefĂ€hrde nicht nur Wachstum, Wohlstand und ArbeitsplĂ€tze, sondern auch das Ziel der KlimaneutralitĂ€t.
Davor hatte bereits der bayerische MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) seine Forderung nach einer Abkehr vom Verbrennerverbot erneuert. So wie es jetzt konzipiert sei, sei es falsch und mĂŒsse aufgehoben und durch andere Alternativen ersetzt werden. Zudem forderte er, die CO2-Ziele "an die RealitĂ€t" anzupassen.
Aus der Industrie hatte es zuletzt immer wieder Àhnliche Forderungen gegeben. Auch auf dem Messerundgang des Kanzlers kam das Thema zur Sprache - unter anderem bei den Zulieferern Schaeffler DE000SHA0019 und Mahle.
Sechs weitere Jahre IAA in MĂŒnchen
Bereits zu Beginn der Eröffnung hatte VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller bekannt gegeben, dass die IAA weiter in MĂŒnchen bleiben wird. Der aktuelle Vertrag lĂ€uft mit der diesjĂ€hrigen Messe aus. Nun gibt es eine Einigung auf sechs weitere Jahre - also drei weitere Ausgaben.
Schon vor der Eröffnung hatte es Proteste gegen die Messe gegeben. Das globalisierungskritische Netzwerk Attac versenkte in einer WasserflĂ€che vor dem Eingang der Messe einen "Autosaurus". "Der fossile RĂŒckschritt unter der Regierung Merz ist in vollem Gange und die Verkehrswende wird ausgebremst", kritisieren die Aktivisten. Die Autoindustrie werde sich nicht freiwillig verĂ€ndern. "KlimaneutralitĂ€t ist ihr egal, denn es geht ihr nur um den Profit mit immer gröĂeren und schĂ€dlicheren Autos."
Wenige Stunden spĂ€ter nutzte die Klimaschutzgruppierung Extinction Rebellion ebenfalls die WasserflĂ€che vor der Messe fĂŒr eine Aktion. Bei ihr stellten Aktivisten treibende Leichen dar. "Die Klimakrise tötet Menschen und an der IAA werden immer gröĂere Autos und ein "Weiter-so" zelebriert", kritisierte ein Sprecher.
Weitere Protestaktionen im Laufe der Messe werden erwartet - wie schon bei den letzten Ausgaben der IAA Mobility.
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