Nummer, Kummer

Nummer gegen Kummer verzeichnet Rekord bei Beratungsgesprächen

02.04.2026 - 17:31:54 | boerse-global.de

Die anonyme Beratungsstelle führte 2025 über 124.000 Gespräche, ein historischer Höchstwert. Psychische Nöte sind das dominierende Thema, digitale Kanäle verzeichnen ein starkes Wachstum.

Nummer gegen Kummer verzeichnet Rekord bei Beratungsgesprächen - Foto: über boerse-global.de

Die „Nummer gegen Kummer“ hat im Jahr 2025 so viele Menschen beraten wie nie zuvor. Der Dachverband veröffentlichte jetzt die Jahresstatistik, die einen deutlichen Anstieg der Gespräche zeigt. Besonders psychische Belastungen und digitale Hilfsangebote gewinnen an Bedeutung.

Rekord: Über 124.000 Gespräche geführt

Die anonymen Beratungsangebote des Vereins waren 2025 gefragter denn je. Insgesamt führten die Ehrenamtlichen 124.619 Gespräche – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit rund 117.934 Beratungen. Das klassische Kinder- und Jugendtelefon bildete mit 84.329 Kontakten weiter das Rückgrat.

Anzeige

Warum so viele Deutsche im Alltag nur noch funktionieren, anstatt wirklich zu leben, erklärt eine erfahrene Life Coach und bietet praktische Hilfe zum Durchatmen an. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit kleinen Übungen den täglichen Stress reduzieren und wieder mehr innere Ruhe finden. Zertifizierte Achtsamkeits-Tipps jetzt kostenlos als PDF sichern

Auch das Elterntelefon verzeichnete eine intensive Nutzung. 20.635 Mal suchten Mütter und Väter dort Unterstützung. „Die Erfahrung, zum ersten Mal über Sorgen sprechen zu können, ist für viele ein entscheidender Schritt“, betonte Vorstandsvorsitzende Gisela Wetzel-Willert. Eine spezielle Helpline für Geflüchtete aus der Ukraine leistete zudem 800 Mal gezielte Hilfe.

Psychische Nöte dominieren die Themen

Was belastet Kinder und Jugendliche heute am meisten? Die Antwort der Statistik ist klar: psychische Probleme. Sie haben sich als häufigster Beratungsanlass etabliert. Neben allgemeinen seelischen Nöten spielen familiäre Konflikte, Einsamkeit und Mobbing eine übergeordnete Rolle.

Besonders besorgniserregend ist der Trend in der Online-Beratung. Hier werden überproportional häufig extrem belastende Themen wie selbstverletzendes Verhalten und Suizidgedanken angesprochen. Die Anonymität des Digitalen scheint es zu erleichtern, über schambesetzte Erlebnisse zu reden. Bei den Eltern stehen hingegen Überforderung und Partnerschaftskonflikte im Vordergrund.

Online-Beratung boomt – plus 38 Prozent

Ein Kanal wächst besonders rasant: die Beratung per Chat und E-Mail. Mit 18.855 Fällen verzeichnete dieser Bereich ein Plus von 38 Prozent. Für die junge Generation sind digitale Kanäle oft die erste Wahl. Der schriftliche Austausch bietet eine niedrige Hürde und erlaubt es, Sorgen im eigenen Tempo zu formulieren.

Der Verein hat die Kapazitäten online bereits ausgebaut. Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot oft noch. Trotz des Digitalbooms bleibt das Telefonat unverzichtbar – für die unmittelbare emotionale Verbindung in akuten Krisen. Die Kombination beider Wege bildet heute ein hybrides Sicherheitsnetz.

Getragen von 4.000 Ehrenamtlichen

Wie stemmt der Verein diese Masse an Gesprächen? Die Antwort liegt im Engagement von fast 4.000 ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern. Sie durchlaufen umfangreiche Schulungen, um den hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. 87 lokale Träger, oft dem Kinderschutzbund angehörig, sichern die regionale Verankerung.

Anzeige

Oft lässt sich der belastende Stress im Alltag nicht sofort abstellen, aber man kann lernen, besser mit ihm umzugehen und die eigene Resilienz zu stärken. Die bewährten simplify-Methoden unterstützen Sie dabei, Ihre innere Gelassenheit zurückzugewinnen und tägliche Herausforderungen entspannter zu meistern. Kostenlosen Ratgeber für mehr Gelassenheit herunterladen

Finanziell wird das Projekt maßgeblich unterstützt. Die Deutsche Telekom übernimmt seit 1991 alle Verbindungskosten, sodass die Anrufe kostenfrei bleiben. Zudem fördert das Bundesfamilienministerium den Verein. Diese Kooperation aus Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft gilt als beispielhaft.

Seismograph für gesellschaftliche Belastungen

Was sagen die Rekordzahlen über unsere Gesellschaft aus? Experten sehen sie auch als Zeichen einer Enttabuisierung. Die Bereitschaft, Hilfe zu suchen, ist gestiegen. Gleichzeitig deckt die Statistik eine Lücke im Versorgungssystem auf: Lange Wartezeiten auf Therapieplätze machen die „Nummer gegen Kummer“ zur wichtigen ersten Anlaufstelle.

Die Zunahme schwerer Themen wie Suizidalität zeigt, dass der Verein eine zentrale Rolle in der Krisenfrüherkennung spielt. Die Daten fungieren somit als Seismograph – und geben der Politik Hinweise, wo der Unterstützungsbedarf für Familien am kritischsten ist.

Ausbau der digitalen Hilfe geplant

Für die Zukunft will der Verein seine Angebote weiter dynamisieren. Ein Fokus liegt auf der Stärkung der Online-Beratung, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Auch neue Technologien und deren Einfluss auf Jugendliche, etwa Künstliche Intelligenz, rücken in den Blick.

Eine weitere große Aufgabe ist die Gewinnung neuer Ehrenamtlicher. Sie werden dringend benötigt, um die Erreichbarkeit in den Stoßzeiten am Abend und am Wochenende zu sichern. Angesichts der wachsenden Komplexität der Fälle ist auch die kontinuierliche Weiterbildung der Teams entscheidend. Die Rekordstatistik ist damit ein klarer Handlungsauftrag.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis  Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | boerse | 69058007 |