Tariftreuegesetz beschlossen
26.02.2026 - 10:35:24 | dpa.deDer Bundestag beschloss das sogenannte Tariftreuegesetz mit der Mehrheit von Union und SPD. Die GrĂŒnen stimmten mit dafĂŒr, die Linke enthielt sich. Die AfD votierte dagegen. Im MĂ€rz soll sich der Bundesrat damit befassen.
Die Koalitionsfraktionen waren sich erst diese Woche ĂŒber die Details der Vorlage einig geworden. Der Kompromiss sieht vor, die Geltung des Gesetzes auf bestimmte AuftrĂ€ge einzuschrĂ€nken. Es soll ab einem Auftragsvolumen ab 50.000 Euro greifen, in bestimmten FĂ€llen erst ab 100.000 Euro. LiefervertrĂ€ge sowie alle AuftrĂ€ge der Bundeswehr sollen auĂen vor bleiben.
Gesetz war Anliegen der SPD
Das Gesetz war ein Anliegen der SPD, die dies bereits in den Koalitionsvertrag mit der Union hineinverhandelte. Die SPD-Abgeordnete Annika Klose sagte, damit werde ein einfaches Prinzip durchgesetzt: "Wer öffentliche AuftrĂ€ge bekommt, muss auch ordentlich bezahlen." Mit Steuergeld dĂŒrfe kein Lohndumping gefördert werden.
SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt erinnerte an den Hintergrund: die milliardenschweren Investitionen aus dem sogenannten Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur. "Wir modernisieren unser Land", sagte Schmidt. "Mit dem Tariftreuegesetz verbinden wir unsere Investitionen in die Zukunft mit guten Löhnen und guten Arbeitsbedingungen."
Bei der Union blieben Zweifel
Die Union machte in der abschlieĂenden Debatte deutlich, dass sie nur mit groĂen Zweifeln zustimmt. Die CDU-Abgeordnete Sandra Carstensen sagte, sie tue sich nicht leicht. Man teile das Ziel, die Tarifbindung in Deutschland zu steigern. Doch mĂŒsse man prĂŒfen, ob das Gesetz dies wirklich leisten werde.
Der Union seien im Gesetzgebungsverfahren "substanzielle Verbesserungen" gelungen, sagte Carstensen. Ein bedeutender Schritt sei, dass LiefervertrĂ€ge herausgenommen worden seien. Zudem dĂŒrfe das SPD-gefĂŒhrte Sozialministerium die geforderten guten Bedingungen nicht alleine festlegen, sondern "im Benehmen" mit dem CDU-gefĂŒhrten Wirtschaftsministerium. "Und dennoch bleiben Zweifel und dennoch bin ich alles andere als zufrieden mit diesem Gesetz", sagte Carstensen.
Die AfD beklagt Zwang
GrĂŒne und Linken unterstĂŒtzen das Tariftreuegesetz grundsĂ€tzlich, doch geht ihnen der Kompromiss der Koalition nicht weit genug. Die AfD lehnt das ganze Vorhaben generell ab. Es handele sich um ein "Tarifanwendungszwangsgesetz", sagte der AfD-Abgeordnete Peter Bohnhof in der Debatte.
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