Rio Tinto Aktie: Zyklone, Zölle, Zuwachs
31.03.2026 - 11:25:16 | boerse-global.deZwei TropenstĂŒrme innerhalb weniger Wochen, acht Millionen Tonnen verlorene Eisenerzlieferungen â und trotzdem hĂ€lt Rio Tinto an seinen Jahreszielen fest. Dass der Kurs zum Wochenstart dennoch krĂ€ftig anzog, lag nicht nur an der bestĂ€tigten Guidance, sondern auch an einem geopolitischen Ereignis weit entfernt von Australien.
Pilbara lĂ€uft wieder â fast
Tropensturm Narelle traf die Pilbara-Region in Western Australia Ende MĂ€rz und zwang Rio Tinto, alle vier EisenerzhĂ€fen vorĂŒbergehend zu schlieĂen. Die Terminals East Intercourse Island, Parker Point und Cape Lambert B nahmen den Betrieb am 28. MĂ€rz wieder auf. Lediglich Cape Lambert A befindet sich noch in der Reparatur; die Wiederaufnahme des Schiffsbetriebs dort wird in den nĂ€chsten Tagen erwartet.
Zusammen mit Tropensturm Mitchell im Februar summieren sich die wetterbedingten AusfĂ€lle auf rund acht Millionen Tonnen Eisenerz. Etwa die HĂ€lfte davon soll im Jahresverlauf aufgeholt werden. Die Jahresprognose fĂŒr Pilbara-Lieferungen bleibt unverĂ€ndert bei 323 bis 338 Millionen Tonnen â ein Signal, dass das System mehr Puffer hat, als die Störungen vermuten lassen.
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Aluminium-Schock aus dem Nahen Osten
Den stĂ€rksten Kursimpuls lieferte jedoch ein Ereignis vom Wochenende: Der Iran bekannte sich zu koordinierten Raketen- und Drohnenangriffen auf zwei der gröĂten Aluminiumproduzenten am Golf. Emirates Global Aluminium in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldete erhebliche SchĂ€den und mehrere verletzte Mitarbeiter; Aluminium Bahrain bestĂ€tigte zwei Verletzte und laufende Schadenserhebungen.
Der Ausfall dieser KapazitĂ€ten löste einen Angebotsschock am globalen Aluminiummarkt aus â und Rio Tinto profitierte unmittelbar. Mit Produktionsstandorten in Australien, Kanada und Island ist das Unternehmen geografisch breit aufgestellt und galt sofort als NutznieĂer der Knappheit. Die Londoner Aktie stieg am Montag um 3,5 Prozent und war damit der gröĂte Einzeltreiber im FTSE 100; die australisch gelisteten Anteile schlossen 4,93 Prozent höher bei 160,78 australischen Dollar.
Bauxitabbau ebenfalls betroffen
Narelle hinterlieĂ auch in Queensland Spuren. Die Bauxitminen Amrun und Andoom im Norden des Bundesstaates â mit einer kombinierten JahreskapazitĂ€t von rund 30 Millionen Tonnen â wurden vorĂŒbergehend stillgelegt. Bauxite ist der Rohstoff fĂŒr die Aluminiumproduktion, womit der Sturm gleich zwei Wertschöpfungsstufen des Konzerns traf.
Quartalszahlen am 19. April
Die vollstĂ€ndige Abrechnung der Sturmsaison folgt am 19. April, wenn Rio Tinto seine operativen Ergebnisse fĂŒr das erste Quartal 2026 veröffentlicht. Dann wird sich zeigen, wie weit der Aufholpfad bei den Eisenerzlieferungen tatsĂ€chlich vorangeschritten ist â und ob der Aluminiumpreisanstieg die Volumenverluste zumindest teilweise kompensiert hat.
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