Amazon enttÀuscht mit Wachstum der Cloud-Sparte - Aktie fÀllt
01.08.2025 - 17:24:20 | dpa.de(neu: Aktueller Kurs, Analysten-EinschÀtzung)
SEATTLE (dpa-AFX) - Marktprognosen mit Quartalszahlen ĂŒbertroffen, die Aktie fĂ€llt trotzdem: Die Wall Street hat von Amazon US0231351067 noch mehr erwartet. Der weltgröĂte Online-HĂ€ndler enttĂ€uschte die Börsianer mit dem Wachstum seiner Cloud-Sparte AWS und einem verhaltenen Gewinnausblick. FĂŒr die seit dem Zoll-Schock an den FinanzmĂ€rkten Anfang April gut gelaufene Aktie ging es am Freitag im frĂŒhen Handel um bis zu acht Prozent nach unten.
"Im Rampenlicht stand eindeutig die Sparte AWS, und die leuchtet nicht so hell wie erwartet", schrieb Analyst Matt Britzman vom britischen Broker Hargreaves Lansdown GB00B1VZ0M25. WĂ€hrend Microsoft US5949181045 und die Google-Holding Alphabet US02079K3059 mit dem Cloud-Wachstum jĂŒngst StĂ€rke demonstriert hĂ€tten, sei AWS von Amazon nicht der erhoffte groĂe Erfolg gewesen.
Mit dem Kursrutsch infolge der Quartalszahlen ist das Papier jetzt auch im bisherigen Jahresverlauf wieder im Minus, aber immer noch 35 Prozent ĂŒber dem Jahrestief von Anfang April. Amazon liegt in der Rangliste der weltweit wertvollsten Tech-Unternehmen mit etwas mehr als 2,3 Billionen Dollar auf Rang vier - weit hinter Nvidia US67066G1040 (4,3), Microsoft (3,9) und Apple US0378331005 (3,0) und knapp vor Alphabet (knapp 2,3).
AWS wÀchst langsamer als Rivalen
Ein weiterer Grund fĂŒr die Talfahrt der Aktie war Amazons Prognose fĂŒr das laufende Quartal. Der Konzern stellte beim operativen Ergebnis eine Spanne in Aussicht, die am unteren Ende deutlich unter den Erwartungen der Analysten liegt. Sie hatten im Schnitt mit 19,4 Milliarden Dollar gerechnet. Amazon geht von 15,5 bis 20,5 Milliarden Dollar aus.
Besser als erwartet fiel das GeschĂ€ft im vergangenen Quartal aus. Der Umsatz des weltgröĂten Online-HĂ€ndlers stieg im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 167,7 Milliarden Dollar (146,7 Mrd Euro), wĂ€hrend die Experten im Schnitt mit gut 162 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der Gewinn sprang um mehr als ein Drittel auf 18,2 Milliarden Dollar hoch.
Das Wachstum der Cloud-Sparte AWS lag im vergangenen Quartal mit 17,5 Prozent gerade so im Schnitt der Markterwartungen. AWS setzt auf den KI-Boom und konkurriert mit den Cloud-Bereichen von Microsoft US5949181045 und Google US02079K1079. Diese hatten zuletzt deutlich höhere Wachstumsraten. Der Umsatz von Microsofts Cloud-Plattform Azure stieg im vergangenen Quartal um 39 Prozent und Googles Cloud-GeschÀft um fast 32 Prozent.
KI-WettrĂŒsten
AWS ist seit Jahren die Nummer eins bei Cloud-Diensten wie Rechenleistung und Speicher aus dem Netz. Alle drei Rivalen stecken jedoch gerade viel Geld in den Ausbau ihrer Rechenzentren, vor allem fĂŒr KI-Anwendungen. Allein im vergangenen Quartal lagen die Kapitalinvestitionen von Amazon ĂŒber 31 Milliarden Dollar. Finanzchef Brian Olsavsky lieĂ durchblicken, dass es im zweiten Halbjahr im Ă€hnlichen Tempo weitergehen soll. Anleger fragen sich, ob sich die hohen Investitionen fĂŒr Amazon genĂŒgend auszahlen.
Amazon-Chef Andy Jassy konterte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, die Branche stehe bei KĂŒnstlicher Intelligenz erst am Anfang. Amazon wolle mehr Kunden mit niedrigeren Kosten fĂŒr den Betreiber ihrer KI-Software anlocken. Und Amazon könne immer noch nicht schnell genug die KapazitĂ€ten ausbauen, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Offene Fragen rund um Zölle
Auf Fragen von Analysten zu den Folgen der von US-PrĂ€sident Donald Trump eingefĂŒhrten Importzölle sagte Jassy, man sei noch unsicher, wer am Ende die höheren Kosten tragen werde. Im ersten Halbjahr habe Amazon noch keinen RĂŒckgang der Nachfrage gespĂŒrt. Viele Artikel, die in den USA ĂŒber die Plattform des Konzerns verkauft werden, kommen aus dem Ausland und sind von den Importzöllen betroffen.
So schÀtzen die Börsenprofis Ergebnisse Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
