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SiFive sammelt 400 Millionen Euro für RISC-V-Offensive gegen Arm

11.04.2026 - 20:30:32 | boerse-global.de

Der RISC-V-Pionier SiFive erhält eine Milliardenfinanzierung, um mit offener Architektur den Markt für KI-Rechenzentrumsprozessoren anzugreifen. Die Bewertung steigt auf 3,65 Milliarden Euro.

SiFive sammelt 400 Millionen Euro für RISC-V-Offensive gegen Arm - Foto: über boerse-global.de

Der RISC-V-Pionier SiFive hat 400 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Mit der milliardenschweren Finanzspritze will das Unternehmen den Angriff auf die etablierten Chip-Architekturen von Arm und Intel in KI-Rechenzentren beschleunigen.

Santa Clara/Kalifornien. Der Kampf um die Vorherrschaft in den KI-Rechenzentren bekommt eine neue Dimension. SiFive, die treibende kommerzielle Kraft hinter der offenen RISC-V-Architektur, hat eine Finanzierungsrunde über 400 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Serie-G-Runde von Atreides Management, mit Beteiligung von Schwergewichten wie NVIDIA, Apollo Global Management und T. Rowe Price. Die Bewertung des Unternehmens steigt damit auf rund 3,65 Milliarden Euro. Für die Branche ist das ein klares Signal: Die einstige Nischenarchitektur RISC-V ist bereit für den großen Wurf im Milliardenmarkt der KI-Hardware.

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Strategische Partnerschaft mit NVIDIA als Gamechanger

Das Timing der Investition ist kein Zufall. SiFive verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzwachstum von über 50 Prozent. Weltweit sind mittlerweile mehr als zehn Milliarden Kerne auf Basis seiner Designs im Einsatz – in Consumer-Produkten, Autos und zunehmend in Rechenzentren. Der neue Kapitalstoß soll die Entwicklung von Hochleistungs-CPUs für sogenannte „agentische KI“ vorantreiben. Diese Systeme, die komplexe Entscheidungen autonom treffen können, stellen völlig neue Anforderungen an die Prozessoren.

Ein entscheidender Treiber ist die vertiefte Zusammenarbeit mit NVIDIA. Seit Januar 2026 ist NVIDIA NVLink Fusion in SiFives Rechenzentrums-Plattform integriert. Diese Hochgeschwindigkeitsverbindung erlaubt es RISC-V-CPUs, nahtlos mit NVIDIA-GPUs zu kommunizieren. Die Latenz sinkt, die Effizienz in großen KI-Clustern steigt. Die Beteiligung des Grafikchip-Riesen wird als strategisches Votum gewertet. NVIDIA, selbst großer Arm-Lizenznehmer, sichert sich mit SiFive eine offene Alternative für Kunden, die maßgeschneiderte Chips entwickeln wollen.

Offene Architektur als Waffe gegen Arm und Intel

Der Wettbewerb um die KI-Chips der Zukunft hat sich deutlich verschärft. Erst im März 2026 brachte Arm Holdings seinen „AGI CPU“ auf den Markt, mit Kunden wie Meta und OpenAI. SiFive kontert mit dem offenen Ansatz von RISC-V. Für Hyperscaler wie Google, Amazon und Microsoft ist das attraktiv: Die Architektur ist lizenzkostenfrei und ermöglicht tiefgreifende Anpassungen. Unternehmen können spezielle Befehle für KI-Aufgaben hinzufügen, was bei geschlossenen Architekturen wie Arm nicht möglich ist.

„Die modulare Natur von RISC-V erlaubt es uns, überflüssige Altlasten traditioneller Chips wegzulassen“, erklärt ein Branchenexperte. Das Ergebnis sei eine bessere Leistung pro Watt – ein entscheidender Faktor angesichts explodierender Energiekosten in Rechenzentren. SiFives dritte Generation der P870-D-Kerne, konzipiert als direkter Konkurrent zu Arms Neoverse N2, läuft bereits in Kunden-Chips. Der Schritt vom Design zur praktischen Anwendung ist vollzogen.

Software-Ökosystem als Schlüssel zum Erfolg

Hardware allein genügt nicht. Ein großer Teil der 400 Millionen Euro fließt in den Aufbau des Software-Ökosystems. Denn um im Rechenzentrum zu bestehen, muss RISC-V nahtlos mit bestehenden Tools funktionieren. SiFive treibt daher Portierungen für CUDA, Red Hat Enterprise Linux und Ubuntu voran. Die Devise lautet: KI-Entwickler sollen ihre Workloads ohne großen Aufwand auf RISC-V-Plattformen verschieben können. Dieser software-zentrierte Ansatz soll die typischen Hürden beim Wechsel der Prozessorarchitektur ausräumen.

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Die Beteiligung institutioneller Investoren wie Apollo zeigt, dass die Finanzwelt RISC-V nicht länger als Experiment, sondern als ausgereifte Technologie betrachtet. Der Markt für Rechenzentrums-Chips könnte bis Ende des Jahrzehnts auf über 100 Milliarden Euro wachsen. SiFive positioniert sich mitten in diesem Rennen.

Countdown zum Börsengang läuft

Für SiFive soll die Serie-G-Runde die letzte private Kapitalrunde vor dem geplanten Börsengang sein. Ein konkretes Datum für den IPO steht zwar noch nicht fest, doch Vergleiche mit Arm Holdings, das 2023 an die Börse ging, werden bereits gezogen. Ein SiFive-IPO wäre die erste Chance für Anleger, direkt auf den gesamten RISC-V-Ökosystem zu setzen.

In den kommenden Monaten richtet sich der Blick auf die zweite Generation der „Intelligence“-Chips, darunter die XM Series Matrix Engines. Ihre Markteinführung ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Sie werden den ultimativen Praxistest darstellen: Können offene Standard-Designs die Rohleistung ihrer proprietären Konkurrenten in echten KI-Anwendungen erreichen? Gelingt das, könnte SiFives Transformation vom Design-Haus zur Infrastruktur-Macht die Landkarte der Halbleiterindustrie neu zeichnen.

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