SiFive sammelt 400 Millionen Euro für RISC-V-Offensive im Rechenzentrum
10.04.2026 - 14:32:22 | boerse-global.de
Der RISC-V-Pionier SiFive hat eine überzeichnete Finanzierungsrunde über 400 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll den Einstieg in den Hochleistungs-Markt für Rechenzentren beschleunigen und den Weg an die Börse ebnen. Angeführt wurde die Runde vom Investmentfirmen Atreides Management und NVIDIA.
Die Bewertung des Halbleiter-IP-Spezialisten aus Santa Clara springt damit auf 3,65 Milliarden Euro. Zuletzt lag sie 2022 bei 2,5 Milliarden. Für Vorstandschef Patrick Little markiert diese Serie-G-Runde den letzten privaten Kapitalschub vor einem geplanten Börsengang. Das Geld fließt in die Entwicklung neuer RISC-V-CPU- und KI-IP-Blöcke, die speziell auf moderne Rechenzentrums-Architekturen zugeschnitten sind.
Während Profis auf Hochleistungs-Architekturen wie RISC-V setzen, können auch Privatanwender von der Effizienz quelloffener Systeme profitieren. Das kostenlose Linux-Startpaket zeigt Ihnen, wie Sie Ubuntu parallel zu Windows installieren und so mehr Geschwindigkeit und Sicherheit gewinnen. Ubuntu-Vollversion und Gratis-Startpaket sichern
Finanzspritze ebnet Weg zum Börsengang
Die massive Kapitalaufnahme signalisiert SiFives Wandel vom Startup zum ernsthaften Mitbewerber im globalen Halbleitermarkt. Die Beteiligung institutioneller Investoren wie T. Rowe Price deutet Analysten zufolge auf einen Börsengang in den nächsten 12 bis 18 Monaten hin. Das Unternehmen baut auf starkem kommerziellem Schwung auf: Seine IP steckt in über 500 verschiedenen Designs, und mehr als 10 Milliarden Prozessorkerne auf SiFive-Basis wurden bereits ausgeliefert.
Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Ingenieurteams weltweit ausbauen, besonders in den Bereichen Hochleistungsrechnen und der notwendigen Software-Infrastruktur für Rechenzentren.
Technische Evolution für „Agentic AI“
Ein Haupttreiber der Investition ist der aufkommende Sektor der „agentischen KI“. Diese benötigt spezielle Rechenfähigkeiten, die sich von traditionellen generativen KI-Modellen unterscheiden. SiFive positioniert seine RISC-V-Architektur als kritische Steuerungsebene für diese Workloads.
Der Fokus der Forschung und Entwicklung liegt auf Hochleistungs-CPUs wie der P870-D für Rechenzentren. Diese Kerne sollen als primäre Orchestratoren in heterogenen Systemen fungieren und verschiedene Beschleuniger mit hoher Energieeffizienz verwalten. Große Cloud-Anbieter suchen zunehmend nach solchen maßgeschneiderten CPU-Lösungen, um ihre Hardware-Designs zu differenzieren – eine Freiheit, die unter traditionellen Lizenzmodellen oft eingeschränkt ist.
Strategische Partnerschaft mit NVIDIA
Die Beteiligung von NVIDIA ist besonders bemerkenswert. Bereits im Januar 2026 kündigten die Unternehmen eine strategische Integration von NVIDIA's NVLink Fusion-Technologie in SiFives künftige Designs an. Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine direkte, kohärente Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen SiFives RISC-V-CPUs und NVIDIA-GPUs.
Analysten sehen in NVIDIAs Investment eine Bestätigung, dass RISC-V eine tragfähige Ergänzung für dessen GPU-Ökosystem im Rechenzentrum sein kann. SiFive arbeitet parallel daran, seine Plattformen vollständig für Industrie-Standards wie CUDA, Red Hat Enterprise Linux und Ubuntu fit zu machen.
Die Integration von KI-Systemen in Unternehmen erfordert heute nicht nur technische Power, sondern auch die Einhaltung strenger gesetzlicher Vorgaben wie des EU AI Acts. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden hilft Ihnen, alle Pflichten und Risikoklassen der neuen KI-Verordnung rechtzeitig zu verstehen. Kostenloses E-Book zum EU AI Act herunterladen
RISC-V fordert den Status Quo heraus
Der Zeitpunkt der Finanzierung fällt mit einem Umbruch im Wettbewerbsumfeld für Halbleiter-IP zusammen. Nach Jahrzehnten der Dominanz von Arm sowie der x86-Architektur von Intel und AMD wächst die Nachfrage nach offenen Alternativen.
SiFive sieht eine Chance genau darin: Da RISC-V eine quelloffene, von einer Non-Profit-Stiftung verwaltete Befehlssatzarchitektur ist, unterliegt sie nicht den gleichen Lizenzgebühren oder der Kontrolle durch ein einzelnes Unternehmen wie proprietäre Standards. Diese Neutralität überzeugt bereits Hyperscaler wie Google. Marktdaten deuten darauf hin, dass RISC-V bereits 25% des globalen Prozessormarkts erreicht hat – mit weiter steigender Tendenz, während die Technologie von Embedded-Anwendungen in die Serverlandschaft vordringt.
Ausblick: RISC-V auf dem Weg zum Goldstandard
SiFive strebt an, sich als „Goldstandard“ für RISC-V-IP zu etablieren – vom Mikrocontroller bis zum Hochleistungs-Serverkern. Der RISC-V-Market, der 2024 bei etwa 1,7 Milliarden Euro lag, könnte Prognosen zufolge bis 2030 auf 9 Milliarden Euro wachsen.
Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, den Software-Rückstand zu etablierten Architekturen aufzuholen. Mit der Unterstützung von Schwergewichten wie NVIDIA und Apollo geht SiFive gestärkt in das Jahr 2026, um die etablierte Hierarchie der Halbleiterwelt herauszufordern.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
