Stillen halbiert Depressionsrisiko junger Mütter
14.04.2026 - 02:10:15 | boerse-global.deDas belegen zwei neue Studien aus den USA und Irland. Sie zeigen: Ausschließliches Stillen kann das Risiko für eine Wochenbettdepression in den ersten Monaten halbieren. Die positiven Effekte auf die psychische Gesundheit halten sogar bis zu zehn Jahre an.
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Studie: Doppelt so hohes Risiko ohne Stillen
Forscher der New York University veröffentlichten ihre Ergebnisse im Januar im Fachjournal PLOS ONE. Sie analysierten Daten von über 2.000 Müttern. Das zentrale Ergebnis: Frauen, die ihre Babys in den ersten drei Monaten ausschließlich stillten, entwickelten seltener Symptome einer postpartalen Depression.
Im Vergleich dazu war das Risiko für Depressionen bei Müttern, die Säuglingsnahrung oder eine Kombination gaben, doppelt so hoch. Dieser Schutz war eng an die tatsächliche Still praxis geknüpft – unabhängig von den ursprünglichen Plänen der Mutter vor der Geburt.
Die Wissenschaftler führen den Effekt auf Hormone zurück. Beim Stillen wird Oxytocin freigesetzt, das stresslindernd wirkt und die Bindung fördert. Doch die Studie zeigt auch die Kehrseite: Negative Stillerfahrungen mit Schmerzen oder Milchmangel können Gefühle von Versagen auslösen und das Depressionsrisiko erhöhen.
Langzeitschutz für die Psyche nachgewiesen
Wie lange hält der psychologische Nutzen an? Eine irische Langzeitstudie im BMJ Open gibt eine überraschende Antwort: bis zu zehn Jahre.
Das Forschungsteam begleitete 168 Mütter aus Dublin über ein Jahrzehnt. Jede zusätzliche Woche ausschließlichen Stillens war mit einem um zwei Prozent geringeren Risiko für Depressionen und Ängste verbunden – gemessen noch zehn Jahre später.
Mütter, die in ihrem Leben insgesamt mindestens zwölf Monate gestillt hatten, wiesen die stabilste psychische Gesundheit auf. Am Ende des Beobachtungszeitraums litten sie deutlich seltener an klinischen Diagnosen als Frauen, die nie gestillt hatten.
Die Crux: Stress kann Stillen verhindern
Die Studien belegen eine bidirektionale Beziehung. Einerseits wirkt Stillen schützend. Andererseits haben Frauen mit einer Vorgeschichte von Depressionen oder Ängsten häufiger Schwierigkeiten, eine Stillbeziehung aufzubauen.
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Die psychische Belastung kann die Milchproduktion beeinträchtigen oder die Schmerzempfindlichkeit erhöhen. Das führt oft zu einem frühen Abstillen, was als persönliches Scheitern wahrgenommen wird und eine depressive Episode auslösen kann. Ein Teufelskreis.
Expertin fordert bessere Unterstützung
Die neuen Daten unterstreichen die Forderung von Experten nach systemischen Veränderungen. Eine reine Aufklärung über Vorteile reicht nicht aus. Entscheidend ist praktische, psychosoziale Unterstützung durch geschultes Personal oder Stillgruppen.
Eine Cochrane-Analyse von Februar 2025 bestätigt: Gezielte Hilfe kann die Häufigkeit von Wochenbettdepressionen in den ersten drei Monaten senken. Die Integration von Stillberatung in die psychologische Nachsorge gewinnt damit an Bedeutung.
Fachgesellschaften werden die neuen Langzeiterkenntnisse voraussichtlich in ihre Empfehlungen aufnehmen. Das Ziel ist klar: eine erfolgreiche, positiv erlebte Stillerfahrung als Puffer gegen psychische Belastungen zu ermöglichen – ohne moralischen Druck auf die Mütter.
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