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Mehrheit hĂ€lt Social Media fĂŒr gesundheitsschĂ€dlich

09.09.2025 - 13:11:02 | dpa.de

Tiktok, Whatsapp, Youtube und Co. sind einer Mehrheit der deutschen Bevölkerung suspekt: Sowohl unter Erwachsenen als auch unter Jugendlichen halten viele den Social Media Konsum fĂŒr gesundheitsschĂ€dlich, und zwar sowohl fĂŒr die Seele als auch den Körper.

85 Prozent der Erwachsenen befĂŒrworten laut einer neuen Umfrage des Ifo-Instituts daher eine AltersbeschrĂ€nkung ab 16 fĂŒr die Einrichtung von Social Media-Accounts. Sogar unter den 14- bis 17-JĂ€hrigen ist laut des neuen Bildungsbarometers des Ifo-Instituts fast die HĂ€lfte (47 Prozent) dafĂŒr. Grund sind die hĂ€ufig negativ wahrgenommen Folgen.

Mehrheit hĂ€lt Social Media fĂŒr schĂ€dlich

Die MĂŒnchner Wissenschaftler befragten im Mai und Juni 2.982 Erwachsene im Alter von 18 bis 69 und 1.033 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die Erhebung liefert klare Hinweise, dass einer großen Mehrheit sowohl unter Erwachsenen als auch unter Jugendlichen bei ihrem Social Media-Konsum gar nicht wohl ist - sehr viele aber trotzdem ihre Accounts behalten.

So glauben jeweils weit ĂŒber 70 Prozent der Erwachsenen, dass soziale Medien sowohl der psychischen als auch der körperlichen Gesundheit schaden. Bei den Jugendlichen sind es gut 60 Prozent. Die Mehrheit der Erwachsenen ist demnach auch ĂŒberzeugt, dass Social Media-Konsum fĂŒr KonzentrationsfĂ€higkeit, Schulleistung, soziale Kompetenzen, IdentitĂ€tsfindung und politische Meinungsbildung schlecht ist. Die Urteile der befragten Jugendlichen fielen im Schnitt etwas weniger negativ aus.

... und verbringt trotzdem viel Zeit am Display

Gleichzeitig aber verbringen viele Menschen - und keineswegs nur JĂŒngere - sehr viel Zeit mit Youtube, Tiktok, Instagram und anderen Social-Apps: 96 Prozent der befragten Jugendlichen und 90 Prozent der Erwachsenen sagten, dass sie unter der Woche tĂ€glich soziale Medien nutzen. Bei fast einem Drittel (31 Prozent) der Jugendlichen sind es mehr als drei Stunden pro Tag, bei knapp 50 Prozent zwischen einer und drei Stunden. Am Wochenende verlĂ€ngern sich die Zeiten dann noch einmal.

Motiv: Angst vor dem Nicht-Dabeisein

Doch warum verbringen so viele Menschen so viel Zeit mit einer BeschĂ€ftigung, die sie fĂŒr schĂ€dlich halten? WĂ¶ĂŸmann geht davon aus, dass die Furcht vor dem Nicht-Dabeisein grĂ¶ĂŸer ist als die Vorbehalte: "Man hat die ganze Zeit die Angst, etwas zu verpassen", sagte der Wissenschaftler. "Man sieht schon, dass es einem nicht guttut, aber gleichzeitig will man nicht die oder derjenige sein, die nicht mitbekommen, was in der jeweiligen Gruppe abgeht."

Die MĂŒnchner Bildungsökonomen fragten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur nach den Auswirkungen auf den einzelnen Menschen, sondern auch nach ihrem Gesamturteil: Sind soziale Medien eher gut oder eher schlecht fĂŒr die Gesellschaft? In dieser Hinsicht fielen die EinschĂ€tzungen weniger pessimistisch aus: 45 Prozent der Erwachsenen betrachten laut Umfrage die sozialen Medien eher als Risiko, unter den befragten Jugendlichen waren es lediglich 33 Prozent.

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