Herz-Kreislauf-Erkrankungen, PrÀvention

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: EU will PrÀvention verstÀrken

16.12.2025 - 19:17:18 | dpa.de

Um das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen der Menschen in Europa zu senken, will die EU-Kommission den Kampf gegen Rauchen und ungesunde Lebensmittel verstĂ€rken.

Im Fokus stehen dabei hoch verarbeitete Lebensmittel mit einem hohen Gehalt von Fett, Zucker und Salz, wie die Behörde mitteilte. Außerdem soll die EU-Tabakgesetzgebung ĂŒberarbeitet werden. Ziel sei, dass bis 2040 weniger als fĂŒnf Prozent der Erwachsenen in Europa Tabak konsumieren.

Wie genau die Behörde gegen ungesunde Lebensmittel vorgehen will, blieb zunĂ€chst offen. Es werde geprĂŒft, welche Werkzeuge sich eigneten, so die Kommission - dazu gehörten auch mögliche finanzielle Maßnahmen.

DarĂŒber hinaus will die Behörde besonders frĂŒhzeitige Maßnahmen, wie beispielsweise den Schutz vor schĂ€dlicher Werbung, bei Kindern und Jugendlichen ergreifen. Ein neues System zur Bewertung der Lebensmittelverarbeitung soll Verbrauchern nach Willen der Kommission kĂŒnftig transparente, wissenschaftlich fundierte digitale Informationen bereitstellen.

HĂ€ufigste Todesursache

Angaben der EU-Kommission zufolge sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle weiterhin die hĂ€ufigste Todesursache in der EU. Demnach sind sie der Grund fĂŒr 1,7 Millionen TodesfĂ€lle jĂ€hrlich und betreffen mehr als 60 Millionen Menschen in der EU.

Der PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Kardiologie, Stefan Blankenberg, sagte, man erwarte von dem Plan der Kommission eine politische und strategische UnterstĂŒtzung, die Risikofaktoren fĂŒr Herz-Kreislauf-Krankheiten einzudĂ€mmen und somit ein gesĂŒnderes und lĂ€ngeres Leben fĂŒr alle Gesellschaftsschichten zu ermöglichen. Er forderte ausreichend Geld fĂŒr PrĂ€ventivprogramme, um die Risikofaktoren zu kontrollieren und ein gut ausgestattetes Forschungsbudget.

Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, Kiran Virmani, sagte, ein Großteil der hochverarbeiteten Lebensmittel seien auch fett-, salz- und zuckerreich - "daher halten wir es fĂŒr sinnvoll, daran zu arbeiten, deren Zufuhr zu verringern". Es sei wichtig, das gesamte verfĂŒgbare Instrumentarium zu nutzen, von der AufklĂ€rung bis hin zu finanziellen Anreizen und dem bewussten Gestalten von ErnĂ€hrungsumgebungen, die eine gesĂŒndere und nachhaltigere ErnĂ€hrung erleichtern. "Konkrete Maßnahmen wĂ€ren beispielsweise die EinfĂŒhrung einer Zuckersteuer und die Verringerung der Mehrwertsteuer fĂŒr Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchte."

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