Trump, Iran

Trump droht dem Iran und der Hamas

30.12.2025 - 06:18:38 | dpa.de

US-PrÀsident Donald Trump droht dem Iran im Schulterschluss mit Israel neue MilitÀrschlÀge an.

Er befĂŒrworte einen erneuten israelischen Angriff, sollte der Iran weiter Raketen bauen, sagte Trump bei einem Treffen mit dem israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu in seiner Residenz Mar-a-Lago in Florida. Noch entschiedener Ă€ußerte sich Trump zum Atomprogramm des Irans: Die USA wĂŒrden "sofort" selbst eingreifen, falls dies nötig sein sollte. Die islamistische Hamas machte Trump zudem fĂŒr den stockenden Friedensprozess im Gazastreifen verantwortlich.

"Wir werden es sofort tun", sagte der US-PrĂ€sident zu möglichen Angriffen auf den Iran fĂŒr den Fall, dass diplomatische Versuche scheitern und Teheran sein Nuklearprogramm fortsetzt. In Abgrenzung zu Israel habe er sich damit aber offen fĂŒr eine Wiederaufnahme diplomatischer GesprĂ€che mit Teheran gezeigt, schrieb dazu das "Wall Street Journal". Israels frĂŒher Botschafter in den USA, Michael Oren, sagte dagegen dem Kan-Sender, Trump habe Israel mit seinen Worten de facto "grĂŒnes Licht" fĂŒr einen Angriff auf den Iran gegeben, sollte Teheran sein Raketenarsenal und sein Nuklearprogramm neu aufbauen.

Sorge vor neuem Krieg

Ein wichtiger Berater von Irans oberstem FĂŒhrer Ali Chamenei schrieb auf X, die RaketenkapazitĂ€t und Verteidigung des Irans könnten nicht beschrĂ€nkt werden und bedĂŒrften keiner Erlaubnis. "Jede Aggression wird mit einer sofortigen harten Reaktion beantwortet, die jenseits der Vorstellungskraft ihrer Planer liegt." Israel hatte im Juni zwölf Tage Krieg gegen den Erzfeind gefĂŒhrt und mit den USA Atomanlagen bombardiert. Der Konflikt besteht trotz Waffenruhe fort - eine diplomatische Lösung ist nicht in Sicht. Israelischen Informationen nach arbeitet Teheran intensiv am Wiederaufbau seines Raketenarsenals. Zuletzt gab es in beiden LĂ€ndern Berichte ĂŒber einen möglichen Neubeginn des Kriegs.

Auch der Hamas in Gaza drohte Trump mit Konsequenzen, sollte diese nicht wie im Friedensplan vereinbart ihre Waffen niederlegen. Die USA seien nicht auf eine Eskalation aus. Trump stellte aber klar: "Sie mĂŒssen sich innerhalb einer relativ kurzen Zeit entwaffnen." Die anstehende zweite Phase seines Friedensplans sieht die Entwaffnung der Terrororganisation vor. Sollte sie dem nicht nachkommen, werde es "wirklich, wirklich schlimm fĂŒr sie", warnte Trump.

Seit dem 10. Oktober herrscht eine Waffenruhe im Gazastreifen, allerdings kommt es immer wieder zu tödlichen ZwischenfĂ€llen. Bislang sind nicht alle Bedingungen der ersten Phase von Trumps Friedensplan erfĂŒllt. Zwar wurden alle noch lebenden Geiseln der Hamas freigelassen, wĂ€hrend sich Israels Armee aus Teilen Gazas zurĂŒckzog. Doch befindet sich noch immer die Leiche einer entfĂŒhrten Geisel in Gaza. Trump traf deren Eltern und versicherte ihnen, er werde alles tun, um die sterblichen Überreste ihres Sohns zurĂŒckzubringen.

Trump deutet Meinungsverschiedenheiten an

"Ich mache mir keine Sorgen ĂŒber das, was Israel tut", sagte Trump in Bezug auf seinen Friedensplan fĂŒr Gaza. Dieser sieht auch eine Übergangsregierung aus unpolitischen palĂ€stinensischen Fachleuten vor. In dieser Frage wird Israel jedoch vorgeworfen, Fortschritte zu blockieren. Auf die Frage, ob er eine Rolle der palĂ€stinensischen Autonomiebehörde (PA) bei der kĂŒnftigen Verwaltung des Gazastreifens sehe, sagte Netanjahu nun, das hĂ€nge von der PA ab und verwies auf die Bedingungen von Trump. Bisher hatte Netanjahu eine Beteiligung der derzeit nur im Westjordanland regierenden PA strikt abgelehnt.

Auf die Frage, ob Israels Vorgehen im Westjordanland, einschließlich der Gewalt durch Siedler, sein Ziel der Stabilisierung des Nahen Ostens untergrabe, sagte der US-PrĂ€sident, Netanjahu und er stimmten in der Westjordanlandfrage nicht "hundertprozentig" ĂŒberein. Netanjahu werde aber "das Richtige" tun.

Israel verleiht Trump höchste Auszeichnung

Netanjahu kĂŒndigte die Auszeichnung Trumps mit dem Israel-Preis an, der höchsten Auszeichnung des Landes, die noch nie an einen Menschen ohne israelische Staatsangehörigkeit verliehen worden sei. Trump solle fĂŒr "seine herausragenden Verdienste" fĂŒr Israel und das jĂŒdische Volk geehrt werden.

Trump sagte, dass die von ihm geforderte Begnadigung Netanjahus, der sich in einem Korruptionsprozess verantworten muss, "unterwegs" sei. Das habe ihm Israels StaatsprĂ€sident Izchak Herzog gesagt. Dessen BĂŒro teilte dagegen mit, seit der Einreichung eines Begnadigungsantrags durch Netanjahu habe es "kein GesprĂ€ch zwischen PrĂ€sident Herzog und PrĂ€sident Trump gegeben." Es gebe auch noch keine Entscheidung zu dem Antrag, teilte Herzogs BĂŒro weiter mit.

USA verteidigen Israels Anerkennung von Somaliland als Staat

Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu Israels umstrittener Anerkennung der ostafrikanischen Republik Somaliland als unabhÀngigen Staat nahmen die USA derweil Israel gegen Kritik in Schutz.

Die stellvertretende US-Botschafterin bei den UN, Tammy Bruce, warf den Ratsmitgliedern Doppelmoral vor. Mehrere LĂ€nder hĂ€tten "einseitig" einen "nicht existierenden palĂ€stinensischen Staat" anerkannt, ohne dass es eine Dringlichkeitssitzung gab. Der Vertreter Sloweniens konterte, es handele sich dabei um ein illegal besetztes Gebiet. Somaliland hingegen sei Teil des UN-Mitgliedsstaats Somalia. Seine Anerkennung verstoße gegen die UN-Charta.

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