US-Soldat gerettet und in Sicherheit
05.04.2026 - 11:35:33 | dpa.de(neu: weitere Details)
WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet ĂŒber dem Iran abgeschossen worden war, ist von US-SpezialkrĂ€ften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet worden. "Wir haben ihn", schrieb US-PrĂ€sident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in GroĂbuchstaben. Der Soldat sei verletzt, befinde sich jetzt aber in Sicherheit. Es werde ihm gut gehen, schrieb Trump. Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war laut ĂŒbereinstimmenden Medienberichten bereits zuvor gerettet worden. Auch dessen Rettung bestĂ€tigte Trump nun offiziell.
Die Aktion fĂŒr das zweite Besatzungsmitglied folgte einem zweitĂ€gigen "Wettlauf auf Leben und Tod" zwischen US-amerikanischen und iranischen StreitkrĂ€ften, um den verletzten Luftwaffenangehörigen zu erreichen, zitierte die "New York Times" US-Beamte. Der US-Soldat sei von "unseren Feinden gejagt worden", sie seien ihm stĂŒndlich nĂ€hergekommen, schrieb Trump. US-Spezialkommandos seien zu seiner Rettung "tief in feindliches Gebiet" vorgerĂŒckt, schrieb die Zeitung. Laut Trump wurden sie von Dutzenden Kampfjets flankiert.
"Heftige Feuergefechte" bei Rettungsaktion
Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es schlieĂlich zu einem "heftigen Feuergefecht" kam. Am Ende konnten die US-Kommandos laut "New York Times" den verletzten Offizier begleitet von Hunderten SpezialeinsatzkrĂ€ften bergen. Er sei "nie wirklich allein" gewesen, schrieb Trump. Die US-MilitĂ€rfĂŒhrung habe seinen Standort in den Bergen "rund um die Uhr" ĂŒberwacht. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-MilitĂ€rs in der Geschichte der USA gewesen, schrieb der PrĂ€sident weiter.
Rettungsflugzeuge flogen den Waffenoffizier nach Angaben der "New York Times" zur medizinischen Behandlung nach Kuwait.
Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge, die die Einsatzkommandos und den Waffenoffizier in Sicherheit bringen sollten, hĂ€tten im Iran festgesteckt, wurde ein US-MilitĂ€rbeamter zitiert. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden, um die US-Soldaten zu bergen. Diese hĂ€tten die beiden zurĂŒckgelassenen Flugzeuge gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische HĂ€nde fielen, hieĂ es.
Iran lobte PrĂ€mie fĂŒr US-Soldaten aus
Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die fĂŒr die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Iraner hĂ€tten ihre Smartphones gen Himmel gerichtet, um die Rettungsaktion zu verfolgen, berichtete das "Wall Street Journal". Auf Videoaufnahmen sei zu sehen, wie Iraner in die Luft feuerten und versuchten, US-Hubschrauber abzuschieĂen, die den an der Rettungsaktion beteiligten Hubschraubern Ă€hnelten, hieĂ es.
HĂ€tte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hĂ€tte die FĂŒhrung in Teheran dies nach EinschĂ€tzung von Experten als Druckmittel nutzen können. WĂ€re das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wĂ€ren Bilder davon veröffentlicht worden, hĂ€tte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Ăffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.
Trump behauptet erneut: Haben die Lufthoheit im Iran
Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fĂŒrchten mĂŒssten. Die USA hĂ€tten die Lufthoheit erlangt. "Trump sagte, der Iran sei "vernichtet" worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen", schrieb der US-Fernsehsender NBC.
Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb der US-PrĂ€sident, man werde niemals einen amerikanischen Soldaten zurĂŒcklassen. Dass der Rettungseinsatz durchgefĂŒhrt werden konnte, ohne dass ein Amerikaner getötet oder verwundet wurde, beweise "einmal mehr, dass wir die ĂŒberwĂ€ltigende Lufthoheit ĂŒber den iranischen Luftraum erlangt haben".
Trump erneuert Drohung
Zuvor hatte Trump dem Iran erneut mit schweren Angriffen gedroht, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Ăffnung der StraĂe von Hormus beugen. "Die Zeit lĂ€uft davon - 48 Stunden, bevor die Hölle ĂŒber sie hereinbricht", schrieb er am Samstag auf Truth Social. Die Bedingungen seien erfĂŒllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die StraĂe von Hormus öffne.
Trump hatte gedroht, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, sollte der Iran die fĂŒr den globalen Ăl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollstĂ€ndig und "ohne Drohungen" fĂŒr den Schiffsverkehr öffnen. Sein Ultimatum dafĂŒr verschob er vergangene Woche noch einmal. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April deutscher Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kĂŒndigte er unter Verweis auf "sehr gute" GesprĂ€che an.
Iran setzt Gegenangriffe fort
Derweil setzte der Iran auch fĂŒnf Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe seine GegenschlĂ€ge gegen Israel sowie gegen Golfstaaten, die US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte beherbergen, fort. Laut dem Energieministerium in Kuwait wurden zwei Strom- und Entsalzungsanlagen durch iranische Drohnen erheblich beschĂ€digt. Verletzte habe es nicht gegeben, hieĂ es.
Beim Einschlag einer weiteren Drohne in einem GebĂ€ude des Finanzministeriums sei ebenfalls erheblicher Sachschaden entstanden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Kuna unter Berufung auf das Ministerium. Verletzte habe es auch dort nicht gegeben, hieĂ es. Nach Angaben des Informationsministeriums traf eine Drohne zudem eine Anlage des Ălkonzerns Kuwait Petroleum Corporation. Auch dabei habe es keine Verletzten gegeben.
Auch Israel geriet in der Nacht erneut unter Beschuss durch iranische Raketen, die Luftabwehr war wieder im Einsatz. Berichte ĂŒber Verletzte gab es zunĂ€chst nicht. Am Samstag waren in Vororten von Tel Aviv WohnhĂ€user Medienberichten zufolge bei Raketenbeschuss stark beschĂ€digt worden. Vier Menschen wurden verletzt. Zugleich sei eine Drohne der mit dem Iran verbĂŒndeten Huthi-Miliz aus dem Jemen abgefangen worden.
Derweil teilte Israels Armee am Morgen mit, dass die Luftwaffe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 120 Luftverteidigungs- und Raketensysteme im Zentrum und Westens des Irans angegriffen habe.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
