Ifo: Iran-Krieg verstÀrkt Unsicherheit bei Unternehmen
15.04.2026 - 09:18:41 | dpa.de"Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft spĂŒrbar erhöht", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "FĂŒr viele Unternehmen sind die Folgen fĂŒr das eigene GeschĂ€ft derzeit schwer kalkulierbar."
Demnach fiel es im MĂ€rz 78,6 der Firmen schwer oder eher schwer, ihre zukĂŒnftige GeschĂ€ftsentwicklung einzuschĂ€tzen, wie die aktuelle Ifo-Konjunkturumfrage ergab. Im Februar waren es noch 75,4 Prozent. Damit sei der Indikator fĂŒr wirtschaftliche Unsicherheit so hoch wie seit Februar 2024 nicht mehr.
Wer besonders betroffen ist
Vor allem in der Industrie macht sich demnach Unsicherheit breit. Hier waren 87,7 Prozent der Unternehmen betroffen. "Seit Oktober 2021 liegt dieser Wert durchgehend ĂŒber 80 Prozent und spiegelt auch die anhaltenden strukturellen Herausforderungen der Branche wider", hieĂ es in der Ifo-Mitteilung.
"Die Unternehmen sehen sich derzeit einer Vielzahl von Risiken gegenĂŒber - von steigenden Energiepreisen bis hin zu möglichen Störungen in den Lieferketten", sagte Wohlrabe. "Je lĂ€nger die Unsicherheit anhĂ€lt, desto mehr geraten Investitionen und Wachstum unter Druck." Wegen des Iran-Kriegs sind die Energiekosten in den vergangenen Wochen in die Höhe geschossen, zudem sind die Lieferketten unter Druck.
In energieintensiven Industrien sind die Werte besonders hoch: In der Chemiebranche liegt die Zahl der Unternehmen mit Unsicherheit bei rund 95 Prozent, bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bei 93,9 Prozent. Doch auch in anderen Branchen nahm die Unsicherheit deutlich zu. So stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen im Dienstleistungssektor um gut fĂŒnf Punkte auf 72,0 Prozent, besonders in den Bereichen Transport und Logistik betroffen. Im Handel stieg die Unsicherheit auf ohnehin hohem Niveau leicht.
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